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High-Tech-Neofeudalismus und Russlands Position im Energie-Wettrüsten

rtnews by rtnews
10/03/2026
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Handelskriege, direkte und indirekte Kriege um Handelswege und Rohstoffvorkommen – das wird in der entstehenden Weltordnung vor allem unter dem Zeichen der Kontrolle über Energieträger stehen. Alexander Jakowenko zeigt die Startposition Russlands in diesem aufkommenden “Energiewettrüsten” auf.

Von Alexander Jakowenko

Der US-Angriff auf Iran, bei dem der Oberste Führer Ali Chamenei und Mitglieder seiner Familie getötet wurden (quasi im Nachgang zur Entführung des Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro) – inmitten von Verhandlungen, die in beiden Fällen erfolgreich verliefen –, bestätigt, dass die USA aus der Nachkriegsordnung, die auf den Prinzipien der UN-Charta gründet, austreten und die Welt in eine Ära des Feudalismus und der brutalen Gewalt zurückzuführen suchen. Dies zeigt sich auch in der globalen zollwütigen Handelsaggression Washingtons und seiner Behandlung von Verbündeten, die auf Bedingungen nunmehr offener, nur minimal beschönigter Vasallenschaft beruht.

Beileibe kein Zufall ist zudem, dass der Zugang zu Energieressourcen, dem Lebenselixier der globalen Entwicklung, im Mittelpunkt dieses Konflikts steht. Die Bedeutung der Energiewirtschaft wird auch durch die entstehende neue technologische Ordnung unterstrichen, die von künstlicher Intelligenz getrieben wird und in deren Rahmen Rechenzentren einen zusätzlichen Bedarf an einer stabilen und nachhaltigen Stromversorgung (und Kühlung, ihrerseits ebenfalls energieaufwendig) schaffen. Trump hegt weitreichende Hoffnungen bezüglich Kryptowährungen als Mittel zur Lösung der US-Schuldenkrise (der IWF schätzt, dass bis zum Jahr 2031 die Staatsverschuldung der USA 140 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichen wird) – und zu deren Einsatz unter anderem dafür, aus allen Bodenschätzen weltweit Gewinn zu schlagen. 

(Dies wohl so, wie heute mittels des quasi unbegrenzt emittierten US-Dollars die US-Wirtschaft jährlich nach verschiedenen Schätzungen zwischen 36 und 500 Milliarden US-Dollar einfach dadurch erhält, dass ein Großteil des Welthandels in dieser Währung abgewickelt wird – einer Währung, die es seinerseits jedoch eben aufgrund der US-Staatsschuldenkrise und anderer Faktoren vielleicht gar nicht mehr so lange machen wird, daher auch das Interesse Trumps an Kryptowährungen als einem Ersatz-Dollar mit derselben Funktion. Anm. d. Red.)

Sowohl Venezuela als auch Iran gehören zu den führenden Ölexporteuren der Welt. Der Zugang zu ihren Erdölressourcen auf dem üblichen Marktwege genügt Washington neuerdings nicht mehr: Es braucht eine direkte Kontrolle wie in der Kolonialzeit, um zu diktieren, an wen und zu welchem Preis das Öl aus diesen Ländern verkauft wird. Merkwürdigerweise hat China, das in den strategischen Überlegungen der US-Eliten als größte Herausforderung für die US-Hegemonie gilt, massiv in diese Ressourcen investiert. Der direkte harte Druck Washingtons gegen Peking im letzten Jahr, der durch Zölle und Sanktionen ausgeübt wurde, schlug fehl – und stieß überdies auf ebenso harte Schutzmaßnahmen in Form von Chinas faktischem Monopol auf die (technologisch einzigartige) Förderung und Verarbeitung von Seltenen Erden, die für die neue technologische Ordnung gleichermaßen essenziell sind wie die oben erwähnte künstliche Intelligenz, weil sie zum Fertigen der Rechenhardware benötigt werden, auf der die KI laufen soll. 

