Die von den USA verhängten Strafzölle auf Schweizer Produkte sorgen für Diskussionen. Alt-Bundesrat Christoph Blocher hält sie für unverständlich und kritisiert die zugrunde liegenden Berechnungen.
US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle von 32 Prozent auf Schweizer Exporte verhängt. Die Entscheidung kam für die Schweiz überraschend und sorgte für Verwunderung im Bundesrat. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter reagierte jedoch mit Gelassenheit.
Selbst innerhalb der SVP, die Trump in der Vergangenheit oft verteidigte, gab es Kritik. Nationalrat Franz Grüter, der sich einst als Trump-Unterstützer bezeichnete, zeigte sich schockiert. Magdalena Martullo-Blocher, die Trumps Politik wiederholt als vorteilhaft für die Schweiz dargestellt hatte, äußerte sich bislang nicht.
Christoph Blocher nahm in seiner Sendung Teleblocher Stellung zu den Zöllen. Er könne sich nicht erklären, wie die USA zu der Einschätzung gelangt seien, dass die Schweiz 61 Prozent Zölle erhebe. Die Schweiz hat ihre Industriezölle abgeschafft, woher kommt also diese Zahl?
Er sieht in den Maßnahmen keinen politisch motivierten Angriff auf die Schweiz. Vielmehr seien vor allem erfolgreiche und wirtschaftlich starke Länder betroffen. Blocher betonte, dass Trump nach wie vor ein Freund der Schweiz sei, sich aber an wirtschaftlichen Kennzahlen orientiere.
Auf die Frage, ob Trump die Entscheidung eigenständig getroffen habe, äußerte Blocher Zweifel: “Nein, das glaube ich nicht. Also, auf solch eine absurde Idee kommt nicht einer allein.” Er vermutet, dass wirtschaftspolitische Berater eine Rolle gespielt haben.
Allerdings warnt Blocher auch vor den möglichen Folgen für die USA selbst. Die Zölle könnten amerikanische Unternehmen und Verbraucher ebenso treffen. Daher bestehe die Möglichkeit, dass die Zölle noch verhandelbar seien – eine Chance, die die Schweiz nun nutzen müsse. Trotz der schwierigen Situation hält Blocher die Reaktion des Bundesrats für angemessen. Der Verzicht auf vorschnelle Gegenmaßnahmen sei sinnvoll, um Verhandlungsspielraum zu erhalten. Jetzt geht es darum, eine Lösung zu finden, so der Alt-Bundesrat.
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