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Die Epstein-Blendgranate: Das war's – war's das?

rtnews by rtnews
18/02/2026
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Sehr groß war sie, die Erwartung nach Veröffentlichung des jüngsten Konvoluts zum Einblick in die tiefschwarzen Abgründe von bekannten Parallelwelten. Dank Spiegel und FAZ-Artikel ist der Hinweis auf “globale Eliten” zumindest nicht mehr “rechts”. Ansonsten bleibt die erneute Bestätigung, über die ausgelebte Arroganz der Täter.

Von Bernhard Loyen

Das war es dann jetzt wohl, mit dem “Epstein-Skandal”, den freigelegten Häppchen-Realitäten des realen US-Daseins mit teilhabenden Protagonisten aus aller Welt. Also nicht ein erneutes Hollywood- oder Netflix-Drehbuch, sondern der Blick durch den Türspalt auf das abgrundtief Böse an gelebtem Machtrausch samt hunderfachem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Stanley Kubrick, der große Regisseur, fasste bereits im Jahr 1999 die ungeschriebenen, aber weiterhin geltenden Gesetze am Ende seines mehr als Warnhinweis gemeinten Films “Eyes Wide Shut” in einer Schlussandrohung im Filmdokument so zusammen:

“Niemand hat jemanden getötet. Jemand ist gestorben. Das passiert ständig. Das Leben geht weiter. Das tut es immer – bis es das nicht mehr tut. Aber das weißt du doch, oder?”

Kubrick reichte am 1. März 1999 seinen endgültigen Schnitt des Films bei den Warner Bros.-Studiosbossen ein, der dann laut Medienmitteilungen jener Zeit von den Hauptdarstellern Tom Cruise, Nicole Kidman und Führungskräften des Studios angesehen wurde. Was passierte? Sechs Tage später verstarb Kubrick an einem Herzinfarkt.

Der Kölner Stadtanzeiger titelte Anfang Februar:

“Hat ‘Eyes Wide Shut’ die grausamen Rituale von Epsteins Eliten enttarnt?”

“Globale Eliten” galt nachweislich bis in die jüngste Gegenwart als “rechts”, als ein absoluter Q-Anon-Begriff aus dem Katalog der “Verschwörungsmythen”.  Der Spiegel klärte ebenfalls zu Beginn des Februars seine Leser wie folgt auf:

“Der Epstein-Club – Innenansichten einer globalen Elite“

Final die FAZ zu Beginn dieser Woche, auch sie voll auf dem berechenbaren Kurs der nun bemühten, investigativen Versteher der Gegenwart:

“Abgründe der globalen Elite : Die Epstein-Verschwörung”

Es stellen sich weiterhin so viele ungeklärte Fragen, zum Beispiel, ob es auch männliche Opfer gibt, so wie in den Produktionsstudios des US-Kinderfernsehens. Der Spiegel berichtete bereits vor zwei Jahren zu diesbezüglichen Realitäten:

“Der US-[Kinder-]Sender Nickelodeon war in den Neunziger- und frühen Nullerjahren eine vermeintliche Traumfabrik für junge Talente. Die Dokumentation ‘Quiet on Set‘ enthüllt nun die dunkle Seite. Und erzählt vom Leid hinter den Kulissen.”

Junge Mädchen, wie auch Jungen, samt den naiven oder mitschuldigen Eltern, stürzten in dortige Abgründe des sexuellen Missbrauchs, samt Seelenschäden fürs Leben, wenn nicht vorher nur der Suizid Abhilfe vom Leid verschaffte. Netflix präsentiert natürlich regelmäßig Epstein-Dokumentationen. Wohlwollend abgestimmt mit der US-Justiz, zum Thema der geduldeten Präsentation und Offenlegung der Namen von Tätern, also Jeffrey-und Ghislaine-Buddys, männlich wie weiblich. 

Auch dahingehend stellen sich weiterhin Fragen. Wo bleiben die wirklichen “big names” weiblicher Abartigkeit? Als Blendgranate musste nun Mette-Marit aus Norwegen herhalten. Dazu noch eine vollommen unbekannte Nicole Junkermann, eine emiratische Diplomatin sowie eine ehemalige Topjuristin von Goldman Sachs. 

Die leitende US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi, federführende Protagonistin im Falle der Jeffrey-Epstein-Akten, erklärte in der Vorwoche nach ihrem kontrovers wahrgenommenen Auftritt vor dem US-Kongress, dass das Justizministerium die Veröffentlichung von weiteren Dokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein eingestellt habe. Vorerst. Denn wer weiß, welche Ereignisse vor und nach kommenden Wahlen – weltweit – entsprechende, also belastende Veröffentlichungen noch benötigen?

Über das jüngste “Bauernopfer” eines miesen Epstein-Buddys, Sultan Ahmed bin Sulayem – weltweit agierender Vorstandschef des saudischen Logistikkonzerns DP World, mit Kontakten bis in das britische Königshaus; nein, nicht zu dem “creepy crawler“, dem “gruseligen Krabbler” Mountbatten-Windsor – berichtete in Deutschland von der von Sex, Blut, Schleim und sonstigen Ekelhaftigkeiten ermüdeten Medienlandschaft nur noch das Handelsblatt ausführlicher.