Wir erleben also die Verschmelzung zweier Koordinatensysteme – eines feudalen und eines hochtechnologischen – mit Washingtons Anspruch, als “globale Energiemacht” allen anderen seine Bedingungen zu diktieren (ein Slogan, den Trump während seiner ersten US-Präsidentschaft prägte, zeitgleich mit seinem Übergang zu einer Politik der Globalisierungsbeschränkung und der Eindämmung Chinas). Genauer gesagt sollte man hier von einer neuen Definition des Begriffs “Supermacht” sprechen, in der Ressourcen und territoriale Kontrolle erneut eine Bedeutung erlangt haben, die sogar an die noch vorkapitalistische Ära erinnert. Die Annahme drängt sich fast auf, dass Washington seine Haltung auch gegenüber Russland und seinen Bodenschätzen so gestaltet, dass sie in dieses energietechnologische Schema passt.

In jedem Fall erleben wir, wie ein Energiewettlauf Russland und der Welt aufgezwungen wird – offenbar mit dem Ziel, das bisher traditionelle Wettrüsten gänzlich zu ersetzen oder es zu einem Mittel rein zur Erschöpfung von Konkurrenten zu suspendieren. Daraus machen übrigens auch die europäischen Hauptstädte, die sich für eine Fortsetzung des Krieges gegen Russland in der Ukraine aussprechen, kein Geheimnis. Fragen der Souveränität und Unabhängigkeit entscheidet man somit im Bereich der Kontrolle über die eigenen Ressourcen, deren effektiver Verwaltung und der Ausübung des Rechts, nach eigenem Ermessen darüber zu verfügen; und ebenso auf dem Schlachtfeld der technologischen Souveränität im Allgemeinen und im Energiewirtschaftsbereich im Besonderen.

Und gerade dieser Energiewettlauf verspricht in allen genannten Aspekten – ja, generell in jeder Hinsicht – gnadenlos zu werden: Von der Entwertung der Investitionen von Konkurrenten über deren direkte oder indirekte Enteignung oder Umgehung von Marktmechanismen bis hin zum Aushebeln des vermeintlich unantastbaren Eigentumsrechts werden wir alles erleben (Es geht ja auch bereits los. Anm. d. Red.). Wer auch immer im Westen an der Macht ist – alles bleibt, wie Rudyard Kipling in seiner “Ballade von Ost und West” schrieb: “West ist West”, und, wie man hinzufügen könnte, USA bleiben USA. In seinem gefeierten Werk “Empire” (2003) bemerkte der britische Historiker Niall Ferguson, dass noch die Architekten des Britischen Empires, wie etwa Robert Clive (dem zu Ehren eine Statue im Zentrum Londons steht), den Kampf um Indien gegen die Franzosen gerade deshalb gewannen, weil sie vor nichts zurückschreckten: Sei es Schieberei, Meineid oder schlichter Verrat. Für die Elite der Angelsachsen hat sich seither nichts geändert.

Man muss hier anerkennen, dass wir es in der globalen Entwicklung und Politik mit den Zersetzungsprodukten des Westens und seiner Zivilisation zu tun haben – einer Zivilisation, die unter den bisherigen Bedingungen nicht mehr in der Lage ist, ihre Vormachtstellung zu verteidigen. 

Selbst die vielberedten USA, die vom Status des Dollars leben, verfügen zum Beispiel Emmanuel Todd zufolge schlichtweg nicht über die notwendigen Fachkräfte für die von Trump erklärtermaßen angestrebte Reindustrialisierung: Investitionen allein reichen nicht aus, und Sperrzölle lösen das Problem ebenfalls nicht, sondern heizen nur die Inflation an und nagen an den Gewinnen der Importeure. Die europäischen Eliten wiederum wissen nicht, wie sie die drängenden Probleme ihrer Länder angehen sollen, und wählen daher den vermeintlich einfachsten Weg: Krieg und die Umstellung der zivilen auf die militärische Produktion (wie schon im Vorfeld des Ersten Weltkriegs).

Und wenn zuvor die Kontrolle des Westens über den Rest der Welt durch sogenannte Soft Power, Marktmechanismen, neokoloniale Praktiken, “Freiheit und Demokratie” und eine “offene Gesellschaft” ausgeübt wurde, greift man heute erneut auf die ganz altmodischen Methoden zurück: jene Methoden, mit denen Amerika, Japan (mit Commodore Matther C. Perrys Kanonen) und China (mit den Opiumkriegen) “entdeckt”, also wirtschaftlich erschlossen, wurden.

