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Regenbogentreppen und Deutschlandfarben: Der Kampf um den öffentlichen Raum

rtnews by rtnews
07/02/2026
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In Deutschland tobt ein Kampf um die ideologische Besetzung des Stadtbilds. Die bisherige Dominanz der woken Regenbogen-Ideologie erfährt zunehmend Widerspruch. Dies zeigen heimliche Übermalungsaktionen wie im sauerländischen Arnsberg.

Von Astrid Sigena

Es ist wieder geschehen. Unbekannte übermalten in der Nacht zum 1. Februar die Regenbogentreppe im Arnsberger Stadtteil Neheim mit den Farben Schwarz-Rot-Gold. Bereits im vergangenen Sommer war die zum Neheimer Busbahnhof führende bunte Treppe schwarz beschmiert und danach wiederhergestellt worden. Es handelt sich bei der Regenbogenbemalung um ein Schulprojekt des örtlichen Gymnasiums Laurentianum für “Offenheit, Vielfalt und Toleranz”, entstanden im Rahmen der Projektwoche “Schule ohne Rassismus” mit dem Segen der örtlichen Behörden.

Die Stadt hat mittlerweile Anzeige gegen unbekannt erstellt und die Deutschlandfarben mit dem Hochdruckreiniger entfernen lassen. Denn die unerbetene schwarz-rot-goldene Umgestaltung stelle – so die Arnsberger Stadtverwaltung – “eine Veränderung und Beschädigung öffentlichen Eigentums” dar, “die wir wie in allen Fällen grundsätzlich zur Anzeige bringen”. Die deutsche Nationalflagge stehe zwar für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde, sie dürfe aber nicht gegen andere Werte ausgespielt werden, verurteilte Arnsbergs SPD-Bürgermeister Ralf Paul Bittner die Aktion der Sprühguerilla. Bittners Appell lautet dementsprechend: “Arnsberg ist eine Stadt für alle. Vielfalt und Gleichberechtigung sind keine Gegensätze zu unserem Grundgesetz – sie sind dessen Ausdruck.”

Insbesondere die Grünen schäumten über die schwarz-rot-goldene Umgestaltung. Die Fraktionssprecherin der Arnsberger Grünen, Verena Verspohl, erklärte auf Instagram (mittlerweile auf privat gestellt, aber auf X und Facebook weiterhin hochgeladen), die Sprühaktion beinhalte “eine rechtsextreme Aussage”, die sich “gegen Vielfalt, gegen Queere, gegen Frieden, Freiheit und eine bunte Gesellschaft” richte und Nationalismus propagiere. Den Tätern gab sie den Ratschlag, sich doch Alice Weidel auf den Unterschenkel zu tätowieren: “Malt euch zu Hause in Nationalfarben ein, hängt euch die Fahne in den Garten, macht, was ihr wollt! Das ist mir völlig egal. Aber das ist der öffentliche Raum. Und das geht einfach überhaupt nicht.” Eine solche Aktion sei die “niedrigste Form von Stolz”.

Auf der Suche nach Metaphern, die ihrer Empörung Ausdruck verleihen sollten, verließ die wackere Pädagogin ihr Sinn für Logik: “Und nebenbei ist es übrigens eine Schüler*innen-Arbeit – Schüler*innen-Gendersternchen-Arbeit, die hier mit Füßen getreten wird.” Es ist nun mal der Sinn und Zweck einer Treppe, beim Hinauf- und Hinabgehen mit Füßen getreten zu werden. Verena Verspohl stellte dies in ihrem Video auch selbst auf der mittlerweile schwarz-rot-goldenen Treppe unter Beweis.

Allerdings wirkt die deutsche Neigung, verehrungswürdige Farbsymbole – sei es der Regenbogen, seien es die Deutschlandfarben – auf dem Boden anzubringen, tatsächlich befremdlich. Immerhin kann dort jeder auf ihnen herumtrampeln oder sie sogar beschmutzen. Womöglich kommt dieses Befremden auch unbewusst bei Verspohls ungelenker Metapher zum Vorschein. Dasselbe Problem stellt sich auch bei den sogenannten Stolpersteinen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Und auch das Berliner Denkmal für die Opfer des Terroranschlags am Breitscheidplatz weist verdächtige Bodennähe auf. Deutschland hat offensichtlich das Gespür für würdige Denkmäler verloren.

Bei der Grünen-Politikerin Verena Verspohl handelt es sich übrigens um die frühere Stellvertretende Direktorin des Laurentianums – der Schule, die für die Buntbemalung der Bahnhofstreppe verantwortlich ist. Ihre Ehefrau Nina Verspohl ist am Laurentianum noch tätig, ebenfalls in der Schulleitung als Oberstufenkoordinatorin. Auch sie engagiert sich bei den Grünen. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, hier eine enge personelle Verzahnung zwischen Vielfaltspädagogik und Grüner Lokalpolitik anzunehmen. Medienberichten ist zu entnehmen, dass Nina Verspohl beim Treppenprojekt maßgeblich involviert war. Aber ganz offensichtlich gefallen bunte Treppen nicht jedem in Arnsberg.

