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Sonderoperation in der Ukraine – Russland geduldete sich lange vor einem Gegenschlag

rtnews by rtnews
24/02/2026
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Als Russland vor vier Jahren die Sonderoperation in der Ukraine begonnen hat, ist es nicht gelungen, schnell einen Frieden zu erzwingen. Doch heute rottet die russische Armee Tag für Tag das Böse in der Ukraine aus, das in seinem Hass bereit ist, alles Russische sowohl im Inland als auch im Ausland zu vernichten.

Von Boris Dscherelijewski

Während der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz hat Bundeskanzler Friedrich Merz offen angekündigt, dass der Ukraine-Konflikt erst nach einer militärischen und wirtschaftlichen Erschöpfung Russlands beendet werden kann. Der Kanzler gab zu verstehen, dass Kiew dies im Interesse des Westens um jeden Preis erreichen müsse.

Zuvor hatten westliche Staatschefs offen gesagt, dass der Krieg in der Ukraine Europa Zeit geben soll, sich auf den Krieg gegen Russland vorzubereiten. In den letzten Jahren wird die Ukraine in sämtlichen westlichen Strategien als eine Waffe betrachtet, die Russland besiegen oder ausbluten lassen soll. Dies wurde bereits vorher angekündigt, doch inzwischen sprechen nicht nur Analytiker und Politologen offen davon, sondern auch Staatschefs.

In seiner am 11. April 1939 herausgegebenen “Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht für 1939/40” vermerkte Adolf Hitler:

“Die Haltung der Randstaaten wird allein von den militärischen Erfordernissen Deutschlands bestimmt werden.”

Ersetzt man “Deutschland” durch “kollektiven Westen”, würde dieser Satz auch heute äußerst aktuell klingen.

Nikolai Asarow, ehemaliger Ministerpräsident der Ukraine, wies in einem Interview mit der Zeitung Wsgljad am 21. November 2023 direkt darauf hin, dass ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine ein Ziel des von westlichen Geheimdiensten organisierten Euromaidan war. Natürlich verstand Moskau das hervorragend und tat alles, um den Krieg zu verhindern, so lange es möglich war. Doch es blieben immer weniger Möglichkeiten dafür. Die Versuche des Kremls, Kiew dabei zu helfen, mithilfe der Minsker Abkommen aus dem Konflikt mit den eigenen Mitbürgern auszusteigen, führten zu nichts. Wie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel später selbst einräumte, nutzte der Westen die Vereinbarungen, um der Ukraine Zeit zur Bewaffnung zu verschaffen. In den acht Jahren nach dem Maidan verwandelte sich das ukrainische Militär mithilfe der NATO in eine gut bewaffnete und kampferfahrene Armee, die sich offen auf einen Krieg gegen Russland vorbereitete.

Mitte Dezember 2021 haben die USA und die NATO nicht nur Projekte eines Vertrags über Sicherheitsgarantien für Russland und die NATO-Staaten zurückgewiesen, sondern sie nicht einmal in Erwägung gezogen. Stattdessen versetzten mehrere NATO-Länder am 24. Januar 2022 ihre Armeen in erhöhte Kampfbereitschaft und verlegten zusätzliche Truppen nach Osteuropa.

Am 24. Januar 2022 kündigte die EU-Kommission ein außerordentliches Finanzhilfepaket für die Ukraine im Wert von 1,2 Milliarden Euro im Zusammenhang mit einem möglichen Konflikt mit Russland an. Nach vier Tagen bewilligten die USA zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine im Wert von 200 Millionen US-Dollar.

Ende Januar 2022 bestätigte die US-Administration, dass Transport- und Kampfhubschrauber vom Typ Mi-17 aus russischer Produktion, die zuvor in Russland für die Afghanistan-Mission gekauft worden waren, an die Ukraine geliefert werden.

Am 1. Februar 2022 kündigte Warschau die Lieferungen von Artilleriegranaten, Grom-Luftabwehrkomplexen, Minenwerfern, Aufklärungsdrohnen und sonstigen Waffen an die Ukraine an. Am 6. Februar kamen über 100 britische SAS-Kämpfer in die Ukraine, die sich auf Sabotage und Terror spezialisierten, um Kämpfer des ukrainischen Militärs auszubilden.

Am 11. Februar 2022 lehnten ukrainische Vertreter auf einem Treffen der Berater Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der USA offiziell die Einhaltung der Minsker Abkommen ab. Am gleichen Tag behauptete US-Präsident Joe Biden bei einer Online-Konferenz mit den Führern der EU und der NATO, dass “Putin am 16. Februar eine Offensive” beginnen werde. Nach dieser Ankündigung wiesen viele Länder ihren Beobachter an, die Ukraine binnen weniger Tage zu verlassen.

Am 16. Februar 2022 begann das ukrainische Militär einen massiven Artillerieangriff gegen die Stellungen der Volksmilizen der Donezker und Lugansker Volksrepubliken (DVR und LVR) entlang der gesamten Kontaktlinie. Seit dem 17. Februar gingen ukrainische Truppen in die Offensive. Am 18. Februar erklärten Donezk und Lugansk, dass die Gefahr eines tiefen Durchbruchs bestehe, und begannen, die Zivilbevölkerung nach Russland zu evakuieren. Der ukrainische Truppenverband im Donbass hatte eine dreifache Überzahl an Personal, die nach allen Regeln für eine erfolgreiche Offensive notwendig ist. Die technische Übermacht war noch größer.

