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"Virtuelle Vergewaltigung": Und die einen stehn im Dunkeln, und die andern stehn im Licht …

rtnews by rtnews
23/03/2026
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Wenn im heutigen Deutschland etwas klingt, dann falsch. Wenn sich etwas bewegt, dann auf Kommando. Und Solidarität gibt es nur noch als Simulation, hin- und herverteilt zwischen jenen, die vom ganzen Elend bisher profitiert haben.

Von Dagmar Henn

Ja, es tut mir leid, meine Sympathien richten sich immer eher auf arme Mädels aus der Gropiusstadt als auf Frauen, die in Villen leben. An diesem Punkt würde ich nicht einmal behaupten, neutral zu sein. Das nur einmal vorneweg.

Und natürlich sind mir solche Entwicklungen, wie sie sich in den letzten Tagen rund um die Erzählung der “virtuellen Vergewaltigung” einer Collien Fernandes entfalteten, zutiefst suspekt. Das erinnert an altbekannte Abläufe, sei es Fridays for Future (deren Ikone Luisa Neubauer am Wochenende für Fernandes auftrat) oder die ganze Potsdam-Remigrations-Nummer, von der inzwischen nichts mehr übrig ist. So wenig wie von der Corona-“Impfung” übrigens, aber erstaunlicherweise ist die Klientel, die sich auf Knopfdruck als empörtes Publikum mobilisieren lässt, da völlig schmerzunempfindlich. Oder dement. Oder einfach so besessen davon, sich die aktuellsten “Wir sind die Guten”-Punkte abzuholen, die virtuellen politischen Fleißsternchen, dass fürs Nachdenken einfach keine Kraft mehr bleibt.

Dabei muss man nicht einmal die ganz große Keule rausholen und daran erinnern, dass die Bundesregierung gerade einen US-Angriffskrieg unterstützt (jawohl, Ramstein und Landstuhl sind Teil der Geschichte, wieder einmal), oder dass die Folgen sehr weitreichend sein können, und es ganz und gar nicht im deutschen Interesse liegt, sich schützend vor israelische und US-Aggressionen zu werfen. Dass der wirtschaftliche Niedergang dadurch noch weiter beschleunigt wird. Dass die steigenden Düngerpreise wie schon 2022 dafür sorgen werden, dass selbst in Deutschland viele Bauern nicht einmal mehr aussäen, weil sich die Ernte nicht mehr rechnet, von den ärmeren Weltgegenden ganz zu schweigen.

Und dass nach den vielen Geschenken an die Ukraine die Haushaltskassen leer sind, auf allen politischen Ebenen. Ja, die Liste dessen, was nicht funktioniert, was vernachlässigt wurde und wird, ist lang, genauso, wie nach wie vor die gesamte politische Besatzung dieses fehlgesteuerten Tankers den Kurs auf das nächste Riff für das anzustrebende Ziel hält. Mit “Kriegstüchtigkeit” und Bumsfallera.

Oder das, was im Alltagsleben der Bevölkerungsmehrheit immer schlechter wird, die sich die Wohnungen nicht mehr leisten kann und seit mehr als 30 Jahren real mit demselben Einkommen auskommen muss. Oder die katastrophalen Renten in Deutschland. Oder wenn man sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen beschäftigen will, diese Vergewaltigung in dem Jugendzentrum in Neukölln.

Aber das Mädchen, das da zum Opfer wurde, ist nicht einmal ein C-Promi, hält kein hübsches Gesicht in die Kamera und wird vermutlich bestenfalls Verkäuferin bei Lidl. Sie könnte, wenn sie es denn könnte, hundertmal beim Spiegel anrufen und ein Gespräch anbieten. Das würde bestenfalls dazu führen, dass ihre Nummer gesperrt würde.

Frau Neubauer jedenfalls, die am Sonntag für die arme Frau Fernandes eintrat, jammert selbst auf ihrem X-Account herum:

Ich würde mich so gerne einfach ums Klima kümmern. Aber dafür müssten einige Männer aufhören, mich so sehr zu gefährden, dass ich meine Tage mit Personenschutz und Strafverfahren verbringen muss. Und bis sie damit aufhören,wehre ich mich. Wehren wir uns. https://t.co/wc52B8v5Jx

— Luisa Neubauer (@Luisamneubauer) March 21, 2026

Wir alle wissen doch, dass die ganze Klimageschichte Fake ist. Sonst wären auch solche wie Neubauer auf der Straße, um gegen den Irankrieg zu protestieren, der inzwischen vermutlich längst mindestens so viel des so gefährlichen CO₂ in die Luft gestoßen hat, wie halb Europa in einem Jahr einsparen könnte. Die arme Neubauer wird “so sehr gefährdet”. Klar, sie hat mit Sicherheit längst ein Abmahngeschäft laufen, so wie Rheinmetall-Strack-Zimmermann. Und selbstverständlich braucht dieses Abmahngewerbe Klarnamen im Internet. Anonymen kann man schließlich keine Abmahnungen schicken, dann gibt es kein Geld.

