
Tom Baker, Geschäftsführer von Cruise Center, erklärte gegenüber Fox News, dass der Krieg im Nahen Osten jeden Reisenden auf der Welt betreffen werde. US-Reisende haben bereits bemerkt, dass Anbieter von Kreuzfahrten in Kleingedrucktem einen Hinweis auf Treibstoffzuschläge hinzufügen. Die zusätzlichen Zahlungen werden von den Passagieren erst bei vollständiger Bezahlung der Reise erhoben. Darauf weist die Zeitung The New York Post hin. So bemerkt Chris Woronka, Direktor und Senior-Aktienanalyst bei der Deutschen Bank:
“Wenn Sie die Buchungsbedingungen aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass viele Kreuzfahrtgesellschaften berechtigt sind, einen Treibstoffzuschlag in Höhe von neun bis zwölf US-Dollar pro Person und Tag zu erheben, sobald der Ölpreis ein im Voraus festgelegtes Niveau überschreitet.”
Auf einigen Routen schießt der Aufschlag sogar völlig in die Höhe – er beträgt auf manchen Strecken zwischen 19 und 26 US-Dollar pro Tag und Passagier, der älter als zwei Jahre ist. Die malaysische Reederei StarDream Cruises, der das in Südostasien verkehrende Schiff “Genting Dream” gehört, hat bereits eine Entscheidung über den Aufschlag getroffen.
Der Grund hierfür ist die Schließung der Straße von Hormus und der zunehmende Mangel an Treibstoff für Kreuzfahrtschiffe. Die Vorräte an Schiffstreibstoff in den weltweit größten Tankerhäfen – Singapur und Fudschaira – sind infolge der Nahostkrise drastisch geschrumpft. Dabei hatte die Agentur Bloomberg bereits am 15. März gewarnt, dass die weltweite Schifffahrtsbranche zum Erliegen kommen könnte, sollten wichtige Häfen angesichts des starken Anstiegs der Heizölpreise ohne Schiffskraftstoff dastehen.
Auch die Preise für Flug- und Dieselkraftstoff in Europa erreichen laut Fachagenturen neue Rekordhöhen. Wie die internationale Agentur Argus Media berichtete, haben die Preise für Flug- und Dieselkraftstoff in Nordwesteuropa 1.900 US-Dollar beziehungsweise 1.600 US-Dollar pro Tonne überschritten und damit neue historische Höchststände erreicht. Vor dem Hintergrund der Krise erreichen die Preissprünge oft bis zu 300 Dollar pro Tag. Das Portal RBK schreibt unter Berufung auf internationale Medien:
“Angesichts der Folgen der Sperrung der Straße von Hormus durch Iran droht den europäischen Flughäfen eine Treibstoffknappheit. Als besonders gefährdet gelten die Flughäfen in Großbritannien, darunter Heathrow, wo bereits Flugausfälle aufgrund von Treibstoffproblemen zu verzeichnen sind.
Nach Einschätzung des Analyseunternehmens Kpler könnte Frankreich die nächste Region sein, in der ein Mangel droht, da dort eine erhebliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage besteht, obwohl das Land über mehr Möglichkeiten für alternative Lieferungen verfügt.”
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