
Ein 26-jähriger Mann hat in Nordwales für einen schaurigen Auftritt gesorgt. Leon Gillespie kletterte am 6. Juni auf das Dach des Ysbyty Glan Clwyd Krankenhauses in St Asaph und stand dort über dem Haupteingang. Gekleidet war er von Kopf bis Fuß in Schwarz. Viele Augenzeugen hielten ihn sofort für den Sensenmann – den klassischen Grim Reaper. Er selbst behauptete später, es sei ein Krähen-Kostüm gewesen.
In der Hand hielt er eine lange Klinge. Von oben starrte er auf Patienten, Angehörige und Mitarbeiter herab und machte dabei Geräusche. Die Szene dauerte rund 50 Minuten. Vier Polizeiwagen und die Feuerwehr rückten an, bis die Einsatzkräfte den Mann endlich vom Dach holen konnten.
Gillespie, der aus Deganwy stammt, gab keine Erklärung für sein Verhalten ab. Vor dem Amtsgericht in Llandudno gestand er, ohne vernünftigen Grund eine Belästigung auf dem Gelände des National Health Service verursacht zu haben. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 200 Pfund (ca. 233 Euro), berichtet der Independent.
Im selben Verfahren kamen aber auch weitere Delikte zur Sprache. Im März hatte Gillespie in einem Pets-at-Home-Markt Katzenfutter und Einstreu im Wert von 30 bis 40 Pfund (ca. 35 bis 47 Euro) gestohlen. Ende Mai nahm er in einem Sainsbury’s Supermarkt in Llandudno Essen und Getränke mit. Dafür musste er zusätzlich 100 Pfund (ca. 117 Euro) Strafe, 100 Pfund (ca. 117 Euro) Verfahrenskosten und 50 Pfund (ca. 58 Euro) Schadensersatz zahlen.
Die Gesundheitsbehörde Betsi Cadwaladr University Health Board betonte erneut ihre Null-Toleranz-Politik gegenüber Belästigungen, Aggression und Störungen auf den Klinikgeländen. Die Polizei von Nordwales bestätigte die Anklage: Gillespie habe ohne Entschuldigung Unruhe gestiftet und sich geweigert, das Gelände zu verlassen, als Beamte ihn dazu aufgefordert hätten.
Für die Besucher und das Personal war der Anblick eines schwarz vermummten Mannes mit Klinge auf dem Dach ein Schock. Was genau ihn zu dieser Aktion trieb, bleibt unklar. Das Gericht jedenfalls hat klar gemacht, dass solche Auftritte auf Krankenhausgelände nicht ohne Folgen bleiben.
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