Frau Fernandes jedenfalls soll noch mit ihrem mittlerweiligen Ex zusammengeblieben sein, nachdem sie von dessen vermeintlichen Missetaten erfahren hat. Sicher, man kann verstehen, dass jemand in ihrem Beruf es besonders unpassend findet, wenn irgendwelche unkontrollierten Bilder kursieren (wobei eigenartigerweise noch niemand welche gefunden hat, bisher), weil das immerhin die Grundlage des Gelderwerbs ist, und die falschen Bilder senken den Marktwert. Wobei – mit diesem ganzen Theater dürfte er bei Frau Fernandes deutlich steigen, selbst wenn sie den Gil Ofarim geben sollte. Und sie ist für die Rolle ziemlich perfekt gecastet, muss man sagen. Gerade so ein bisschen nach Migrationshintergrund aussehen, aber ansonsten ganz die Göre aus besserem Hause gebend, also sich mitnichten irgendwie nach Migrationshintergrund verhalten – das kommt gut an, bei diesen ganzen reinkarnierten Diakonissen des 19. Jahrhunderts, diesen Aasgeierinnen des bürgerlichen Feminismus.

Fleisch von ihrem Fleische, das ist das Einzige, was bei ihnen Sympathien auslöst. Und darum kamen sie auch, einschließlich Katrin Göring-Eckardt; noch so eine, der die Ukraine nie nazistisch genug sein konnte, nur so als Hinweis zum Stichwort “toxische Maskulinität”, die eifrig mitgebastelt hat an dem Gemetzel Richtung Russland, aber jetzt sicher Tränen in den Augen hatte, als es darum ging, das Leid von Frau Fernandes zu beklagen.

Das ist nicht einmal mehr Astroturfing, selbst ein Kunstrasen versucht immerhin noch, den Eindruck von Rasen zu erwecken; das ist nur noch grüner PVC-Boden von der Rolle. Ja, PVC, weil für das Öko-Linoleum das Geld nicht mehr reicht.

Man mag nicht einmal mehr darüber spotten, dass da so termingerecht ein Gesetzentwurf in der Schublade liegt, der rein zufällig das umsetzt, was die Zensurfreunde in der EU als Nächstes geplant haben. Die ganze “Hass und Hetze”-Nummer hatte sich wohl etwas abgenützt und musste mal wieder aufgefrischt werden. Ja, das ist ja so schlimm alles.

Wie gesagt, da ist vieles, das viel eher eine Demonstration wert wäre als die wahren oder unwahren Eheprobleme einer Frau Fernandes. Echten Hass beispielsweise kann man ganz einfach im Netz finden, wenn man nach den Aufnahmen des Pogroms sucht, das israelische Siedler am Wochenende im Westjordanland veranstaltet haben. Es gibt da übrigens Berichte, die zeigen, dass es dort (nicht nur dieses Wochenende im Westjordanland) ziemlich egal ist, ob das Opfer männlich oder weiblich ist. Am Wochenende wurde ein kleines Kind mit auf den Beinen ausgedrückten Zigaretten gefoltert, um vom Vater ein Geständnis zu erpressen … Echte Gewalt, ungehemmt, barbarisch, und die meisten, die sich da am Sonntag so über die “virtuelle Vergewaltigung” echauffierten, würden sich auch noch schützend vor diese Gewalttäter stellen. Oder haben sich bereits davor gestellt.

So, wie sie sich auch tatsächlich vor die Gewalttäter in Neukölln gestellt haben. Weil man die jungen Männer, die da übergriffig wurden, nicht diskriminieren dürfe. Wetten, wenn diese jungen Männer nicht in Neukölln, sondern in dem vornehmen Viertel in Hamburg tätig würden, in dem eine Frau Neubauer wohnt, wäre das ganz anders? Da wäre dann wieder die Rede von der toxischen Männlichkeit und so?

Egal, wie man die aktuelle Skandalgeschichte dreht und wendet – so, wie sie der Spiegel erzählt hat, war sie sicher nicht. Die Wahrheit weiß man vielleicht in zwei Jahren – so lange hat es damals bei Gil Ofarim gedauert. Immerhin hatte Frau Fernandes auch zuvor schon mit den Zensurschwestern von Hate Aid zusammengearbeitet; für diese Damen geht es um die Existenz, oder um ihre eigene Villa in Spanien. Jedenfalls sind sie darauf angewiesen, ihre Zensurdienste weiter anzubieten.

Es wäre ja schon etwas gewonnen, wenn sich die Teilnehmer dieses Zensurwerbeevents am Sonntag wenigstens fragen würden, ob sie denn ihre Solidarität mit der 16-jährigen Kurdin, die in Neukölln vergewaltigt wurde, genauso bekundet hätten. Ob sie denn für sie auf die Straße gehen würden. Ob sie ein Problem darin sehen, wenn die Mitarbeiter eines Jugendzentrums bis hinauf zum Jugendamt lieber die männlichen Täter schützen, statt dem Opfer zu helfen, dessen Vergewaltigung alles andere als virtuell war.

