
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Mittwoch nach Washington, um sich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen. Ziel des Treffens ist es, Trump dazu zu bewegen, die aktuellen US-Gespräche mit Iran über dessen Nuklearprogramm auszuweiten. Israel will erreichen, dass diese Verhandlungen neben den nuklearen Aspekten auch Irans ballistische Raketenprogramme und die Unterstützung von Milizen wie der Hisbollah und der Hamas umfassen.
Das Treffen ist bereits das siebte zwischen den beiden seit Trumps Rückkehr ins Amt vor fast 13 Monaten.
Netanjahu befürchtet, dass sich die USA auf ein begrenztes Abkommen konzentrieren könnten, das nur die atomaren Aktivitäten Irans adressiert – das wäre für Israel nicht akzeptabel. Trump hat wiederholt betont, er wolle verhindern, dass Iran Atomwaffen oder Raketen erlangt, und spricht zugleich über mögliche weitere militärische Optionen.
In einer Entscheidung in letzter Minute sagte Netanjahu die Teilnahme des Kommandeurs der israelischen Luftwaffe, Generalmajor Omer Tischler, an den Gesprächen ab. Berichte, dass Tischler an der USA‑Reise teilnehmen würde, lösten Spekulationen aus, dass das kurzfristig von Netanjahu angefragte Treffen dazu dienen sollte, Pläne für einen US‑Angriff auf Iran zu koordinieren.
Ynet berichtete am Dienstag, dass Tischler nicht mitreiste, um Vorwürfen israelischer Kriegstreiberei vorzubeugen.
Unterdessen setzen Israel und die Vereinigten Staaten die Vorbereitungen auf eine mögliche iranische Vergeltung im Falle einer militärischen Eskalation fort. Die USA haben neue THAAD-Raketenabwehrsysteme in der Region, unter anderem in Jordanien, stationiert, um Israels Verteidigung zu stärken. Satellitenbilder zeigen, dass einige der bereits vorhandenen Systeme in der Region umpositioniert wurden, um potenzielle Raketen aus Iran abzufangen.
Eine diplomatische Quelle erklärte, dass Netanjahu dem US-Präsidenten die neuesten “Geheimdienstinformationen” über die Entwicklung iranischer Raketen und deren Bedrohung für Israel, den Nahen Osten und sogar Europa präsentieren wird.
Innerhalb der israelischen Führung herrscht vor allem große Skepsis gegenüber Witkoff, einem engen Vertrauten Trumps, der damit beauftragt ist, Abkommen zu vermitteln und Konflikte zu verhindern. Israels Führung befürchtet, dass Witkoff die Stimmen anderer in Trumps Umfeld übertönt, die ein militärisches Vorgehen gegen Iran befürworten.
US‑Präsident Donald Trump hatte unter anderem in einem Interview gesagt, dass die USA in Erwägung ziehen könnten, eine zweite Flugzeugträger‑Kampfgruppe in den Nahen Osten zu schicken, falls die aktuellen Gespräche mit Iran kein Ergebnis bringen.
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