
Egal welchen Umständen der französische Präsident Emmanuel Macron sein rotes Auge zu verdanken hat (im Internet kursierte natürlich, das sei einer weiteren Ohrfeige seiner Gemahlin zu verdanken), der Hersteller der Sonnenbrille, die er deswegen bei seinem Auftritt in Davos trug, kann sich darüber freuen. Desto mehr, weil auch noch ein Kommentar von US-Präsident Donald Trump die Aufmerksamkeit darauf lenkte: “Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?”
Der Hersteller, die Firma Henry Jullien, die zur italienischen Brillenmarke iVisionTech gehört, warb auf Instagram mit einem Foto von Macron mit dieser Brille und einer Beschreibung. Der französische Präsident sei “mit einem raffinierten und unverwechselbaren Accessoire” aufgetreten. “Der silberne Metallrahmen harmoniert perfekt mit den blauen Gläsern und schafft so eine ideale Balance zwischen Modernität und Eleganz”.
Eine Werbung, die dem Luxusmodell für 659 Euro so viele Nachfragen verschaffte, dass zeitweilig der Online-Shop des Herstellers zusammengebrochen sein soll. “Im Durchschnitt stellen wir jährlich 100 dieser Pazifik-Modelle her, aber angesichts der großen Aufmerksamkeit, die sie erhalten, müssen wir dieses Jahr vielleicht 1.000 Stück produzieren”, erklärte Stefan Fulchir, der Chef der italienischen Mutterfirma, gegenüber der Presse.
In den französischen Medien ist es ein großes Thema, dass diese Sonnenbrillen tatsächlich in Frankreich, im Jura, hergestellt werden, und Macron wird dafür gepriesen, für diese Brille bezahlt zu haben, statt sie als Geschenk zu nehmen. Der Brillenhersteller Henry Jullien besteht schon seit dem Jahr 1921. Die Marke wird weltweit von über 1.200 Optikern vertrieben und wurde erst 2023 von den Italienern übernommen, die aber die Produktion in Lons-le Saunier beließen.
Immerhin macht der weithin ungeliebte Präsident mit seiner Sonnenbrille ausnahmsweise positive Schlagzeilen – außer bei Radio France, das auf die Frage, ob es eine Tradition von Sonnenbrillen in der Politik gebe, antwortete, das sei eine Tradition, die in Diktaturen blühe. Dazu erläuternd:
“Von Ghaddafi bis Jaruzelski, bis zu Kim Jong-uns unaufhaltsamen dunklen Gläsern, die einen Teil seines Gesichts verschlucken, machen die Autokraten dunkle Gläser zu ihrem Kennzeichen […] wir sehen nicht länger die Augen, diese Spiegel der Seele, diese Enthüller der Absichten.”
Das Publikum im Internet machte sich jedoch nicht nur daran, die Sonnenbrillen zum Verkaufsschlager zu machen, es schuf auch bereits unzählige Varianten zum Thema, bis zu einer Illustration der Sicht, die Radio France bekundete.
Emmanuel Macron apareció con lentes de sol en el Foro Económico Mundial y la marca ya anunció un boom de pedidos del mismo modelo.Eso sí, el internet no perdona… y los memes no tardaron en llegar 😎 pic.twitter.com/hJeRamDYLj
— DDC+ (@DDConfianza) January 21, 2026
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