
Israel plant eine großangelegte Invasion im Südlibanon. Dies berichtete die Jerusalem Post (JPost) am Samstag unter Berufung auf Axios. Dem Bericht zufolge bereiten israelische Beamte eine Militäroperation im Libanon vor, bei der die israelische Armee (IDF) das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses unter ihre Kontrolle bringen soll. Dabei soll auch die militärische Infrastruktur der Hisbollah zerstört werden.
Seit dem Jahr 2006 wäre dies die größte israelische Militäroperation im Libanon. Dazu habe ein hochrangiger israelischer Beamter gegenüber Axios erklärt: “Wir werden das tun, was wir in Gaza getan haben.”
Die israelische Offensive soll nach dem Angriff der Hisbollah auf Israel geplant worden sein. Dabei seien von der Hisbollah in Kooperation mit der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) mehr als 200 Raketen auf Israel geschossen worden. Vorher sei Israel im Libanon zu einem Waffenstillstand bereit gewesen, erklärte ein hochrangiger israelischer Beamter. Diese Chance sei durch den Angriff der Hisbollah jedoch verstrichen. Der israelische Beamte habe die Planungen wie folgt erläutert:
“Vor diesem Angriff waren wir zu einem Waffenstillstand im Libanon bereit, doch danach gibt es kein Zurück mehr von einer großangelegten Militäroperation.”
“Das Ziel besteht darin, Gebiete zu erobern, die Hisbollah-Kräfte nach Norden und von der Grenze wegzudrängen sowie ihre militärischen Stellungen und Waffenlager in den Dörfern zu zerstören.”
Die Aussagen der israelischen Regierung stünden damit im Widerspruch zu den Aussagen der israelischen Streitkräfte vom Donnerstag, kommentierte die JPost die Kehrtwende. Am Donnerstag hätten IDF-Vertreter gegenüber der Jerusalem Post noch behauptet, dass das israelische Militär trotz des Angriffs der Hisbollah nicht für eine umfassende Invasion des Libanon sei. Schließlich würden die IDF Iran als zentralen Schauplatz des Mehrfrontenkriegs bewerten. Der Libanon stelle nur eine sekundäre Front dar. Dort gehe es vor allem darum, Angriffe der Hisbollah auf Israel abzuwehren.
Doch kaum eine Stunde nach der Aussage der IDF gegenüber der JPost, wonach keine Bodenoffensive im Libanon in Frage komme, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz etwas anderes mit. Gegenüber der JPost gab Katz eine Stellungnahme ab, nach der eine Invasion in den Libanon unmittelbar bevorstehen könnte.
Angeblich im Namen von Premierminister Benjamin Netanjahu, erklärte Katz, er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun gewarnt: Sollte das libanesische Militär nicht mit aller Härte gegen den Raketenbeschuss der Hisbollah auf Israel vorgehen, werde das israelische Militär eine größere Invasion im Libanon starten.
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