
Israel hat gestern das Gelände und die Gebäude innerhalb des Hauptquartiers der “Organisation der Vereinten Nationen für Hilfe und Arbeit für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten” (UNRWA) im besetzten Ostjerusalem zerstört und abgerissen, um damit das brutale Agieren der Netanjahu-Administration gegen humanitäre Organisationen, die den Palästinensern im Gazastreifen dringend benötigte Hilfe leisten, symbolisch zu bestätigen.
Die UNRWA erklärte zu dem Ereignis und Vorgehen am Dienstag in einer Stellungnahme, dass israelische Streitkräfte diverse letzte Geräte von Mitarbeitern beschlagnahmt und diese aus ihrem Hauptquartier im Stadtteil Sheikh Jarrah vertrieben hätten. Zuvor war Anfang Dezember des Vorjahres eine Razzia erfolgt, wobei als unmissverständliche Machtdemonstration die UN-Flagge auf dem UNRWA-Gebäude heruntergenommen und durch eine israelische ersetzt wurde.
Auf X lautete die UNRWA-Erklärung zu den Zerstörungen:
“Bulldozer drangen auf das Gelände ein und begannen unter den Augen von Gesetzgebern und einem Regierungsmitglied mit der Zerstörung von Gebäuden auf dem Gelände. Dies stellt einen beispiellosen Angriff auf eine Einrichtung der Vereinten Nationen und deren Räumlichkeiten dar.”
“A new level of open and deliberate defiance of international law, including of the privileges and immunities of the United Nations, by the State of Israel.Early this morning, Israeli forces stormed the UNRWA Headquarters, a United Nations site, in East Jerusalem. Bulldozers… pic.twitter.com/mKHg30KG7p
— UNRWA (@UNRWA) January 20, 2026
Die Netanjahu-Administration erteilte erstmalig im Oktober 2024 der UNRWA das offizielle Verbot “auf israelischem Gebiet wie auch in den besetzten palästinensischen Gebieten” tätig zu werden. Zum Jahresbeginn 2025 erfolgte dann die erste Aufforderung, die Jerusalemer Filiale dauerhaft zu schließen. Dazu heißt es in UNRWA-Stellungnahme:
“Dies [die Zerstörung] ist eine direkte Folge der im Dezember [2025] vom israelischen Parlament verabschiedeten Gesetzgebung, mit der die bestehenden Anti-UNRWA-Gesetze aus dem Jahr 2024 verschärft wurden.”
Das Gelände war laut israelischen Medien das zentrale Hauptquartier, von dem aus alle Aktivitäten der Organisation im Westjordanland und in Jerusalem geleitet wurden. Zudem sei “die wichtigste logistische Infrastruktur der UNRWA in diesem Gebäude konzentriert” gewesen, so die Jerusalem Post berichtend.
UNRWA-Chef Philippe Lazzarini erklärte ebenfalls auf das Ereignis reagierend, dass das Vorgehen “ein beispielloser Angriff auf eine UN-Organisation und deren Einrichtungen” darstelle.
Die israelischen Verantwortlichen teilten zu dem Einsatz mit, die Jerusalemer Behörden hätten rein auf Grundlage des Gesetzes gehandelt, als sie das rund 4,6 Hektar große Organisationsgelände in ihren Besitz nahmen. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums erklärte laut Medien, der Staat Israel sei Eigentümer des Geländes. Die UNRWA als Nutzer genieße dabei “keinerlei Immunität, und die Beschlagnahmung durch die israelischen Behörden erfolgte im Einklang mit israelischem wie auch internationalem Recht”.
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