Aber da gibt es so viele Bereiche, in denen es schmuddelig wird. Denn absurderweise ist es das Fehlverhalten, sind es genau die Verstöße, die Gewalt, die diesen Leuten eine Art Lustgewinn verschaffen. Wären diese jugendlichen Migranten brave Schüler und Frauen gegenüber respektvoll, dann würde es schließlich nur noch halb so edelmütig wirken, sich für sie einzusetzen. In Wirklichkeit wird die sexuelle Gewalt schon in den Flüchtlingsunterkünften gezüchtet, in denen sie zuerst ankamen; weil dort nicht dagegen vorgegangen wird, nicht dagegen vorgegangen wurde. Dabei ist es nicht einmal für diese jungen Burschen von Vorteil, wenn sie jetzt mit Samthandschuhen angefasst werden, ganz im Gegenteil.

Das war immer der extrem unlogische Punkt – ja, auch die in den Schulen randalierenden Migrantenjungs haben davon keinen Vorteil. Selbst wenn die Perspektiven für vergleichsweise einfache Arbeiten immer schlechter werden – sogar die Zahl der Jobs in der Unterwelt ist begrenzt. Dieses völlig irrationale Pseudoverständnis nutzt genau einer der beteiligten Gruppen. Eben jenen liberalen Gutmenschen, die zwar sofort zum Angriff übergehen, wenn jemand Vorurteile gegenüber Migranten äußert, aber selbst sich im Grunde für die maximale Ausbeute an Edelmut eine Art Leprakranken wünschen.

Die Reaktion, die in Neukölln gezeigt wurde, dieses “nur nicht zur Polizei”, nachdem auf die Anzeichen sexueller Übergriffe wohl erst einmal monatelang nicht reagiert wurde, das ist eine, die Täter, und in diesem Fall echte, nicht virtuelle Vergewaltiger, geradezu heranzüchtet. Ja, Straflosigkeit fördert Gewalt. Und je ausgeprägter die Straflosigkeit ist, desto ungehemmter wird die Gewalt. Auch das lässt sich am Siedlerpogrom im Westjordanland sehen. Die ganze Welt hat jahrzehntelang zugesehen, wie Israel die Palästinenser als Untermenschen behandelt hat. Die heutigen Gewalttäter dort sind vielfach schon die zweite Generation. Und nein, das tut niemandem einen Gefallen. Derartige Gewalt lässt sich nicht wie eine Krawatte an der Garderobe ablegen. Sie durchdringt irgendwann die gesamte Gesellschaft.

Das Neuköllner Jugendamt ließ nicht nur das Opfer im Stich (und trat ganz nebenbei echte Erfolge einer echten Frauenbewegung in die Tonne, der es auch um eine sichere Umgebung für Mädchen ging), es trägt auch dazu bei, aus übergriffigen Jugendlichen echte Straftäter zu machen. Und Neukölln ist nur ein Beispiel von vielen. Das zieht sich durch, spätestens seit der Kölner Silvesternacht 2015.

Vielleicht ist es ja gerade die Tatsache, dass das Opfer ein Mädchen ist, das eine Nähe zu dem Neuköllner Opfer ausschließt. Weil der ganze Trick des Edelmenschentums den Anderen braucht, und sie nicht anders genug ist. Und man sich womöglich an ihre Stelle versetzen könnte.

Das aber ist ein Schritt, der in den letzten Jahren zunehmend nur noch für jene vorgesehen war, die den richtigen Habitus mitbrachten, den passenden Stallgeruch. Die rechtzeitig gelernt haben, auf die Tränendrüse zu drücken, nie zu selbstbewusst aufzutreten und immer alle Ansprüche an das gutbürgerliche Dekoweibchen zu befriedigen, ohne das eigene Bankkonto deswegen aus dem Blick zu lassen. Solche Mädels wie die Neuköllner Kurdin sind womöglich nicht niedlich, oder auch nicht so übersexualisiert-aufreizend, wie es Frau Fernandes in jüngeren Jahren war. Wobei das so weit geht, dass man sich durchaus fragt, ob am Anfang ihrer Karriere, mit fünfzehn, sechzehn, nicht ein echter Missbrauch stand, den sie womöglich jetzt durch diesen Einsatz als Zensur-Pin-up kompensiert.

Ja, die ziemlich eklige Kampagne für noch mehr Zensur ist das eine. Wer auch immer die Entwicklung der letzten Jahre aufmerksam beobachtet hat, weiß, wie tief die Einschnitte in die Meinungsfreiheit bereits jetzt gehen. Die Unfähigkeit, sich mit den echten Opfern echter Gewalt zu solidarisieren, ist das andere. Eine wie Luisa Neubauer wäre bestenfalls dann glaubwürdig, wenn sie sich auch einmal zu den realen Opfern des realen Lebens außerhalb der Hamburger Wohlstandsgesellschaft herablassen würde. Aber das dürfte weder bei ihr noch bei den übrigen Teilnehmerinnen dieser bizarren Kundgebung zu fürchten sein.

Mehr zum Thema – Zehn Jahre Kölner Silvesternacht – Ein Muster, das weiter wirkt





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