Es gibt alle Gründe zur Annahme, dass sich die Pläne Kiews und des Westens nicht auf eine Vernichtung der Donbass-Republiken beschränkten. Sie waren sich nicht sicher, dass dies Russland zwingen würde, in einen direkten Konflikt einzutreten – was sie mit allen Kräften anstrebten – und planten daher einen Überfall auf russisches Territorium, darunter im Gebiet Rostow und auf der Krim. Von der Existenz dieser Pläne berichtete unter anderem das Oberhaupt der DVR, Denis Puschilin, und verwies dabei auf Karten, die in den befreiten Bezirken des Donbass erbeutet wurden.

Dazu lässt sich hinzufügen, dass in der Nacht auf den 21. Februar 2022 zwei ukrainische Sabotagetrupps auf Panzerfahrzeugen versuchten, auf russisches Territorium im Gebiet Rostow aus Richtungen Lugansk und Mariupol durchzubrechen. Der erste Trupp, der mit zwei Schützenpanzern bewaffnet war, wurde durch russische Grenzwächter aufgerieben, der zweite durch Kämpfer der Volksmiliz der DVR. Die Ereignisse zeigten deutlich, dass dies Erkundungsvorstöße waren. Kiew, das vom Westen angespornt wurde, versuchte, die Kampfhandlungen auf russisches Territorium zu verlagern.

Es ist gar nicht sicher, dass, falls das ukrainische Militär Erfolge erzielt hätte und Russland gezwungen gewesen wäre, Truppen von anderen Abschnitten zur Abwehr der Invasion zu verlegen, die NATO im Abseits geblieben wäre. Intensive Kriegsvorbereitungen des Blocks und Truppenaufmärsche an russischen Grenzen zeugten von der Gefahr, die über den russischen Westgrenzen und Weißrussland hing.

Am 29. Januar 2022 kündigte Großbritannien die Verlegung von zusätzlichen Truppen nach Estland und in andere Länder an der NATO-Ostflanke an. Am 2. Februar meldete das Pentagon die Aufstockung der eigenen Truppenkontingente in Rumänien, Polen und Deutschland. Am 4. Februar gab Warschau an, zum Empfang einer Kampfgruppe der 82. Luftlandedivision der US-Armee in Brigadestärke bereit zu sein. Die russische Aufklärung berichtete auch von anderen intensiven Kriegsvorbereitungen der Allianz an russischen Grenzen.

Alles zeugte davon, dass es einen Krieg geben würde. Freilich gab der Kreml Kiew eine weitere Chance, einen direkten Konflikt zu vermeiden – die Donezker und Lugansker Volksrepubliken wurden als unabhängige Staaten anerkannt, und Russlands Präsident Wladimir Putin ordnete die Armee an, den Frieden in der DVR und LVR zu sichern. Doch leider konnte dies das Kiewer Regime nicht mehr aufhalten, und am 24. Februar 2022 unternahm Russland nicht einen Präventiv-, sondern einen Gegenangriff.

Dass diese Entscheidung erzwungen sowie in vielerlei Hinsicht improvisiert und nicht geplant war, belegt die Tatsache, dass der am Anfang der Sonderoperation eingesetzte russische Truppenverband mit 120.000 Mann zweimal kleiner war, als allein die ukrainische Armee mit 255.000 Mann, Nationalgarde und Territorialverteidigung nicht mitgerechnet. Anders ging es nicht – andere bedrohte Abschnitte zu schwächen, war gefährlich.

Doch Kiew rechnete offensichtlich nicht mit einer russischen Offensive, vor allem im Süden und Norden, und der Überraschungseffekt zerstörte die ukrainischen Pläne. Es ist bezeichnend, dass, während das ukrainische Militär im Donbass starke Verteidigungsanlagen aufgebaut hat, es im Süden praktisch keine Befestigungen gab – das Kiewer Regime rechnete dort nicht mit einer Defensive, sondern mit einer Offensive gegen die Krim, und ein Angriff von der Halbinsel wurde für es zu einer völligen Überraschung.

Im Rückblick auf die tragische Erfahrung der Bewohner der Grenzbezirke des Gebiets Kursk kann man sich ausmalen, was die Zivilisten auf der Krim und in den Donbass-Republiken erwartet hätte, wenn sie von ukrainischen Truppen besetzt worden wären und wenn Moskau mit einem Gegenschlag gezögert hätte. Die Kampfhandlungen würden indessen nicht in den Gebieten Charkow, Sumy und Dnjepropetrowsk, sondern in “alten” russischen Regionen laufen.

In einer Ansprache an das russische Volk am 21. Februar 2022 erklärte Russlands Präsident:

“Präsidenten und Rada-Abgeordnete wechseln sich ab, doch das Wesen, der aggressive, nationalistische Charakter des eigentlichen Regimes, das in Kiew an die Macht kam, ändert sich nicht. Es ist voll und ganz ein Produkt des Staatsstreichs von 2014.”

Diese Worte bleiben bis heute aktuell.

Und tatsächlich: Die ukrainische Wirtschaft ist zerstört, das Land von einer ungeheuren demografischen Krise geplagt, das Energiesystem liegt in Trümmern, doch das Kiewer Regime versucht selbst an der Schwelle seines Untergangs, Russland zu schaden, und scheut dabei nicht einmal vor Terror zurück. Das zerstreut ein weiteres Mal die Zweifel an der Notwendigkeit der Sonderoperation.

Sicher gelang es nicht, im Frühling 2022 schnell einen Frieden zu erzwingen. Doch heute rottet Russland, und vor allem seine Armee, Tag für Tag das Böse in der Ukraine aus, das in seinem Hass bereit ist, alles Russische sowohl im Inland als auch im Ausland zu vernichten.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung Wsgljad am 24. Februar.

Boris Dscherelijewski ist ein russischer Militärexperte.

Mehr zum Thema – Das Jahr 2026 wird ein Schicksalsjahr für die militärische Sonderoperation Russlands



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Tags: dereinemgeduldeteGegenschlaglangerusslandsichSonderoperationukrainevor
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