Nur wenige Stunden vor dem geplanten hochrangigen Besuch Wladimir Putins in China haben sowohl die chinesische Regierung als auch US-Präsident Donald Trump einen Bericht der Financial Times entschieden zurückgewiesen.
Die britische Zeitung hatte unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, Chinas Staatspräsident Xi Jinping habe gegenüber Trump bei einem jüngsten Gipfeltreffen gesagt, Putin könnte “seine Invasion” in der Ukraine eines Tages “bereuen”.
Good morning, New York. While you were sleeping, this was the most-read story https://t.co/YR3IJ7NfkLpic.twitter.com/KrpqUoNahi
— Financial Times (@FT) May 19, 2026
Das chinesische Außenministerium reagierte ungewöhnlich schnell und deutlich auf die Darstellung der britischen Medien. Sprecher Guo Jiakun erklärte am Dienstag, die behaupteten Aussagen entsprächen nicht den Tatsachen und seien frei erfunden. Wörtlich hieß es, die Informationen seien “komplett aus der Luft gegriffen”.

Auch Trump distanzierte sich öffentlich von dem Bericht. Auf Nachfrage von Journalisten sagte er, Xi habe eine solche Aussage nie gemacht. Damit stellen sich Washington und Peking in diesem Punkt ausnahmsweise geschlossen gegen die Darstellung der Financial Times.
*TRUMP: XI DIDN’T TELL ME PUTIN MIGHT REGRET UKRAINEthe FT’s new deep state sources not too credible
— zerohedge (@zerohedge) May 19, 2026
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Falschinformation sorgt in sozialen Medien für besondere Aufmerksamkeit. Putin ist zu seinem 25. Besuch in China eingetroffen. Xi empfängt ihn als engen politischen Partner, nur kurz nach einem eigenen Treffen mit Trump in Peking.
Beide Seiten wollen dabei die enge strategische Partnerschaft zwischen China und Russland erneut demonstrativ bestätigen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum die Financial Times ausgerechnet heute diese Fake News veröffentlicht hat.
Die Financial Times stützte sich in ihrem Bericht auf nicht näher genannte Personen, die mit den Einschätzungen zum Trump-Xi-Gespräch vertraut sein sollen, so das Medienhaus. Demnach soll Xi in vertraulichen Gesprächen kritisch über Russlands Vorgehen in der Ukraine gesprochen haben. Diese Darstellung wird nun sowohl von China als auch von Trump klar bestritten.
🇺🇸🇨🇳 Trump confirms Chinese denial!Reporter: “Did President Xi say that Putin would come to regret invading Ukraine?”Trump: “No. He never said that.”Fake news media strikes again. They literally invent things out of thin air… pretty low. https://t.co/bzUXkxD8jhpic.twitter.com/3HlgLNZF54
— Lord Bebo (@MyLordBebo) May 19, 2026
Aus chinesischer Sicht bleibt die offizielle Position unverändert. Vertreter der Regierung verweisen darauf, dass Xi in Gesprächen mit internationalen Partnern zwar regelmäßig die Lage in der Ukraine thematisiere, jedoch keine persönlichen Bewertungen einzelner Staatschefs oder deren Entscheidungen abgebe. Offiziell versteht sich China weiterhin als neutraler Akteur, auch wenn die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Russland eng bleiben.
Medienbeobachter sehen in der gemeinsamen Zurückweisung durch Peking und Washington auch ein politisches Signal gegen Europa. Der Versuch Londons, Spannungen zwischen China und Russland zu konstruieren, dürfte in beiden Hauptstädten auf klare Ablehnung stoßen. London versucht nun, eine Medienkampagne gegen Russland zu führen, und scheitert dabei grandios, da auch Trump nicht mitspielt.
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