Ehre wem Ehre gebürt. Der Berliner KI-Könner “Snicklink” fasste jüngst auf X die letzten Wochen samt medialer Aufregung sehr passend und auf den Punkt zusammen:

“Der eigentliche SINN hinter dem Release der Epstein Files ist nicht aufzuzeigen, wer wie tief in der Scheisse steckt und verhaftet werden müsste… sondern das exakte Gegenteil: Es ist eine Machtdemonstration. Eine ritualisierte Bloßstellung der Machtlosen.

Eine strategische Sichtbarmachung von Straflosigkeit. Nichts weiter als kontrollierte Demütigung. Ihre Botschaft: Schaut! Wir geben euch Namen und abscheuliche Straftaten an euren Kindern. Sogar Datum und Uhrzeit. Ihr sprecht darüber, verurteilt, regt euch auf, diskutiert. Und dennoch: Ihr könnt NICHTS dagegen tun. Denn wir BESITZEN euch. Wir kontrollieren jeden Aspekt eurer erbärmlichen Existenz.”

Wie erbärmlich sich umgehend die Medienrealitäten in Deutschland wieder darstellen, präsentiert wenig überraschend der Spiegel hinter der Bezahlschranke, über ein Interview mit der abgrundtief niederträchtigen und skrupellosen Hillary Clinton, der vollkommen schambefreit seitens der Redaktion folgende Überschrift geschenkt wird:

“‘Mein Mann stand Epstein nicht nahe’. Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton wirft Präsident Donald Trump vor, die Aufklärung im Fall Epstein zu behindern.”

Ich hätte sehr gerne gewusst, wie das Spiegel-Auftragsopfer Alexandra Berlin, als verantwortliche Redakteurin des Interviews, sich nach folgenden Zeilen für den Artikel fühlte. Empathisch, wie eine Pathologin, heißt es gleich einleitend, es wären “keine leichten Tage für Hillary Clinton”. Warum? Eigentlich sei die Ex-US-Außenministerin nach Europa gereist, “um über die Ukraine und den Zerfall der bisherigen Weltordnung zu sprechen, doch ihr Besuch wird überschattet von dem Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.”

Eine Portion Mitleid für eine Kriegsverbrecherin (?) Gleich zwei Spiegel-Redakteure trafen Clinton in Berlin zum Interview, “am Rande der Gala der ‘Cinema for Peace’-Stiftung, auf der Filme und Menschen ausgezeichnet werden, die sich für Frieden einsetzen.”

Skrupellos geht es weiter im Wohlfühlinterview. Der Leser soll bitte doch erfahren – Achtung: Spielball-Journalismus – “wie nah Ihr Mann und Epstein sich standen.” Die Antwort von Killary – mutmaßlich lächelnd – lautete:

“Er stand ihm nicht nahe. Er hat ein paar Mal Epsteins Flugzeug genommen, um karitative Projekte zu besuchen, und das war Jahre, bevor Epstein schuldig gesprochen wurde. Epstein hat seine Verbrechen verheimlicht, bis er verurteilt wurde.”

Unmittelbar anschließend – natürlich ohne kritische Rückfrage oder sehr einfachen Gegenargumenten – abschließend zur “Clinton-Elite” samt andauernder Unantastbarkeit, auch dank Medien, wie dem Spiegel:

“SPIEGEL: Sie unterlagen Donald Trump 2016 bei der Präsidentschaftswahl. Wie würde die Welt heute aussehen, hätten Sie damals gewonnen?
Clinton: Wladimir Putin wollte nicht, dass ich gewählt werde, und hat sehr hart gegen mich gearbeitet.”

Am 18. Februar wird zudem auch die aalige Sandra Maischberger samt ARD-Redaktion ein menschelndes Hillary Clinton-Interview präsentieren.

Nein, es folgt keine abschließende Epstein-Bilanz, weil es schlicht nichts zu resümieren gibt, außer der erneuten nüchternen Erkenntnis, dass die globalen Eliten ohne auch nur ein Fünkchen Sorgen und Nöte, geschweige denn Angst- oder Panikattacken, ihr abgrundtief skrupelloses, böses und verachtenswertes Dasein unbekümmert fortsetzen werden.

Die unbekannten weltweiten Opfer leiden weiter unbeachtet im Stillen, bis an das tragische Ende des quälenden, individuellen Martyriums.

Vollkommen zufällig samt VT-Fanfare taucht dann auch noch wie bestellt Xavier Naidoo im Berliner Regierungsviertel auf. Eine Schlagzeile dazu lautet:

“‘Schon Menschenfleisch gegessen’ – Xavier Naidoo fabuliert über Kannibalismus und die Hölle.”

Es wird wahrlich nicht einfacher, mit der Gegenwart und den nachweislichen, wie auch weiterhin gemutmaßten Parallelwelten von über Leichen gehender Eliten.

Mehr zum Thema – Parlament in New Mexico beschließt Untersuchung von Epsteins Zorro-Ranch



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Tags: dasdieEpsteinBlendgranatewär039s
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