
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat sich belustigt über die Geografiekenntnisse des französischen Präsidenten Emmanuel Macron geäußert. Macron hatte in einer Rede Indien und Brasilien zu “Ländern mittlerer Größe” gezählt.
“Ich habe die Nachricht verpasst, dass in Frankreich der Geografieunterricht abgeschafft wurde”, kommentierte Sacharowa diesen Patzer von Frankreichs Staatschef auf ihrem Telegram-Kanal.
Macron war diese Woche auf Asienreise und hatte in einem Auftritt vor Studenten in Seoul “mittelgroße Staaten” dazu aufgerufen, “zusammenzuarbeiten und sich der Hegemonie der USA und Chinas entgegenzustellen”. Laut Bloomberg richtete sich dieser Appell ausdrücklich an Japan, Südkorea, Australien, Brasilien, Kanada und Indien.
Macron wies zudem auf die “besondere Rolle Frankreichs in Europa” hin. Als einziges EU-Mitglied verfügt das Land über ein eigenes nukleares Arsenal und eine hochentwickelte Verteidigungsindustrie. Seit Jahren wirbt der französische Präsident dafür, Europa als eigenständigen geopolitischen Akteur zwischen den USA und China zu positionieren.
Faktencheck: Indien ist mit 3.287.259 Quadratkilometern Fläche fast sechsmal größer als Frankreich mit seinen 549.087 (643.801, wenn man die Kolonien mitrechnet) Quadratkilometern. Bei der Bevölkerung beträgt das Verhältnis der beiden Länder 20:1 – Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner, Frankreich weniger als 70 Millionen. Indien ist nach seiner Fläche der siebtgrößte Staat der Welt und der aktuell bevölkerungsreichste, seitdem es vor einigen Jahren China überholt hat.
Auch im Vergleich zu Brasilien wirkt Macrons “Reich” wie ein Zwerg: Brasilien ist mit 8,5 Millionen Quadratkilometern der fünftgrößte Staat der Erde und hat aktuell 212 Millionen Einwohner.
Frankreich belegt zusammen mit seinen überseeischen Kolonien unter den Ländern der Welt Rang 42 hinsichtlich der Fläche. Bezogen auf die Bevölkerung belegt es Platz 21, von dem es noch in diesem Jahr von Tansania verdrängt werden könnte.
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