
Nach Medienberichten kommt es zu deutlichen Verzögerungen bei der Fertigstellung des neuen Stuttgarter Bahnknotens. Die Lage sei “ernster als angenommen”, die Projektpartner gingen von einem Termin nicht vor 2029 aus, wie zuerst die Eßlinger Zeitung berichtete. Dabei sei, wie es in Kreisen der Planer heiße, das neue Eröffnungsdatum auch nicht mehr als “ein Wasserstand”. Ein neues Konzept für die Inbetriebnahme liege immer noch nicht vor. Die Zeitung zitiert dazu einen Sprecher der Bahn mit folgender Aussage:
“Zu den genannten Spekulationen äußern wir uns nicht. Es bleibt dabei: Die Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH ist damit beauftragt, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept für S 21 zu erarbeiten und mit allen Projektpartnern verbindlich abzustimmen.”
Bereits Ende 2025 musste die Deutsche Bahn einräumen, dass das zuletzt genannte Datum einer Inbetriebnahme im Dezember 2026 nicht zu halten sei. So hatte die neue Bahnchefin Evelyn Palla eingestanden, eine Inbetriebnahme sei vor Dezember 2027 nicht vorstellbar.
Wie die Berliner Zeitung feststellt, würde sich die Fertigstellung des Vorhabens, das eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands ist, “um mindestens drei Jahre gegenüber dem zuletzt offiziell kommunizierten Termin verzögern.” Doch die Bahn halte sich “mit verbindlichen Aussagen weiterhin zurück”. Möglicherweise verschiebe sich der Zeitplan noch weiter – die Folgen dieser Verzögerungen seien noch nicht absehbar “für die Projektpartner und die Kosten des Vorhabens”.
Die Planungen für die Umgestaltung des Stuttgarter Bahnhofs reichen einige Jahrzehnte zurück. Ob allerdings der neue achtgleisige Tunnelbahnhof an die Leistungsfähigkeit des bisher 17-gleisigen Kopfbahnhofs heranreichen kann, der zu erheblich geringeren Kosten hätte modernisiert und ertüchtigt werden können, ist umstritten. Bei Baubeginn im Februar 2010 wurden die Gesamtkosten auf rund vier Milliarden Euro veranschlagt, die Planer gingen damals von einer Fertigstellung bis Dezember 2019 aus. Inzwischen werden die Gesamtkosten auf mindestens 12 Milliarden Euro geschätzt.
Kritiker des Projekts sprachen von einem teuren Rückbau bestehender Bahn-Kapazitäten und verwiesen unter anderem auf die geologischen Probleme bei der Untertunnelung, auf erhebliche Sicherheitsrisiken durch die fast 60 Kilometer langen unterirdischen Neubaustrecken sowie mögliche Schäden an bestehenden Gebäuden. Bereits zur Vorbereitung der Baustelle musste ein beträchtliches Areal des Stuttgarter Schlossgartens mit teilweise jahrhundertealten Bäume gerodet werden.
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