
Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Interview mit dem Reporter Pawel Sarubin die Möglichkeit offengelassen, dass Russland die Gaslieferungen an die europäischen Märkte jetzt und nicht erst in einem Monat, wie es die EU wünscht, einstellt und sich auf andere Märkte konzentriert.
Der Präsident sagte im Wortlaut:
“Wie Sie gerade gesagt haben, planen sie (die EU – Anm. d. Red.) ohnehin, in einem Monat, am 24., dem letzten Tag, ab dem 25. Beschränkungen für den Kauf von russischem Gas, einschließlich Flüssiggas, einzuführen. Und in einem Jahr, 2027, sollen weitere Beschränkungen bis hin zu einem vollständigen Verbot folgen. Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, die Lieferungen auf den europäischen Markt sofort einzustellen. Wir sollten uns auf die sich öffnenden Märkte konzentrieren und dort Fuß fassen.”
Diese Entscheidung, unterstrich das russische Oberhaupt, sei nicht politisch, sondern eine rein wirtschaftlich motiviert.
Putin erinnerte in dem Interview zudem daran, dass derzeit Sabotageaktionen zur Sprengung der Pipelines TurkStream und Blue Stream vorbereitet werden. Er bezeichnete die Drohungen, Pipelines auf dem Grund des Schwarzen Meeres zu sprengen, als ein “sehr gefährliches Spiel” Kiews.
Thema im Interview war auch der Angriff auf einen russischen Gastanker im Mittelmeer. Diesen qualifizierte Putin als Terroranschlag.
Der Anstieg der Gaspreise auf dem europäischen Markt stehe aktuell in keinem direkten Zusammenhang mit russischen Lieferungen – diese wurden bislang von niemandem gekürzt. Der Preisanstieg sei vielmehr auf die allgemeine Lage auf den Weltmärkten zurückzuführen. Dagegen hänge der Anstieg der Ölpreise unter anderem mit den Beschränkungen für russisches Öl zusammen.
Der Präsident versprach, die Regierung zu beauftragen, gemeinsam mit den Unternehmen die Frage der Lieferungen von russischem Gas in vielversprechende Märkte zu klären.
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