
Die Europäische Union hat im Februar laut Angaben des Portals gCaptain 100 Prozent des bei Yamal LNG produzierten Flüssiggases aufgekauft. Im letzten Wintermonat haben die EU-Länder 21 Tanker mit 1,54 Millionen Tonnen Energieressourcen erworben. Im Januar war das Bild ähnlich: Die Union kaufte 93 Prozent der LNG-Mengen aus Jamal. Dabei gab es laut dem Magazin in diesem Jahr keine anderen Absatzmärkte für den größten russischen LNG-Produzenten. In dem entsprechenden Bericht des Portals heißt es:
“Nur neun Monate vor dem geplanten Inkrafttreten eines vollständigen Verbots der Europäischen Union für russisches Flüssigerdgas (LNG) haben EU-Abnehmer im Februar jede Ladung aus dem russischen Yamal-LNG-Projekt gekauft, was die krasse Diskrepanz zwischen politischen Absichten und Marktrealitäten deutlich macht … die Daten, die von der Interessenvertretung Urgewald anhand von Zahlen von Kpler zusammengestellt wurden, unterstreichen die anhaltende Abhängigkeit der EU von russischem Gas aus der Arktis trotz fast fünf Jahren geopolitischer Spannungen und Sanktionen.”
Auch europäische Reedereien bleiben wichtige Akteure in diesem Handel. Die Unternehmen Seapeak (Großbritannien) und Dynagas (Griechenland) transportierten 17 von 21 Schiffsladungen. Versicherer in EU-Ländern bieten weiterhin wichtige Versicherungsleistungen für Schiffe an, heißt es in dem Artikel. Sebastian Rötters von dem Unternehmen Urgewald betont im Gespräch mit dem Portal:
“Die Zahlen für Februar zeichnen ein drastisches Bild. Jede einzelne Ladung aus Jamal ging nach Europa. Russland hatte keine alternativen Abnehmer und blieb vollständig vom Zugang zu EU-Häfen abhängig. Die Zahlen für Februar unterstreichen, dass die europäische Infrastruktur und die maritimen Dienstleistungen nach wie vor von zentraler Bedeutung für die LNG-Exporteinnahmen Russlands sind.”
Dabei ist die Europäische Union auch weiterhin stark von russischen Energieträgern abhängig, insbesondere jetzt, inmitten der Nahostkrise. Und auch zuvor gab es für die EU trotz lautstarker politischer Erklärungen nicht viele Alternativen zu einem vernünftigen Preis.
Direkte Sanktionen gegen Yamal LNG wurden in der Europäischen Union bisher nicht verhängt, es gilt jedoch ein Verbot für den Transit von russischem LNG über europäische Häfen in Drittländer. Analysten stellen fest, dass im ersten Monat des Jahres 2026 in Russland 3,3 Millionen Tonnen Flüssigerdgas produziert wurden, was den höchsten Monatswert seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt.
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