
Nach Angaben des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán hat sein Land einen solch frostigen Januar seit einigen Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Am Mittwoch warb der Politiker vor einer Sitzung seines Kabinetts, die angesichts des kalten und schneereichen Wetters den Kommunalproblemen gewidmet war, für seinen Kurs in der Energiewirtschaft. Auf Facebook schrieb Orbán:
“Gerade in solchen Zeiten spüren wir, wie wertvoll die niedrigen Energiekosten sind, und es ist eine große Errungenschaft, dass wir selbst in der heutigen verrückten Welt weiterhin Zugriff auf günstige Erdöl- und Gaslieferungen aus Russland haben, die unser Land zum Funktionieren braucht.”
Seine Regierung werde weiterhin daran arbeiten, die Energiekosten zu senken. Dies sei die wichtigste Aufgabe der Kabinettssitzung am Mittwoch, betonte der Ministerpräsident.
Das EU-Binnenland betont immer wieder, dass es bislang auf die Brennstoffe aus Russland nicht verzichten kann, obwohl es seine Energiewirtschaft allmählich zu diversifizieren versucht. Budapest unterstützt daher nicht den Plan von Brüssel, bis Ende 2027 im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ein totales Verbot für Erdöl- und Gaslieferungen aus Russland zu verhängen.
Ungarn bezieht nach wie vor den Großteil seiner Erdölimporte über die Pipeline “Druschba”. Die Gaslieferungen erfolgen über einen Onshore-Arm der Pipeline “TurkStream”, der durch Bulgarien und Serbien verläuft. Nach Angaben des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó soll Ungarn bei Russland mehr als 8,5 Millionen Tonnen Erdöl und mehr als 7 Milliarden Kubikmeter Gas gekauft haben.
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