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Trump plant "Siegesfonds" für die Ukraine – finanziert durch China-Zölle

rtnews by rtnews
16/10/2025
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Laut Telegraph plant Donald Trump einen neuen Fonds zur Unterstützung der Ukraine, finanziert durch eine drastische Erhöhung der Zölle auf Importe aus China: 500 Prozent. Die Einnahmen sollen direkt in Waffenlieferungen an die Ukraine fließen. Finanzminister Bessent soll den Plan europäischen Regierungen vorstellen, insbesondere im Vorfeld des Washington-Besuchs von Wladimir Selenskij.

Donald Trump plant, den Krieg in der Ukraine mithilfe von China zu finanzieren – allerdings nicht durch Kooperation, sondern durch Zwangsabgaben. Nach einem Bericht des britischen Telegraph arbeitet der US-Präsident an der Schaffung eines sogenannten “Victory Fund”, der durch neue Importzölle auf chinesische Waren gespeist werden soll. Die Einnahmen daraus sollen in Waffenlieferungen an die Ukraine fließen.

Der Plan, den Trumps Finanzminister Scott Bessent in Brüssel und Washington europäischen Partnern vorstellte, sieht vor, alle chinesischen Importe mit einem Strafzoll von 500 Prozent zu belegen. Mit diesem drastischen Schritt will die US-Regierung nicht nur die Kriegskasse der Ukraine füllen, sondern auch Peking für seine wirtschaftliche Unterstützung Russlands zur Rechenschaft ziehen.

Offiziell soll der Fonds den ukrainischen Widerstand gegen die russischen Streitkräfte langfristig sichern. Tatsächlich aber zielt das Vorhaben auf weit mehr als den Krieg in der Ukraine. Washington versucht, über den wirtschaftlichen Hebel der Strafzölle auch Chinas enge Kooperation mit Russland zu schwächen. In amerikanischer Lesart dient der Schritt der “Eindämmung” zweier strategischer Rivalen zugleich. Dabei steht Moskau zunehmend unter Druck, weil der Westen in Peking den wichtigsten Handelspartner Russlands erkennt – insbesondere im Bereich von Energieexporten, Technologie und Finanztransaktionen.

“Wir unterstützen jedes Modell – ob man es nun russischer Öl-Tarif oder ukrainischer Sieg-Tarif nennt”, sagte Bessent am 15. Oktober in Washington. “Aber unsere europäischen Partner müssen bereit sein, mitzumachen.”

Die Initiative fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Washington und Peking. Bereits zuvor hatte Trump zusätzliche Zölle von 100 Prozent auf chinesische Waren angekündigt, nachdem China den Export seltener Erden eingeschränkt hatte. Diese Metalle sind für westliche Rüstungsindustrien unverzichtbar.

Vorbereitung auf Selenskijs Besuch in Washington

Der Vorstoß erfolgt kurz vor dem geplanten Treffen zwischen Wladimir Selenskij und Donald Trump im Weißen Haus am 17. Oktober. Das Treffen gilt als entscheidend für die künftige amerikanische Ukraine-Politik. Trump, der in den vergangenen Monaten mehrmals betont hatte, die Ukraine könne militärisch nicht siegen, vollzieht damit eine bemerkenswerte Wende.

Erst kürzlich hatte er gegenüber Journalisten erklärt, Kiew wolle “in die Offensive gehen” – und das sei eines der Themen, die er mit Selenskij besprechen werde. Der Präsident deutete zugleich an, dass Washington “andere Optionen” als die Lieferung von Tomahawk-Raketen prüfe.

Im Hintergrund laufen intensive Abstimmungen zwischen den NATO-Staaten. Beim jüngsten Treffen im “Ramstein”-Format erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Denis Schmyhal, sein Land benötige 120 Milliarden Dollar, um den Krieg auch im Jahr 2026 fortsetzen zu können. Etwa die Hälfte dieser Summe müsse von westlichen Partnern aufgebracht werden.

“Frieden durch Stärke” – neue Rhetorik aus Washington

Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte den neuen Kurs. Man sei bereit, Kiew “in einer Weise zu unterstützen, wie es nur die Vereinigten Staaten können”. Der Grundsatz laute, so Hegseth, “Frieden durch Stärke”. Damit knüpft die Regierung an das sicherheitspolitische Leitmotiv der Reagan-Ära an: Abschreckung durch Überlegenheit.

Trumps außenpolitischer Kurs ist zunehmend darauf ausgerichtet, Peking als entscheidenden “Ermöglicher” des russischen Krieges darzustellen. In Washington heißt es, der wirtschaftliche Druck solle Putin dazu bewegen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren – idealerweise in direkter Absprache mit Trump und Selenskij.

Peking hat die geplanten Strafmaßnahmen scharf kritisiert. Das Handelsministerium in Peking erklärte, Washington könne “nicht gleichzeitig zum Dialog aufrufen und neue Drohungen aussprechen”. Zugleich kündigte China an, im Fall weiterer Eskalationen eigene Gegenmaßnahmen zu prüfen.

Moskau wiederum verurteilte die Initiative als “destabilisierend” und warnte, jede Ausweitung der Waffenhilfe an Kiew verschärfe den Konflikt. Präsident Wladimir Putin bezeichnete mögliche Tomahawk-Lieferungen an die Ukraine als “rote Linie”, die die bilateralen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zerstören könnte.

Für Trump ist dieses Pokerspiel mehr als ein finanzielles Manöver – es ist ein geopolitisches Wagnis. Indem er Wirtschaft und Kriegspolitik miteinander verknüpft, versucht er, mehrere Gegner gleichzeitig unter Druck zu setzen: Russland militärisch, China ökonomisch und Europa politisch.

Doch das Risiko ist erheblich. Eine Zollabgabe von 500 Prozent würde nicht nur chinesische Exporte treffen, sondern auch amerikanische Verbraucher und Unternehmen belasten. Zudem droht die Maßnahme, die globale Wirtschaft in eine neue Phase des Protektionismus zu stürzen.

In Europa reagiert man mit Zurückhaltung. In Brüssel wächst die Sorge, dass Trumps Konfrontationskurs die westliche Allianz spalten könnte, sollte Washington die Zölle im Alleingang durchsetzen. Gleichwohl erkennen einige Beobachter eine strategische Logik in dem Plan: Wer den Krieg in der Ukraine künstlich verlängert, benötigt neue Finanzierungsquellen – und wer Chinas wachsenden Einfluss begrenzen will, greift zwangsläufig zu ökonomischem Druck. Für viele bleibt der Schritt jedoch ein riskantes Experiment, das mehr Instabilität als Stärke hervorbringen dürfte.

Trumps sogenannter “Victory Fund” steht sinnbildlich für seine außenpolitische Methode: Machtpolitik durch Geldpolitik. Der Präsident will den Krieg in der Ukraine nicht beenden, sondern ihn über wirtschaftliche Instrumente nach eigenen Bedingungen neu ordnen. Für Trump wird der Konflikt zur Bühne, auf der er ökonomische Dominanz mit geopolitischem Kalkül verknüpft.

Ob Europa und Asien diesen Kurs mittragen, bleibt fraglich. Fest steht jedoch: Die Auseinandersetzung zwischen Washington, Peking und Moskau verlagert sich zunehmend von den Frontlinien des Krieges in die globalen Finanzströme – dorthin, wo heute über Einfluss und Macht entschieden wird.

Mehr zum Thema ‒ Rheinmetall erwirbt Werften der Lürssen-Gruppe – Marineschiffbau in Sicht



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Tags: ChinaZöllediedurchfinanziertfürplantquotSiegesfondsquottrumpukraine
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