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Nach der Zerstörung von Flüchtlingslagern führt Israel Krieg gegen Städte im Westjordanland

rtnews by rtnews
29/11/2025
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Mit einer massiven Militäroperation verstärkt Israel aktuell seine Versuche, die vollständige Kontrolle über das Westjordanland zu erlangen. Parallel laufen Bemühungen um die Verabschiedung von Annexionsgesetzen, die es Siedlern ermöglichen, palästinensisches Land in Besitz zu nehmen.

Von Ahmad al-Abed

Die Besatzungsmacht startete am Morgen des 26. November einen Angriff auf Tubas im Norden des Westjordanlands. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es eine der massivsten Operationen der letzten Jahre sein könnte. Das Ausmaß der militärischen Mobilisierung in der Stadt und den umliegenden Ortschaften lässt auf eine groß angelegte Kampagne schließen.

Der Gouverneur von Tubas, Ahmad Asaad, sagte in einer kurzen Erklärung nach der Ankündigung der Operation, dass sie darauf abziele, “eine neue Realität durchzusetzen, indem palästinensisches Land beschlagnahmt, die Verbindungen des Gouvernements lahmgelegt und seine Infrastruktur zerstört wird”.

Vor mehr als zehn Monaten begannen israelische Streitkräfte eine zeitlich unbegrenzte Militäroperation in den Städten Tulkarm und Dschenin. Diese führte zur Zerstörung der Flüchtlingslager von Dschenin, Tulkarm und Nur Shams, zur Vertreibung von mehr als 40.000 Flüchtlingen, zur Zerstörung von Hunderten von Häusern und zur Demolierung der Infrastruktur.

Seitdem stehen die Lager unter einer strengen Blockade, die die Bewohner daran hindert, zurückzukehren. Asaad äußerte die Befürchtung, dass Israel beabsichtigt, dieses Modell in Tubas zu wiederholen, insbesondere durch die Vertreibung der Bewohner des Lagers al-Faraa, als Teil eines umfassenderen israelischen Plans, das Recht auf Rückkehr für Flüchtlinge zu beseitigen.

Dasselbe Muster, das sich in der Stadt Tubas zeigt, ist auch in den benachbarten Städten Aqabah, Tammun und Tayasir sichtbar. Die israelischen Streitkräfte verhängten eine Ausgangssperre über Tammun, kappten die Stromversorgung der Stadt und stürmten ihre Viertel mit Dutzenden von gepanzerten Fahrzeugen unter Drohnenbegleitung. Mehrere Familien wurden aus ihren Häusern vertrieben, die in Militärposten umgewandelt wurden.

In den frühen Morgenstunden der Operation nahmen israelische Soldaten mehrere Palästinenser fest und griffen andere an. Nach Angaben der Gesellschaft des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS) versorgten die Teams zehn durch schwere Schläge verletzte Personen, von denen vier in ein Krankenhaus gebracht wurden. Die PRCS fügte hinzu, dass sie 30 Patienten transportiert habe, darunter 20, die eine Dialyse benötigten, sowie die Leiche eines verstorbenen Patienten. Dabei seien ihre Teams wiederholt behindert worden. Am Abend berichtete die PRCS, dass ein älterer Mann in Tubas angegriffen worden sei, dass israelische Soldaten ihre Teams daran gehindert hätten, ein Kind mit Verbrennungen in Tayasir zu erreichen, und dass Truppen eine verletzte Person aus einem Krankenwagen in Tammun festgenommen hätten.

Vor diesen Vorfällen hatten israelische Streitkräfte zahlreiche Häuser gestürmt, geplündert und deren Inhalt verwüstet. Bulldozer versperrten mehrere Straßen in Tubas, Aqabah und Tammun mit Sandsäcken, während die Beschränkungen an den nahe gelegenen Militärkontrollpunkten Tayasir und Hamra verschärft wurden und zahlreiche Hubschrauber im Einsatz waren. Die israelischen Streitkräfte erklärten in einer Stellungnahme, die Operation im Norden des Westjordanlands sei durch das ausgelöst worden, was sie als “Zunahme von Anschlagsversuchen” in den letzten Wochen bezeichneten.

Die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth berichtete, dass drei Militärbrigaden (Menasha, Shomron und die Kommandobrigade) an der Operation beteiligt waren, deren Ziel es laut der Zeitung sei, “die Kontrolle über das Gebiet zu verstärken”.

