
Bei dem jüngsten Brandanschlag auf das Gelände der Rüstungsfirma Milrem Robotics in Tallinn, der sich in der Nacht vom 14. auf den 15. August ereignete, handele es sich um einen “Sabotageakt”. Dies erklärte der estnische Außenminister Margus Tsahkna am Dienstag unter Berufung auf die vom estnischen Sicherheitsdienst gesammelten Informationen. “Wir können mit Sicherheit zu dem Schluss kommen, dass der Brandanschlag in Tallinn ein Sabotageakt war, der von den Spezialdiensten der Russischen Föderation angeordnet wurde”, schrieb er auf X. Tsahkna bezeichnete “solche Handlungen” als “absolut inakzeptabel”.
Weiter teilte er mit, dass die Täter gefasst worden seien und “keine Bedrohung mehr für unsere nationale Sicherheit” darstellten. Ihm zufolge ist Estland für Russland “ein schwieriges Umfeld für die Durchführung solcher Aktionen”, weil Tallinn “entschlossen und schnell” handele, um das Land zu schützen. “Dieser Sabotageakt ist Teil einer breiteren Kampagne Russlands in Europa. Sie soll uns einschüchtern und unsere Unterstützung für die Ukraine schwächen”, sagte Tsahkna und fügte hinzu, dass Estland seine Hilfe an Kiew und den Druck auf Moskau verstärken werde.
Am Dienstag hat das estnische Außenministerium den russischen Geschäftsträger in Tallinn einbestellt, um den “von russischen Geheimdiensten in Auftrag gegebenen Brandanschlag” auf das Gelände von Milrem Robotics “aufs Schärfste” zu verurteilen. “Der Vorfall ist Teil einer umfassenderen Sabotagekampagne Russlands gegen Europa, die darauf abzielt, Angst zu schüren, die Verbündeten zu spalten und von der Unterstützung für die Ukraine abzulenken”, hieß es in der Stellungnahme der Behörde auf X.
Nach Angaben des Generaldirektors der estnischen Sicherheitspolizei Margo Palloson besteht weiterhin “die Gefahr von Provokationen und Sabotageversuchen”, die angeblich von Russland organisiert werden. Er behauptete, dass russische Geheimdienste weiterhin “Versuche zur Anwerbung und Einflussnahme” in Europa unternehmen. Ziel sei unter anderem, Sabotageakte zu verüben. “Einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind Organisationen und Rüstungsunternehmen, die an der Unterstützung der Ukraine beteiligt sind”, sagte er.
Moskau hat die Vorwürfe unverzüglich kommentiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Behauptungen der estnischen Behörden zurück, wonach die Brandstiftung in einer Rüstungsfabrik von russischen Geheimdiensten organisiert worden sei. “Derartige Äußerungen sind haltlos, unüberlegt, spiegeln die Realität in keiner Weise wider und enthalten keinerlei Argumentation. Daher können und werden wir solche Äußerungen nicht ernst nehmen”, betonte der Pressesprecher des russischen Präsidenten.
Der Vorfall hatte sich in der Nacht zum 15. August in der estnischen Hauptstadt ereignet. Ein Gebäude, das vom Rüstungsunternehmen Milrem Robotics genutzt wurde, war in Brand geraten. Nach Angaben des Senders ERR hat Lettland Mitte September drei Verdächtige an Estland übergeben, die der Brandstiftung beschuldigt worden seien. Alle drei lettischen Staatsangehörigen seien verhaftet worden. Der Sender präzisierte, dass das Rüstungsunternehmen Milrem Robotics gemeinsam mit anderen EU-Ländern unbemannte Kettenfahrzeuge vom Typ THeMIS an die Ukraine liefere.
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