Ähnliche Erfahrungen hatten bereits im vergangenen November die Düsseldorfer Grünen machen müssen, die sich zusammen mit der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung für eine “Regenbogenbank” stark gemacht hatten. Über Nacht wurde aus der “Regenbogenbank” eine “Deutschlandbank” in Schwarz-Rot-Gold. Da hilft es auch nichts, dass die Düsseldorfer Grünen auf ihrer Facebook-Seite lamentieren: “Wer eine Regenbogenbank überschmiert, zeigt keine Liebe zu unserem Land, sondern eine Haltung, die das Gegenteil unserer demokratischen Werte verkörpert.” Ganz offensichtlich wächst bei den Bürgern der Überdruss an woken Inszenierungen in der Öffentlichkeit, es kommt zu Gegenreaktionen, die sich nicht nur in Übermalungen, sondern auch im Anbringen von Deutschlandflaggen an Laternenpfosten und Brückengeländern äußern.

Dieser Überdruss ist nur allzu verständlich, denn die ideologische Inanspruchnahme des Stadtbildes von Seiten der Vielfaltspropaganda wirkt zunehmend totalitär. Man schreckt vor dem Begriff “Totalitarismus” zurück, aber wie soll man den ideologischen Zugriff auf Lebensbereiche, die an sich nichts mit der Politik zu tun haben und allen – ungeachtet der politischen Ausrichtung – zur Verfügung stehen sollten, sonst benennen? Ein wokes Fernsehprogramm kann der Konsument ausstellen, eine “Buntheit” und “Vielfalt” propagierende Zeitschrift abbestellen, einer bunten Bahnhofstreppe jedoch ist der Bürger ausgeliefert. Nichts anderes ist Totalitarismus. Zumal diese städtebaulichen Projekte meist keinesfalls so menschenfreundlich sind, wie sie sich den Anschein geben.

Ein weiteres Beispiel dafür sind die Bänke, die wahlweise keinen Platz für Antisemitismus, Rassismus oder Ausgrenzung bieten wollen. Um dieses Anliegen auch optisch deutlich zu machen, fehlt ihnen ein Stück der Sitzfläche. Und wer wollte der Aufstellung einer solchen Bank widersprechen, ohne sich selber den Vorwurf zuzuziehen, Antisemitismus, Rassismus oder Ausgrenzung das Wort reden zu wollen? Auch das wieder ein Zeichen für Totalitarismus, denn letztendlich hat der polit-mediale Komplex die Entscheidungshoheit über die Definition von “Ausgrenzung”, “Rassismus” oder “Antisemitismus” – eine Deutungsmacht, die dieser Komplex gern zur Stigmatisierung abweichender Meinungen missbraucht.

Dass man diese Bänke selten benutzt findet, ist daher kein Zeichen für die weite Verbreitung niedriger Ressentiments, sondern ehrt die Deutschen: Ganz offensichtlich riechen sie den Braten, dass diese Bänke der ideologischen Manipulation dienen. Und auch die Verlogenheit, die hinter diesen Bänken steht: Denn gerade den Anspruch, Ausgrenzung zu bekämpfen, erfüllen sie nicht, sondern grenzen selber aus: Nicht nur “Antisemiten” und “Rassisten”, deren Anwesenheit nicht erwünscht ist, sondern die Schwächsten der Schwachen, die Obdachlosen.

Die verkürzte Sitzfläche der Bänke ist nämlich typisch für das sogenannte “hostile design“: Es soll dazu dienen, dass sich auf einer solchen Bank kein Obdachloser für die Nacht niederlassen kann. Da die Bekämpfung von Wohnungsknappheit und der daraus resultierenden Obdachlosigkeit zu mühselig ist, beschränken sich die Kommunen eben auf die Symptombekämpfung. Und gestalten den öffentlichen Raum so unwirtlich wie möglich für Obdachlose – auch wenn man es offiziell nicht gern zugibt. Eine derart ausgrenzende Bank auch noch als “inklusiv” und “tolerant” darzustellen, grenzt an Verhöhnung. Da hilft es dann auch nichts, wenn diese Bänke aus Werkstätten für Behinderte stammen.

Letztendlich verweisen sowohl die regenbogenbunte Ausgestaltung der Innenstädte, die mit offiziellem Segen erfolgt, als auch die illegale Umgestaltung und Schmückung des öffentlichen Raumes mit den Farben Schwarz-Rot-Gold als Gegenreaktion auf eine tiefe Spaltung der deutschen Gesellschaft. Ganz offensichtlich kann man sich nicht – wie in anderen Ländern – trotz aller politischen Unterschiede auf eine gemeinsame Symbolik einigen. Diese feindselige Spaltung lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Noch hat die Regenbogenfraktion die Dominanz und kann ihre Projekte den Bürgern aufdrängen. Das kann sich jedoch ändern. Der Gegenschlag dürfte dann nicht weniger heftig ausfallen.

Mehr zum Thema – “Stolz darauf, intersexuell zu sein” – Canal Pride in Amsterdam



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Tags: denderDeutschlandfarbenKampföffentlichenRaumRegenbogentreppenund
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