Das Echo der Ukraine-Krise ist sogar in Lateinamerika wahrnehmbar. Angelockt mit Geldversprechen, sind mehrere Kolumbianer ins Kriegsgebiet gezogen und dort verschwunden. Am Mittwoch haben Angehörige einiger in der Ukraine verschollenen Söldner vor dem Außenministerium in Bogotá protestiert, um den kolumbianischen Diplomaten Informationen über das Schicksal ihrer Verwandten abzutrotzen.
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— Canal Citytv (@Citytv) March 26, 2025
Isabel Rojas Forero, eine Korrespondentin des Medienunternehmens El Tiempo, sprach mit einigen Verwandten der vermissten Kolumbianer. Wie ein Demonstrant mitteilte, sei sein Cousin im Jahr 2024 in die Ukraine gereist, um auf der Seite der Streitkräfte des osteuropäischen Landes zu kämpfen. Im Juli desselben Jahres habe man ihn für vermisst erklärt. Seitdem habe die Familie von ihm keine Nachrichten mehr. Für den Dienst in der Ukraine habe man ihm 18 Millionen Peso oder umgerechnet etwas mehr als 4.000 Euro pro Monat versprochen.
“Er wollte ein Haus für seinen jüngeren Sohn. Dieser Traum mündete in eine Tragödie für unsere Familie.”
Diese Geschichte sei für alle anwesenden Demonstranten mehr oder weniger typisch, fügte der Mann hinzu.
Die Mutter eines Verschollenen erklärte, dass ihr Sohn am 6. Juli in die Ukraine gereist sei. Zuletzt habe sie am 15. August von ihm gehört. An jenem Tag sei er laut eigenen Angaben zu einem Einsatz aufgebrochen. Er sei in die Ukraine gereist, weil er keine Arbeit in seiner Heimat gehabt habe. Außerdem habe man ihm viel Geld versprochen.
“Als er dort ankam, war alles ganz anders. Alles stellte sich aus Lüge heraus. Sie wurden schlecht behandelt. Sie wurden beleidigt. Sie wurden geschlagen.”
Den Bildern zufolge nahmen an der Kundgebung auch Kinder teil. Die Demonstranten hielten Fotos ihrer vermissten Verwandten. Fünf Demonstranten wurden daraufhin ins Außenministerium zugelassen, um mit den Diplomaten zu sprechen.
In einem Eintrag auf der Plattform X zeigte sich die Behörde bereit, mit den Demonstranten zu sprechen. Details zu den Gesprächen teilten die Diplomaten jedoch nicht mit.
Kurz nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges Ende Februar 2022 hatte das russische Ministerium ausländische Bürger davor gewarnt, sich den ukrainischen Streitkräften anzuschließen. Außenminister Sergei Lawrow hob mehrmals hervor, dass Söldner auch ein Problem für ihre Herkunftsländer darstellten. Diese Leute könnten nichts außer töten, schießen und Attentate verüben. Nach dem Abschluss ihrer Mission gingen sie an einen anderen Ort.
Im Februar 2024 distanzierte sich Kolumbiens Außenministerium von den in der Ukraine kämpfenden Landsleuten. Ihre Präsenz in dem osteuropäischen Land sei eine persönliche Entscheidung. Es gebe keine Abkommen zwischen Bogotá und Kiew.
Anfang März berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf ukrainische Flüchtlinge über kolumbianische Söldner in der Stadt Slawjansk. Wie eine Augenzeugin sagte, seien die Kolumbianer viel besser ausgerüstet gewesen als ihre Kameraden aus der Ukraine. Für die Söldner sei der Krieg eine Art Safari, für die man ihnen noch Geld zahle.
Ebenfalls Anfang März meldete der RT-Kriegsreporter Andrei Filatow, dass das russische Militär in der Stadt Krasnogorowka mehrere ausländische Söldner eliminiert habe. Unter ihnen seien auch Kolumbianer gewesen. Man habe ihre Funkgespräche abgefangen.
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