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Selenskijs Bande nun in zwei Lager geteilt – In einem sitzen die etwas Klügeren

rtnews by rtnews
22/02/2026
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Eine Spaltung des Kiewer Regimes entlang dieser oder jener Grenzen ist an und für sich nichts Neues. Doch nun ist auch Selenskijs eigener Machtapparat davon betroffen – und eine Seite scheint bereit, die Realität an der Front und in der Außenpolitik anzuerkennen. Das verschlechtert seine Lage nochmals.

Von Dmitri Bawyrin

Eine weitere Runde der Verhandlungen zu einer Beilegung des Ukraine-Konflikts ist abgeschlossen. Eine weitere wurde angekündigt, noch ohne konkreten Termin oder Ort. Vertreter aller drei beteiligten Parteien – Russlands, der Ukraine und der USA – geben sich öffentlich erneut äußerst wortkarg und geheißen nicht, einen Durchbruch zu erwarten. Nur Moskau und Kiew sind sich in einem Punkt einig: Sie kommen miteinander nicht wirklich zurecht.

Wladimir Medinski, der Leiter der russischen Delegation und ein Berater des Präsidenten Putin, bezeichnete das Treffen als “kompliziert, aber sachbezogen”, während der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, der ehemalige Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes und Terrorist Kirill Budanow, es als “nicht einfach, aber wichtig” bezeichnete. Ob es für die ukrainische Seite tatsächlich so wichtig war, muss diese erst noch beweisen, denn Budanows Vorgesetzter, Wladimir Selenskij, demonstriert eine gegenteilige Einstellung dazu: Mitten in den Verhandlungen bekräftigte er erneut, dass das Volk der Ukraine ihn weder verstehen noch ihm verzeihen würde, falls die ukrainischen Streitkräfte den Donbass kampflos aufgeben sollten – daher werde dies also niemals geschehen.

Folglich wird es aber auch keinen Friedensvertrag geben. Ohne ein Ende der noch bestehenden ukrainischen Besatzung eines Teilgebietes des russischen Donbass wird bei künftigen Friedensgesprächen nur weiter um den heißen Brei geredet werden – nur ihr Ziel werden sie nicht erreichen. Russlands Armee wird ihr Ziel hingegen sehr wohl erreichen, früher oder später. Das Ende des militärischen Konflikts wird eher damit verknüpft sein als mit einem diplomatischen Durchbruch. Zumindest solange das gegenwärtige Regime in Kiew fortbesteht.

Viele argumentieren jedoch neuerdings, dass dieses Regime nicht mehr geeint ist. Selbst das ukrainische Verhandlungsteam ist laut der britischen Zeitung The Economist gespalten, und Budanow sei der inoffizielle Anführer jenes Teils, der ein Abkommen um den Preis von Zugeständnissen erzielen will – solange die Amerikaner dies anbieten –, da sich die Lage später nur verschlimmern würde. Diejenigen aber, die mit Budanows Vorgänger an der Spitze des Präsidialamtes und Feind in Selenskijs Apparat, Andrei Jermak, verbunden sind, haben beschlossen, den Prozess in die Länge zu ziehen und Russland in den wichtigsten Fragen nicht nachzugeben. Mit anderen Worten: Sie vertreten Selenskij in einem höheren Maße als der Chef von Selenskijs eigenem Präsidialamt.

Derlei Informationen aus britischen Medien wären an sich ja wenig wert (die britische Presse ist im Allgemeinen unzuverlässig), doch Budanow gilt seit Langem überhaupt als einer der Ukrainer, die erkannt haben, dass der Konflikt beendet werden muss, solange es überhaupt noch etwas zu retten gibt. Er ist keineswegs ein Teil einer “Friedenspartei” – sondern eher eine Partei für sich, die sich des Ausmaßes ihrer eigenen Stärken und Schwächen nüchtern bewusst ist. Für die Ukraine überhaupt und insbesondere für ihre Führung ist dies schon eine rare Qualität, doch Budanow muss schon von Berufs wegen so eingestellt sein: Vor Selenskijs Präsidialamt leitete er die Hauptdirektion für Aufklärung beim ukrainischen Verteidigungsministerium (GUR), also den ukrainischen Militärgeheimdienst. Beruflich ist er Geheimdienstoffizier, ein recht erfahrener, der an Sabotageakten beteiligt war und seiner 40 Jahre und seinem Spitznamen im Volk, “Mamas Milchbrötchen”, zum Trotz ein überzeugter und erfahrener Russlandfeind ist. Er ist ein Radikaler, ein Terrorist, ein Extremist – jedenfalls nicht etwa ein Standup–Wettbewerbskomiker wie Selenskij, Filmproduzent wie Jermak oder kreativer Spezialist für soziale Netzwerke wie der jetzige Verteidigungsminister der Ukraine, Michail Fjodorow, der im Wahlkampfteam Selenskijs für das Social-Media-Management zuständig war.

Vor fünf Jahren fand sich die Ukraine unter der vollständigen Kontrolle von Leuten wieder, die fest davon überzeugt waren, dass sich jedes Problem durch PR, Werbung oder gar bloße Witzeleien lösen ließe und dass das Geld aus der Nachttischschublade komme (in die der Sponsor es regelmäßig und bündelweise hinterlegt). Charakterlich bedingte Arroganz und intellektuelle Beschränktheit wurden beide durch Drogenmissbrauch noch verstärkt.

Parallel dazu wurde schwarze Magie praktiziert, die zwar für sich genommen nicht wirkt, aber dafür den Wahnsinn nur noch ungehemmter walten lässt. Jermaks ehemalige Assistentin etwa berichtete von Ukraine-Tourneen ausländischer Schamanen, von Zauber mit von Leichen abgewaschenem Wasser und dem Sammeln von Puppen für Voodoo-Rituale. Ihre Aussagen werden von Ergebnissen einer Durchsuchung bei Selenskijs nunmehr ehemaligem Präsidialamtsleiter Jermak untermauert – bei dem zahlreiche okkulte Gegenstände gefunden wurden.