Laut Gouverneur Asaad informierten israelische Beamte die palästinensischen Behörden, dass die Militäraktion im Gouvernement mehrere Tage dauern würde und auf die Verfolgung palästinensischer Verdächtiger abziele. Asaad wies diese Behauptung zurück und erklärte, dass es in Tubas “keine gesuchten Personen” gebe. Er argumentierte, dass das eigentliche Motiv die geografische Lage in der Nähe des nördlichen Jordantals sei. Er fügte hinzu, dass die israelischen Verstärkungstruppen das tägliche Leben im gesamten Gouvernement praktisch lahmgelegt hätten.

Tubas spielte während der Zweiten Intifada (2000–2005) eine zentrale Rolle. Seit 2023 hat das Gebiet diese Rolle mit dem Aufstieg lokaler bewaffneter Gruppen, darunter das Tubas- und das Tammun-Bataillon, wiedererlangt, die ähnlichen Formationen in Dschenin und Tulkarm entsprechen. Trotz der umfangreichen Sicherheitspräsenz Israels, die durch die Nähe zur östlichen Grenze des historischen Palästinas geprägt ist, gab es in der Region mehrere bemerkenswerte Aktionen des Widerstands.

In den letzten zwei Jahren war die Provinz Tubas auch mit mehreren Militärangriffen konfrontiert, darunter die Operation “Iron Wall” im vergangenen Januar mit Luftangriffen und Attentaten. Bei einem der Angriffe in Tammun Anfang dieses Jahres wurden zehn Kämpfer getötet, darunter der Kommandeur des Tammun-Bataillons.

Die jüngste israelische Operation zielt auf fünf Hauptgebiete ab: Tubas, Tammun, Tayasir, Aqabah und das Lager al-Faraa. Israel bezeichnet dieses Gebiet als “Zone der fünf Ortschaften” und betrachtet es als ein einziges militärisches Ziel. Die allgemeinere Strategie Israels umfasst die Ausweitung der Siedlungen, die Beschleunigung der Landenteignung und die Verankerung der direkten israelischen Kontrolle mit dem Ziel, eine De-facto-Annexion zu erreichen, ohne diese offiziell zu erklären. Die derzeitige Eskalation in Tubas wird daher wahrscheinlich nicht die letzte sein.

Die Hamas verurteilte die israelische Operation und bezeichnete sie als Beweis für “die systematische Kriminalität, die von der extremistischen Besatzungsregierung als Teil einer erklärten Politik begangen werde, die darauf abziele, jede palästinensische Präsenz zu zerschlagen und die vollständige Kontrolle über das Westjordanland zu erlangen”. Die Bewegung erklärte, dass Maßnahmen wie Ausgangssperren und Bewegungseinschränkungen Teil der umfassenderen “Annexions- und Vertreibungspläne” Israels seien, die darauf abzielen, die Städte im Westjordanland in “belagerte, fragmentierte Enklaven” zu verwandeln und das normale Leben zu unterbinden. Die Hamas fügte hinzu, dass “die anhaltende Aggression den Willen des palästinensischen Volkes oder die Entschlossenheit des Widerstands nicht brechen wird”, und bekräftigte, dass die Palästinenser “das Projekt der kolonialen Herrschaft” weiterhin zurückweisen werden.

Die palästinensische Islamische Dschihad-Bewegung verurteilte die Operation ebenfalls und bezeichnete sie als “einen neuen systematischen Angriff auf unser Volk, Teil eines Plans, das Westjordanland seiner Bewohner zu entleeren, sie zu vertreiben und ihr Land und Eigentum zu beschlagnahmen”. Die Gruppe wies darauf hin, dass der Angriff mit den Bemühungen um die Verabschiedung von Annexionsgesetzen zusammenfällt, die es israelischen Siedlern ermöglichen, Land im Westjordanland in Besitz zu nehmen.

Übersetzt aus dem Englischen von Olga Espín.

Mehr zum Thema ‒ Gaza Humanitarian Foundation verlässt Gazastreifen nach tödlicher Hilfsgüterverteilung



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Tags: derFlüchtlingslagernführtgegenIsraelkriegnachStädtevonWestjordanlandZerstörung
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