
Die Prognoseplattform Polymarket hat sich dafür entschuldigt, dass sie Nutzern erlaubt hatte, Wetten darauf abzuschließen, ob die Piloten eines abgeschossenen US-Kampfflugzeugs aus Iran gerettet werden. Zuvor hatte Polymarket wegen fragwürdiger ethischer Praktiken heftige Kritik einstecken müssen.
Am Freitag wurde eine zweisitzige F-15E Strike Eagle über Iran abgeschossen, woraufhin die USA eine risikoreiche Rettungsmission starteten. US-Beamte gaben an, dass zwar ein Besatzungsmitglied kurz nach dem Absturz evakuiert wurde, es die USA jedoch mehr als 24 Stunden kostete, den zweiten Piloten zu lokalisieren und zu bergen – eine Operation, an der Berichten zufolge mehrere Hubschrauber beteiligt waren und die mit einer Täuschungsaktion der CIA einher ging.
Iranische Beamte haben jedoch bestritten, dass die Operation erfolgreich war. Die USA mussten einräumen, dass zwei an der Rettungsmission beteiligte C-130-Militärtransportflugzeuge, die südlich der iranischen Stadt Isfahan gelandet waren, wegen des angeblich zu schlammigen Bodens nicht wieder starten konnten und daher zerstört werden mussten, damit sie nicht in iranische Hände fallen. Auch zwei Black-Hawk-Hubschrauber musste das US-Militär an Ort und Stelle zerstören, die offenbar von den C-130-Maschinen transportiert worden waren.
Die iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten Aufnahmen, die die Überreste der zerstörten Flugzeuge und Hubschrauber zeigen.
Die Ungewissheit über das Schicksal der US-Soldaten führte zu einer inzwischen gelöschten Wette, bei der Nutzer auf “Ja” oder “Nein” setzen konnten, ob die Piloten bis zum 3. oder 4. April geborgen würden, wobei rund 63 Prozent der Wetter eine Rettung am Samstag prognostizierten.
Der demokratische Kongressabgeordnete Seth Moulton war einer der Ersten, der auf diese Wette aufmerksam machte. Auf X schrieb er: “Das ist EKLIG. Es könnte sich um Ihren Nachbarn, einen Freund oder ein Familienmitglied handeln. Und die Leute wetten darauf, ob diese Menschen gerettet werden oder nicht.”
Polymarket löschte die Wette umgehend und antwortete Moulton: “Wir haben diesen Marktplatz sofort entfernt, da er unseren Integritätsstandards nicht entspricht. Er hätte nicht veröffentlicht werden dürfen, und wir untersuchen, wie dies durch unsere internen Sicherheitsvorkehrungen hindurchgeschlüpft ist.”
Moulton akzeptierte die Entschuldigung jedoch nicht als ausreichend und erklärte, dass Polymarkets “Integritätsstandards stark zu wünschen übrig lassen”, wobei er auf Dutzende andere aktive Kriegswetten hinwies, die auf der Plattform weiterhin sichtbar sind.
Er griff auch die Trump-Regierung an und erinnerte daran, dass Donald Trump “ein Investor in diesem dystopischen Markt des Todes ist und möglicherweise Zugang zu Geheimdienstinformationen hat, die noch nicht öffentlich sind”.
Die Episode ist die jüngste in einer Reihe von Kontroversen um Polymarket im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Mehreren Medienberichten zufolge gewannen sechs mutmaßliche Insider insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar, indem sie darauf wetteten, dass die USA am 28. Februar – genau an dem Tag, an dem die koordinierten Luftangriffe der USA und Israels begannen – Iran angreifen würden; alle Konten wurden innerhalb weniger Stunden nach dem Angriff aufgefüllt.
Die israelische Staatsanwaltschaft erhob separat Anklage gegen einen Reservisten der israelischen Streitkräfte und einen Zivilisten, weil sie angeblich während des Zwölf-Tage-Kriegs im Juni 2025 geheime militärische Informationen genutzt hatten, um auf Polymarket zu wetten.
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