
Russlands Chefunterhändler für die Ukraine, Kirill Dmitrijew, flog am Vorabend der für Sonntag geplanten Friedensgespräche in Abu Dhabi nach Florida. Vor einer neuen Runde der für Sonntag geplanten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine habe ein “konstruktives” Treffen mit einer US-Delegation in Florida stattgefunden.
Das Treffen zwischen Dmitrijew und der US-Delegation war zuvor nicht angekündigt worden. Der russische Gesandte veröffentlichte lediglich auf seinem X-Account eine Karte, auf der sein Flugzeug im Anflug auf Miami zu sehen war. Nach dem Treffen teilte er auf X mit:
“Konstruktives Treffen mit der US-Friedensdelegation. Produktive Diskussion auch über die US-russische Arbeitsgruppe für Wirtschaft.”
Auch der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff bezeichnete das Treffen in Florida am Samstag als “produktiv”. Gemäß seinem Beitrag auf X hätten die Gespräche Washington darin bestärkt, dass Moskau “auf die Sicherung des Friedens hinarbeitet”. Außerdem dankte er Präsident Donald Trump für seine “entscheidende Führungsrolle” bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung. Laut Witkoff nahmen an dem Treffen auch Finanzminister Scott Bessent, Jared Kushner und der leitende Berater des Weißen Hauses, Josh Gruenbaum, teil.
Der Besuch fand im Vorfeld einer neuen Runde von Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine statt, die unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi erfolgen sollen. Die vorherige Runde, die am 23. und 24. Januar stattfand, war die erste im trilateralen Format und wurde von allen Seiten als “sehr konstruktiv” bezeichnet.
Im Anschluss an diese Gespräche räumten die Verhandlungsführer ein, dass territoriale Fragen nach wie vor das größte Hindernis für ein Friedensabkommen darstellen. US-Außenminister Marco Rubio sagte, “das ist weiterhin eine ungelöste Kernfrage”, und fügte hinzu, dass “aktiv daran gearbeitet wird, um zu sehen, ob die Standpunkte beider Seiten in dieser Frage in Einklang gebracht werden können”.
Moskau besteht darauf, dass jede Einigung den Rückzug der Ukraine aus den Donbass-Regionen, die 2022 in Referenden für den Beitritt zu Russland gestimmt haben, und die Anerkennung der neuen Grenzen des Landes, einschließlich der Krim, beinhalten muss. Kiew hat jegliche territorialen Zugeständnisse abgelehnt.
Obwohl die bevorstehenden Gespräche in Abu Dhabi als trilaterale Gespräche bezeichnet werden, erklärte Rubio zuvor, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner – Washingtons Hauptverhandler im Ukraine-Friedensprozess – nicht teilnehmen werden, obwohl “die USA möglicherweise vertreten sein werden”.
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erklärte am Freitag, er sei sich nicht sicher, ob das Treffen mit den russischen Unterhändlern am Sonntag stattfinden werde. Nach seiner Aussage könnten sich sowohl der Termin als auch der Ort für die Friedensverhandlungen ändern. Grund dafür seien laut Selenskij die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran, nachdem Washington eine “Armada” von Kriegsschiffen entsandt hatte. Damit wollten die USA Teheran zu Atomgesprächen zwingen.
Offiziell wurden jedoch keine Änderungen bekannt gegeben. Russische Beamte stellen seit langem das Engagement Kiews für den Frieden in Frage und werfen der Ukraine vor, Kompromisse zu verweigern und gleichzeitig inakzeptable Forderungen zu stellen.
Moskau hat erklärt, es sei weiterhin offen für eine diplomatische Lösung. Zugleich warnte die russische Regierung davor, dass Moskau seine Ziele mit militärischen Mitteln erreichen werde, sollten die Gespräche scheitern. Auf dem Schlachtfeld habe Russland weiterhin die Initiative. Am Freitag erklärte sich der Kreml auf persönliche Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, die Langstreckenangriffe auf Kiew auszusetzen, um “günstige Bedingungen” für die nächste Verhandlungsrunde zu schaffen.
Laut einem Bericht der Moscow Times vom Sonntag sollen weder Russen noch US-Amerikaner Details über das Treffen in Miami bekannt gegeben haben. Wie die Zeitung zudem schrieb, werde die zweite Verhandlungsrunde in Abu Dhabi am Sonntag beginnen – “auch wenn der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij Anfang dieser Woche angedeutet hatte, dass sie aufgrund der Krise zwischen den USA und Iran verschoben werden könnte”.
Mehr zum Thema ‒ Luftabwehr: Selenskij übt scharfe Kritik am Westen wegen Raketenmangels






