Von Bernhard Loyen
Die bildstarke Eskalation samt übermittelter Chaosstimmung erfolgte nicht überraschend. Es präsentierte sich erneut in großer Zahl die formierte Querfront der “Demokratie-Verteidiger” und aufrichtigen Kämpfer “gegen rechts”. Schmalbrüstig im Dasein, dafür breitbrüstig und gewohnt aggressiv in der lautstarken Meinungsvermittlung ‒ einem Diktat, das eine bestimmte, fragwürdige Vorstellung von Demokratie zur einzig zulässigen Wahrnehmung erklärt.
Erneut mobilisierten die aus den Corona-Jahren bekannten Institutionen und subventionierten NGOs zum vermeintlich antifaschistischen Klassenkampf, diesmal in die hessische Stadt Gießen. Zwei Jahre nach dem orchestrierten landesweiten Empörungsfeldzug, nach einem diffamierten Privattreffen am Stadtrand von Berlin, dessen rechtfertigenden Correctiv-Ausgangslügen mittlerweile – juristisch zementiert – in den wesentlichen Punkten obsolet sind, erschallt wieder mal tausendfach: “Wehret den Anfängen”.
Wehret den wiederkehrenden Wiederholungen möchte vielleicht manch ruhigerer, differenzierender Bürger zurückrufen. Jene Menschen, die in den drei dunklen Jahren ab 2020 gegen nachweisliche, dokumentierte Grundgesetzverletzungen seitens der Politik auf die Straße gingen und genau von diesem lautstarken Mob niedergebrüllt und verbal wie körperlich attackiert wurden. Der WDR berichtet:
“Bereits am Sonntag zogen die Bündnisse ‘Gemeinsam Laut’ und ‘Widersetzen’ auf einer Pressekonferenz eine erste Bilanz. Sie zeigten sich mit den Protesten zufrieden und gehen von 70.000 Teilnehmenden aus. Es sei “so ein Glücksgefühl, dass sich so viele Menschen den Protesten angeschlossen haben”, sagte Linda Kastrup von ‘Gemeinsam Laut’. Mit 70.000 hätten mehr Menschen protestiert als die AfD Mitglieder hat, fügte sie hinzu.”
Damit also bewiesene Wiederholungstäter, denn diese Nachricht beschreibt das Mob-Resümee nach dem AfD-Bundesparteitag im August des Vorjahres in Essen. Ebenfalls fast identisch gleichlautend:
“Nach Angaben der Polizei haben seit Freitagabend mehrere Zehntausend Menschen an insgesamt 32 Protestaktionen gegen den AfD-Parteitag teilgenommen.”
Die Zahl der Demonstrierenden schätzt die Polizei nach den gestrigen Ereignissen auf 25.000 Personen, die “Demokratie™”-Empörten auf 50.000. Es mussten also an diesem Wochenende die Aggressionen gegen die Teilnehmer des Gründungsparteitags der AfD-Jugendorganisation erneut gebündelt werden, koordiniert durch die Querfront-Truppe, bestehend aus “friedlichen”, moderaten Mitläufern und Akteuren aus dem “linken” Parteispektrum, solidarisch untergehakt mit Gewerkschaftern, bunten NGO-Systemlingen und rasselnden Wutrentnern gegen rechts.
BREAKING: In Gießen herrscht komplett verkehrte AfD-Welt: Bürgermeister lässt friedliche Demonstrationen von Polizei mit barbarischer Gewalt zusammenschlagen. Warum werden die, die sich für die Demokratie einsetzen, zusammengeschlagen und nicht die, die sie zerstören wollen???
— Zentrum für Politische Schönheit (@politicalbeauty) November 29, 2025
An der Spitze die bewährten Demokratie-Soldaten, also der gewaltbereite Antifa-Stoßtrupp in Schwarz, gewohnt vermummt, mit bekannten ausgeleierten Parolen à la Alerta, Alerta…
Ein Aufzug mit mehreren tausend Personen bewegt sich aktuell vom Bahnhof in Richtung Innenstadt. Ein größere Gruppe innerhalb des Aufzugs hat sich bereits vermummt.#2911Gi
— Polizei Mittelhessen (@Polizei_MH) November 29, 2025
Der Unterschied zu Essen im Vorjahr: Diesmal wagten sich auch Gewerkschafter in den Bereich der militanten Mobilisierung.
Nach Lautsprecherdurchsage von der DGB-Bühne gehen vermummte Schläger auf TE-Kamerateam mit Fäusten los, kreisen es ein und versuchen das Team niederzuschlagen. Polizei muss Kamera-Team herausschlagen.https://t.co/31aLdkBImJ DGB-Pressesprecherin Lisa Metz verweigert Kommentar zum… pic.twitter.com/UiHvlgFXuB
— Roland Tichy (@RolandTichy) November 29, 2025
Es präsentierten sich also damit erneut jene Anhäufungen fraglicher Demokraten, die man in den Jahren 2020 bis 2023 als Besucher von maßnahmenkritischen Veranstaltungen auf der abgesperrten Gegenseite zu Gesicht bekam.

Auch diesmal keine stichhaltigeren Argumente, rein (aus)gelebte Ablehnung bis hin zu lupenreinem Hass gegen Mitbürger, die demnach nicht zu ertragen sind, stören und damit unerwünscht sind.
