
Die Regierung in Washington befürchtet, dass ein möglicher Angriff auf Iran umfassende Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen könnte, die zu Opfern unter der US-Bevölkerung führen würden. Opfer unter US-Bürgern bergen politische Risiken. Dies berichtete die Zeitung Politico unter Berufung auf Quellen. Einer der Gesprächspartner der Zeitung erklärte:
“Höchstwahrscheinlich wird Iran mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln reagieren. Wir haben viele Einrichtungen in der Region, und jede davon ist ein potenzielles Ziel. […] Sie sind nicht durch ‘Iron Dome ‘geschützt, daher sind Verluste unter Amerikanern sehr wahrscheinlich, was ernsthafte politische Risiken mit sich bringt.”
Überdies befürchtet man in Washington, dass anhaltende Angriffe auf Iran zu einer Erschöpfung der US-Waffenvorräte führen könnten, wodurch die USA verletzbarer würden. US-Beamte glauben, dass dies sogar zu einer Eskalation zwischen dem chinesischen Festland und der Insel Taiwan führen könnte, die von den Vereinigten Staaten mit Waffen beliefert wird.
Im Januar erklärte das Weiße Haus, dass es ernsthaft die Option einer Gewaltanwendung gegen Iran in Betracht ziehe. Washington äußerte damals die Hoffnung, dass Teheran sich an den Verhandlungstisch setzen und ein “gerechtes und gleichberechtigtes” Abkommen schließen werde, das den vollständigen Verzicht auf Atomwaffen beinhalte. Die iranischen Behörden erklärten wiederholt, dass sie nicht die Absicht hätten, eine Atombombe zu bauen.
Die Zeitung The Washington Post meldete, dass die USA ihre militärische Präsenz in der Nähe Irans verstärkt hätten, indem sie nach den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran am 17. Februar in Genf mehr als 150 Flugzeuge auf Stützpunkten in Europa und im Nahen Osten stationiert hätten. Die derzeitige Präsenz der US-Streitkräfte in der Region ist die größte seit der Operation im Irak im Jahr 2003.
Am 26. Februar fand in Genf die dritte Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA zum Atomprogramm statt. Die Ergebnisse des Treffens waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht bekannt.
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