
Indiens Premierminister Narendra Modi ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Israel aufgebrochen – eine Reise, die politisch, wirtschaftlich und militärisch gewichtige Signale setzen soll und einen Auftakt zur Neugestaltung des Nahen Ostens markieren könnte.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Mittwoch, dass Israel und Indien eine “eiserne Allianz” von Staaten bilden werden, um dem “extremistischen Islam” zu begegnen, der seiner Ansicht nach eine Bedrohung für “die freie Welt” darstellt. Damit meinte er die Staaten, die sich der Expansionspolitik Israels im Nahen Osten entgegenstellen.
Der Höhepunkt der Reise war die Rede von Modi und Netanjahu in der Knesset. In seiner Rede vor dem israelischen Parlament, betonte Netanjahu, dass diese Allianz aus Nationen bestehen solle, die an Moderation, Fortschritt, Menschenwürde und gegenseitigen Respekt glauben und bereit seien, gegen diejenigen zu kämpfen, die “den Tod heiligen”.
Netanjahu beschrieb zudem die Beziehungen zwischen Israel und Indien als besonders eng und lobte Modi für dessen Unterstützung Israels nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2022.
Indiens Premierminister Narendra Modi sagte in seiner Rede vor dem Parlament, dass Indien “fest und mit voller Überzeugung an der Seite Israels” stehe. Er sprach zudem die tiefsten Beileidsbekundungen des indischen Volkes für jeden Verlust von Menschenleben durch den “Terrorangriff” vom 7. Oktober aus und sagte: “Wir fühlen euren Schmerz, wir teilen eure Trauer.”
Der indische Premierminister erwähnte in seiner Rede in der Knesset nicht den Verlust palästinensischen Lebens im Gaza-Krieg. Ein UN-Sonderausschuss sowie eine Untersuchungskommission und externe wissenschaftliche Experten haben die Handlungen Israels im Gazastreifen als “Genozid” bezeichnet.
In der Knesset sagte Modi, dass “die Bekämpfung des Terrorismus eine anhaltende und koordinierte globale Aktion erfordert”, und fügte hinzu, dass Indien „alle Bemühungen unterstützt, die zu “dauerhaftem Frieden und regionaler Stabilität beitragen”.
Modi äußerte zudem seine Unterstützung für die Normalisierung der Beziehungen Israels zu anderen arabischen Ländern der Region, bekannt als Abraham-Abkommen. Außerdem bekräftigte er seine Unterstützung für den Gaza-Friedensplan des US-Präsidenten Donald Trump.
Modi verwies außerdem in seiner Rede auf die wirtschaftlichen Stärken Indiens und den Technologievorsprung Israels, die eine “natürliche Grundlage” für eine zukunftsorientierte Partnerschaft bildeten.
In den letzten Jahren hat Neu-Delhi die Zusammenarbeit mit Israel in mehreren Bereichen kontinuierlich ausgebaut, darunter Verteidigung, Landwirtschaft, Cybersicherheit und Technologie. Anfang dieser Woche wurden die Verhandlungen über ein Indien-Israel-Freihandelsabkommen zwischen den beiden Ländern wieder aufgenommen.
Laut Ökonomen lag das Handelsvolumen im Zeitraum 2024–2025 bei über 3,62 Mrd. US-Dollar, und Modi erklärte, ein Abkommen würde “das enorme, bisher ungenutzte Potenzial unserer Handelsbeziehung freisetzen”.
Für Modi ist die Beziehung demnach strategisch, wirtschaftlich und ideologisch. Die Ideologien, die beiden Staaten zugrunde liegen – Zionismus und Hindutva – gelten als expansionistisch und exklusiv.
In den vergangenen zwei Jahren, seit Ausbruch des Gaza-Krieges, haben mehrere europäische Länder die israelische Sicherheitsindustrie faktisch boykottiert, indem sie den Kauf israelischer Ausrüstung einstellten und den Verkauf von Sicherheitsprodukten an Israel verweigerten. Auch die Regierung Biden beschränkte die US-Sicherheitsexporte. Indien hingegen lieferte Israel während des Gaza-Krieges Sicherheitsausrüstung und zuvor während der COVID-19-Pandemie Medikamente und andere Güter.
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