
Der italienische Sportwagenhersteller Ferrari hat am Dienstag in Rom sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt – und damit überraschend negative Reaktionen an der Börse ausgelöst. Die Aktie verlor zeitweise bis zu acht Prozent an Wert, nachdem Investoren und Fans kritisch auf die strategische Neuausrichtung reagiert hatten. Analysten und Investoren äußerten zudem Zweifel daran, ob der neue Elektro-Ferrari namens “Luce” nicht etwa die traditionelle Markenidentität verrate.
Besonders kritisiert wurde das minimalistische Design des fünftürigen Fahrzeugs. An der Entwicklung war der ehemalige Apple-Designer Jony Ive beteiligt, dessen Designstudio LoveFrom bereits seit dem Jahr 2021 mit Ferrari zusammenarbeitet. Beim “Luce” setzte Ive auf klare Linien, reduzierte Formen und einen Innenraum mit einer Mischung aus digitalen Bildschirmen und klassischen physischen Bedienelementen.
Gerade diese Entscheidung gefiel aber den anderen Branchenexperten nicht. So bezeichnete etwa Pierre-Olivier Essig, Leiter der Research-Abteilung von AIR Capital, den Ferrari “Luce” als “eine Mischung aus dem Honda Accord EV und dem Tesla Model 3” und erklärte, er sei von der neuen Strategie des Autobauers “verwirrt”. Für den “Luce” habe Ferrari laut Bloomberg auf seine bisherige Designsprache verzichtet, die eng mit dem Chefdesigner Flavio Manzoni verbunden sei.
Der Elektro-Sportwagen markiert einen historischen Wendepunkt für den Hersteller aus Maranello, der jahrzehntelang vor allem für seine V8- und V12-Motoren bekannt war. Das neue Modell, dessen Name auf Italienisch “Licht” bedeutet, besitzt vier Elektromotoren, leistet 1.050 Pferdestärken und hat eine Reichweite von rund 530 Kilometern. Der Wagen hat einen Allradantrieb, beschleunigt laut Ferrari in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht mehr als 310 Kilometer pro Stunde. Der Einstiegspreis liegt bei etwa 550.000 Euro.
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