
Der Konflikt im Nahen Osten, der mit US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf Ziele in Iran begann, dauert seit Ende Februar an. Während dieser Zeit führte Russlands Staatspräsident Wladimir Putin mehr als zehn Telefongespräche mit ausländischen Spitzenpolitikern. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur TASS unter Verweis auf eine eigene Analyse.
Die meisten der Telefonate fanden dem Bericht zufolge mit Vertretern der Länder statt, die direkt am Konflikt beteiligt sind. So sprach Putin mehrmals mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Am 9. März telefonierte der russische Staatschef mit US-Präsident Donald Trump.
Putin führte außerdem Telefongespräche mit den Staatsoberhäuptern der Golfregion, darunter Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien. Das iranische Militär führte Vergeltungsschläge gegen US-Militäreinrichtungen in diesen Ländern durch.
Wie der Kreml bekanntgab, versprach Putin, Iran die tiefe Besorgnis der arabischen Staaten über die Angriffe auf ihre Infrastrukturanlagen zu übermitteln. Präsident Putin unternehme alle Anstrengungen und werde auch weiterhin alles tun, um zur Entspannung der Lage im Nahen Osten beizutragen, hieß es.
Die Gewalteskalation in der Region wurde auch bei Telefongesprächen Putins mit den Staatschefs Ägyptens, der Türkei und Aserbaidschans ausführlich erörtert. Das Thema kam zudem in Telefonaten mit den Präsidenten Usbekistans, Ungarns und Serbiens zur Sprache.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte kürzlich bei einem Pressebriefing, Präsident Putin befasse sich weiterhin mit der Krise im Nahen Osten, die sich zunehmend verschärfe. Die Angelegenheit nehme in den letzten Tagen ziemlich viel Zeit des russischen Staatschefs in Anspruch, so der Sprecher.
In einem Interview mit TASS ging Wladimir Fitin, Experte im Russischen Institut für Strategische Studien, auf die Frage ein, inwieweit diese Art der Diplomatie per Telefon darauf hindeute, dass Russland als möglicher Vermittler wahrgenommen werde.
“Russland nimmt in allen andauernden Konflikten im Nahen Osten eine sehr wichtige Stellung ein”, meinte der Experte. Vor allem handele es sich um den israelisch-palästinensischen Konflikt, in dem Russland stets als Vermittler fungiert und eigene Vorschläge für die Beilegung angeboten habe.
Und weiter:
“Ich glaube, dass diese Traditionen bewahrt werden und alle arabischen Länder Russland als einen sehr wichtigen Bestandteil bei der Lösung schwerwiegender Widersprüche auf dem Kontinent betrachten.”
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