
Aus Sachsen wird ein Höchststand der freiwilligen Ausreisen von Schutzsuchenden für das Jahr 2025 gemeldet. So haben nach Angaben der Landesdirektion Sachsen 1.588 Personen das Bundesland aus freien Stücken verlassen, was einen Anstieg um mehr als 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Im Jahr 2024 wurden lediglich 950 freiwillige Ausreisen verzeichnet.
Allerdings war die Größenordnung der zwangsweise erfolgten Abschiebungen auf einem vergleichbaren Niveau: Im Jahr 2025 waren es 915 Personen, wohingegen 936 Personen im Jahr 2024 abgeschoben wurden. Darunter befanden sich im Jahr 2025 “mindestens 307” rechtskräftig verurteilte Straftäter, was einen Anteil von 33,5 Prozent ausmacht, wie die Ostdeutsche Allgemeine (OAZ) berichtet.
Dabei wurden rein aufenthaltsrechtliche Delikte wie die unerlaubte Einreise oder der unerlaubte Aufenthalt nicht einmal mitgezählt. An der Spitze der Zielländer für Rückführungen stehen Georgien, die Türkei, Tunesien, Marokko sowie Indien.
Dass die Zahl der Abschiebungen stagniert, führt die Landesdirektion Sachsen auf die Tatsache zurück, dass viele Ausreisepflichtige nach einem gescheiterten Asylverfahren das Land von sich aus verlassen würden. Zu dem Höchststand bei freiwilligen Ausreisen sei auch darauf zurückzuführen, dass Beratungs- und Unterstützungsangebote verstärkt wurden.
Im vergangenen Jahr hätten, so die OAZ, insgesamt 12.736 Nicht-EU-Ausländer Sachsen verlassen; unter ihnen 2.621 Ukrainer, 901 Türken, 740 Inder und 729 Syrer.
Asylzugänge gehen zurück
Für das Jahr 2025 verzeichneten die sächsischen Behörden einen starken Rückgang der Schutzsuchenden. Es wurden 5.189 Personen registriert – im Unterschied zu 10.120 Personen im Vorjahr. Bei den Asylzugängen liegen Venezuela, Afghanistan, Syrien und Pakistan sowie die Türkei an der Spitze der Herkunftsländer.
Gegenläufig stellt sich die Entwicklung bei Asylsuchenden aus der Ukraine dar. Im Jahr 2025 wurden in Sachsen 5.942 Personen aus der Ukraine in den Aufnahmeeinrichtungen des Freistaates aufgenommen, was mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2024 bedeutet (1.912 Personen). Insgesamt seien 8.380 Flüchtlinge aus der Ukraine im Jahr 2025 nach Sachsen gekommen, was einen leichten Rückgang zum Vorjahr darstellt (8.595 Personen). Für den Jahreswechsel wird die Zahl der ukrainischen Schutzsuchenden in Sachsen mit 70.164 angegeben.
Sachsen unterhält in Dresden, Chemnitz und Leipzig insgesamt zwölf Aufnahmeeinrichtungen mit 4.511 Plätzen für Asylbewerber, die in Betrieb sind. Hinzu kommen einzelne Standorte, die vorübergehend stillgelegt wurden, aber bei Bedarf wieder aktiviert werden können.
Sachsen will Druck erhöhen
Für den 31. Dezember 2025 werden folgende Zahlen angegeben: 25.524 Personen in Sachsen befanden sich im Asylverfahren, von denen wiederum 12.527 “vollziehbar ausreisepflichtig” waren. Allerdings besaßen 10.633 Personen aus letzterer Gruppe eine sogenannte Duldung. Damit ist eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung gemeint, etwa wegen fehlender Reisedokumente. Dazu zitiert die OAZ den sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) mit seiner Aussage vom Dienstag:
“Damit wir den Druck bei bestimmten Ausreisepflichtigen noch einmal spürbar erhöhen können, brauchen wir das Instrument der Beugehaft.”
Die Zahlen der Schutzsuchenden in Sachsen entsprechen in der Tendenz der Entwicklung in Gesamtdeutschland sowie im Vergleich zum Vorjahr. Laut der Auswertung der Rohdaten des Ausländerzentralregisters durch das Statistische Bundesamt gab es im Jahr 2025 ebenfalls einen leichten Rückgang (3.236.395 im Vergleich zu 3.304.705). Die Zahl der abgelehnten Schutzsuchenden ist hingegen leicht angestiegen: Im Jahr 2025 waren es 178.330, im Vorjahr 170.970.
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