Warum diskutieren, wenn man (m/w/d) die einzige Wahrheit alleinig für sein Dasein und Bewusstsein gepachtet und verinnerlicht hat. Wie auch in den drei dunklen Jahren möchte man dem Mob fragend zurufen, also in Erfahrung bringen, wie schlussendlich die Konsequenzen dieser Proteste aussehen sollen? Erneut die Entziehung der Bürgerrechte, die Ächtung durch die Mitbürger, Jobverlust, Geldstrafen bis hin zu Gefängnis, also juristische Verfolgung ‒ alles wie in den Corona-Jahren?

Dieser Staat leistet sich in jedem der 16 Bundesländer eine Landesbehörde für Verfassungsschutz. Diese arbeiten seit Jahrzehnten eng mit kooperierenden Journalisten zusammen, um sich zuvor über entsprechende Quellen und Kontakte in unerwünschten, “verdächtigen” Kreisen quer durch die Gesellschaftsebenen benötigte Informationen liefern zu lassen. Beim Spiegel klingt das aktuell im Nebensatz zum Thema der Gießener Ereignisse hinter der Bezahlschranke so:
“Jean-Pascal Hohm, neuer AfD-Jugend-Chef, 28 Jahre alt, Typ Schwiegersohn, Rechtsextremist […] Bislang mussten die Mitglieder der Jungen Alternative nicht Mitglied der AfD sein. Das wird sich nun ändern, laut dem Entwurf des Jugendstatuts, das dem SPIEGEL vorliegt.”
“Vorliegt”, also der Redaktion “zugespielt” wurde. Variabel lauten bekannte Formulierungen: “laut Informationen, Hinweisen” seitens einer meist ungenannten Quelle, “wie uns Personen aus dem XY-Umfeld mitteilten”, variabel “konnten wir in Erfahrung bringen…”. Woher die Spiegel-Redaktion vorab den Entwurf des Gießener Jugendstatuts erhielt, ist unschwer zu erraten ‒ vom BfV oder einer (eigenen) AfD-Quelle.
Die Partei wird seit Jahren rundum vom Verfassungsschutz beobachtet, der wiederum die geführten internen Quellen oder eingeschleusten Mitarbeiter abrufbereit jederzeit befragt, so wie das eben Geheimdienste so machen. Zur rechten Zeit werden dann die Ergebnisse an kooperierende Medienverlage und Journalisten in vorbereiteten Häppchen samt “Beweismaterial” übermittelt.
Somit können nach Zersetzungswunsch erwünschte Kampagnen mit Zeitzünder starten, manipulativ wirken und final – das Wichtigste – besorgte Bürger in ihrem Denken bestätigen, um dann gemeinsam “mit der Mehrheit gegen rechts” unter dem Hashtag #Demokratie™ zu mobilisieren. Auch dieses Mob-Wochenende wird mit den üblichen “Aufarbeitungen” in der Wahrnehmung der zufriedenen guten Bürger versanden.
In der 19 Uhr Ausgabe von @zdfheute wird verschwiegen, dass in Gießen Journalisten und AFD Delegierte von Linksextremen angegriffen wurden. Die Demonstranten hätten für Demokratie und Freiheit protestiert. Susanne Biedenkopf-Kürten (Leiterin des ZDF Landesstudios Hessen) fasst… pic.twitter.com/9B18qf56Qs
— ÖRR Blog. (@OERRBlog) November 29, 2025
Die schönen, bunten Bilder des als erfolgreich erlebten Protestes landen in der IT-Cloud zum Abschöpfen, powered by Hessen-Palantir, da sich das vernebelte Hirn samt Dasein ab Montag wieder dem immer schwierigeren Alltag widmen muss.
“Mitgehangen, mitgefangen, aber vereint erfolgreich und beseelt gegen rechts”, so die absurde Lebensformel einer weiterhin beeindruckend hohen Quote von wählenden Mitbürgern im Land. Parallel vollzieht sich anscheinend unbeeindruckt in der Wahrnehmung der forcierte Niedergang eines ehemals stabilen Landes auf allen nur erdenklichen Ebenen der Gesellschaft. Beschlossen, verkündet und durchgesetzt seitens der politischen Querfront Linke, Grüne, SPD und Unionsparteien.
Das BSW wurde als mögliche Opposition offensichtlich politisch manipulativ vernichtet. Seit Monaten kämpft die Partei um eine Neuauszählung der Stimmen der Bundestagswahl, damit um das finale Überleben. Die “linke” Konkurrenz wartet amüsiert ab – Solidarität: null.
Bilder aus Gießen belegen, wie AfD-Politiker, Mitglieder und Sympathisanten verbal und körperlich attackiert wurden. Demokratieverständnis 2.0. Sollte diese Partei im kommenden Jahr durch die – noch – demokratisch legitimierte Wahlentscheidung zur Regierungsverantwortung befördert, also aufgefordert werden, möchte man sich nach diesem provozierten Eskalationswochenende nicht wirklich ausmalen, wie sich die möglichen Reaktionen seitens des betreuten “Demokratie™”-Mobs im Jahr 2026 auf den Straßen des Landes in voller Vehemenz präsentieren. Wehret den Wiederholungen.
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