
Am 3. Januar dieses Jahres wurden der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores bei einem Angriff des US-Militärs in der Hauptstadt Caracas gefangen genommen und in die USA entführt. Am Donnerstag fand in New York zum zweiten Mal eine gerichtliche Anhörung des inhaftierten Ex-Präsidentenehepaars und seiner Anwälte statt.
Am Samstag, zwei Tage nach dem Gerichtstermin, hat Maduro erstmals nach seiner Verhaftung eine Erklärung abgegeben. In einem Beitrag auf den sozialen Medien erklärte er, ihm und seiner Frau gehe es gut. Sie beide seien “standhaft und gelassen”.
Maduros Nachricht erschien in Ich-Form auf seinen offiziellen Telegram- und X-Konten. Der venezolanische Präsident teilte dabei auch mit, dass es “jetzt mehr denn je” notwendig sei, “den Frieden des Landes, die nationale Einheit, die Versöhnung, die Vergebung und die Wiedervereinigung aller weiter zu festigen (…) Niemand sollte vom Weg des Dialogs, des Zusammenlebens und des Respekts abweichen”.
— Nicolás Maduro (@NicolasMaduro) March 28, 2026
Wie Global News Canada am Donnerstag berichtete, sei es bei dem zweiten Gerichtstermin darum gegangen, ob Maduro venezolanische Staatsgelder zur Finanzierung seiner Verteidigung verwenden dürfe. Maduros Anwälten zufolge würden die USA die verfassungsmäßigen Rechte des abgesetzten Staatschefs verletzen, indem sie die Verwendung staatlicher Gelder für seine Prozesskosten blockierten.
Richter Alvin Hellerstein habe die US-amerikanische Staatsanwaltschaft befragt, warum diese die venezolanischen Gelder für Maduros Verteidigung weiterhin sperre, nachdem sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela etwas entspannt hätten. Nach der Anhörung teilte das Gericht am Donnerstag mit, es würde die Entscheidung über die Genehmigung der Prozesskostenübernahme später fällen. Ein konkreter Termin dafür sei nicht genannt worden.
Seit der Anklageverlesung im Januar war dies der zweite Gerichtstermin für das Ehepaar Maduro in New York. Beim ersten Termin hatte Maduro vor Gericht erklärt: “Ich bin unschuldig. Ich bin ein anständiger Mann, der verfassungsmäßige Präsident meines Landes.” Seine Ehefrau hatte ebenfalls auf nicht schuldig plädiert.
Bei der Anhörung am Donnerstag saß das Ehepaar in Gefängnisuniformen zwischen seinen Anwälten vor Gericht. Mittels Kopfhörern verfolgten sie die spanische Übersetzung der Anhörung über die Prozesskostenübernahme.
In der Anklage wirft der US-amerikanische Staat Maduro und seiner Frau folgende Delikte vor: Drogenhandel und Anordnung von Entführungen, Übergriffen und Morden an Personen, die ihnen Drogengeld schuldeten oder die ihren Drogenhandel behinderten. Gemäß der US-amerikanischen Anklageschrift habe das Ehepaar auch die Ermordung eines Drogenbosses in Caracas angeordnet. Im Falle einer Verurteilung drohe den beiden lebenslange Haft. Das Gericht habe noch keinen Termin für die Hauptverhandlung bestimmt. Aktuell befinden sie sich in einer Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Sie sollen keine Anträge auf Freilassung gegen Kaution gestellt haben.
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