Der Teufel half Jermak zwar nicht, die von Washington beauftragten Ermittler der Antikorruptionsbehörde NABU abzuwehren und auch nicht, seinem Rücktritt unter deren Druck vorzubeugen, doch Selenskij klammerte sich bis zum bitteren Ende an seinen “grünen Kardinal” – war dieser doch der eigentliche Leiter des in der Ukraine errichteten Machtsystems. Budanow aber galt als Einziger in diesem System als derjenige, der seinem Chef unangenehme Wahrheiten überbringen durfte – und dabei Jermak einfach umging. Neben Terror ist genau diese Funktion seine Spezialität, und nicht die Konstruktion einer alternativen, angenehmeren Realität – sei diese im Informationsraum, vollständig virtuell oder auf dem hormonellen Zustand Selenskijs begründet. Und wer seine gesamte Karriere damit verbracht hat, die Stärken und Schwächen des Gegners zu analysieren, der akzeptiert auch die Unvermeidbarkeit einer Niederlage deutlich schneller als jene, die es gewohnt sind, andauernd zu blödeln.

Die Tatsache, dass Jermak durch seinen Erzfeind Budanow ersetzt wurde, erschien am ehesten als Selenskijs Versuch, seinen Sessel zu sichern: Selbst nach den Berechnungen der ukrainischen Hofsoziologen ist der ehemalige Chef der Hauptdirektion für Aufklärung beliebter als der selbst ernannte Präsident und würde ihn voraussichtlich in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl besiegen (aber beide von ihnen würden gegen den ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Waleri Saluschny, verlieren).

Der für seine Paranoia bekannte Halbstarke aus Kriwoi Rog erkannte ganz klar die Vorteile darin, sich Budanows Treue zu sichern und ihn in seiner Nähe zu halten – auch wenn dieser in Selenskijs KVN-Team, seinen Drogenbuden und Hexenzirkeln ein Außenseiter ist.

Neben Budanow gehört David Arachamija, der Anführer der präsidentenfreundlichen Abgeordneten im ukrainischen Landesparlament, nahezu mit Sicherheit auch zur Fraktion der Realisten im ukrainischen Verhandlungsteam. Auch er ist Russophob, wirkte jedoch nie besonders militant und spürt zudem nun auch noch Druck von unten – eine ganze Reihe von Abgeordneten sind schon lange bereit, gegen Selenskij zu rebellieren, und haben es satt, dies immer wieder nur andeuten zu können.

Was die Führungsfiguren der “Kriegsfalken-Partei” betrifft, so ist neben Selenskij selbst auch der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Rustem Umerow, zu nennen. Er ist denn wohl der wahrscheinlichste Kandidat, das nächste Opfer der NABU-Ermittler zu werden, die auch Jermaks glänzende Karriere so jäh unterbrachen. Es gibt Grund zu der Annahme, dass die Ermittlungen derzeit unmittelbar von Washington aus gesteuert werden. Umerows politische Leiche ist daher ein Indiz für den US-Druck auf die Ukraine.

Das Problem praktischer Diplomatie ist, dass sich zunächst nur Umerow zu holen, einen ziemlichen Umweg bedeutet: Holen muss man sich nämlich niemand anderen als Selenskij. Falls Budanow tatsächlich versucht hat, ihn zum Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dem Donbass zu überreden, ist er eindeutig gescheitert – und wird es wohl auch nicht mehr schaffen. Beide eint zwar ihr Hass auf Russland, aber sie sorgen sich um durchaus unterschiedliche Dinge.

Eben aufgrund seines Berufes, der ihn daran hindert, den bevorstehenden Zusammenbruch zu leugnen, kann der ehemalige GUR-Chef zwischen mehr oder weniger akzeptablen Zukunftsszenarien wählen. Es würde an dieser Stelle viel zu viel Zeit und Text in Anspruch nehmen, die Funktionsweise der entsprechenden Mechanismen zu erklären, aber sie funktionieren ja: Selbst der Chef von Hitlers Geheimdienst, Walter Schellenberg, entging zu seiner Zeit der Verantwortung – von weitaus weniger finsteren Kollegen aus anderen Ländern und Epochen ganz zu schweigen.

Für Selenskij aber gibt es einfach keine guten Optionen mehr: Gibt er den Donbass auf, werden die Bandera-Nazis ihn auf die Mistgabeln heben, aber ganz fix – und wenn er den Donbass nicht loslässt, wird er unter den Trümmern der Ukraine begraben werden. Und selbst falls ihm die Flucht gelingt, wird er den kärglichen Rest seines Lebens in ständiger Angst fristen müssen – als jemand, der zu viele Fehler begangen hat, zu viel weiß und zu vielen das Leben mindestens schwer gemacht hat (in unterschiedlichem Maße das Leben eines ganzen Kontinents).

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei “RIA Nowosti” am 19. Februar 2026.

Dmitri Bawyrin ist Journalist, Publizist und Politologe mit den Interessenschwerpunkten USA, Balkan und nicht anerkannte Staaten. Er arbeitete fast 20 Jahre als Polittechnologe in russischen Wahlkampagnen unterschiedlicher Ebenen. Er verfasst Kommentare für die russischen Medien “Wsgljad”, “RIA Nowosti” und “Regnum” und arbeitet mit zahlreichen Medien zusammen.

Mehr zum Thema – Der Oligarch (Teil 2): Wer Selenskij zum Präsidenten machte und die Ukraine in den Krieg trieb



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