Genau wie damals werden die Opfer alles hingeben müssen: nicht nur das biblische “letzte Hemd”, sondern auch die Seele – dafür sollen kognitive Kriegsführung und mentale Kolonisierung sorgen. 

Woran ist Russland?

Im Kontext dieses neuen totalen Krieges des Westens gegen alle anderen müssen wir Russlands Rolle und Mission in der Geschichte sowie insbesondere unseren Platz im Energiewettlauf betrachten, dessen Ausgang nicht nur unsere Zukunft bestimmen wird – Russlands Schicksal, aber auch das Schicksal anderer Länder, die weniger in der Lage sind, für sich selbst einzustehen, und überhaupt das Schicksal der gesamten Menschheit.

Das vergangene Jahr war geprägt von Sanktionen, niedrigen Ölpreisen, Drohnenangriffen auf Russlands Raffinerien, mangelnden Investitionen in den Bau neuer Energieanlagen, dem Ausverkauf russischer Vermögenswerte im Ausland, einer Krise in der Kohleindustrie, seit Langem bestehenden, ungelösten Logistikproblemen und vielem mehr. Es war an sich schon ein schwieriges Jahr – doch nun ist erst recht alles schmerzhaft klar: Russland und andere Länder stehen vor einer energiepolitischen Herausforderung.

Russlands Energieversorgungskomplex bildete die solide Grundlage aller Erfolge des Landes, auch in der Ukraine. Die mehr als 30.000 restriktiven Maßnahmen westlicher Länder seit dem Jahr 2013 haben Russlands Energiekomplex nicht erschüttert. Auf Wladimir Wladimirowitsch Putins Anweisung wurde sie für den verbleibenden Zeitraum bis zum Jahr 2050 erneuert. Sie trägt nun der neuen Realität in den Beziehungen zum Westen Rechnung (erstmals wurde ein Stresstest wie der nahezu vollständige Stopp der Energieexporte einbezogen) und berücksichtigt auch künftig absehbare Trends in der globalen Energieentwicklung: Der weltweite Energiebedarf könnte bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Jahr 2023 um 23 Prozent steigen, und die Hauptenergieverbraucher der Zukunft werden Länder des globalen Südens und Ostens sein – allein Indiens Erdölverbrauch dürfte sich mehr als verdoppeln.

Erdöl und Erdgas werden somit weiterhin eine dominierende Rolle im globalen Energiehaushalt spielen. Die ressourcenarme Europäische Union hat angekündigt, gegen diese Art Energieversorgung vorzugehen – und versucht schon seit geraumer Zeit, der ganzen Welt, vor allem den Entwicklungsländern, eine offenkundig unrealistische und volkswirtschaftsschädigende Klimaagenda aufzuzwingen – eine angebliche Klimaschutzagenda, die in Wirklichkeit schlicht darauf abzielt, eine neue technologische Abhängigkeit vom Westen zu schaffen. Entgegen anfänglicher Erwartungen schlägt sich China in diesem Spiel bisher wacker – was einer der Gründe für den Rückzug der Trump-Regierung aus dieser Agenda war.

Bis zum Jahr 2050 werden Erdöl und Erdgas 33,2 beziehungsweise 26 Prozent des globalen Energieverbrauchs ausmachen. Russland gehört mit einem Marktanteil von 10 Prozent zu den drei größten Erdölförderern und -exporteuren weltweit und verfügt zudem über die größten bekannten Gasreserven. Der Anteil schwer förderbarer Vorkommen an den gesamten identifizierten Ölreserven des Landes wächst jedoch: von 20 Prozent im Jahr 2010 auf 63 Prozent im Jahr 2025 – und nach Vorhersagen des Energieministeriums des Landes sogar auf 83 Prozent im Jahr 2035 und 87 Prozent im Jahr 2050. Dies zeigt zumindest, dass Russland komplexe technologische Herausforderungen in der Ölförderung erfolgreich bewältigt: Bis zum Jahr 2027 werden die relevanten Technologien und Ausrüstung fast vollständig im Inland produziert werden, auch durch das Programm der Importsubstitution bedingt.

Somit ist klar, dass wir das Potenzial haben, auch selbst eine neue Nische im Export zu besetzen – nämlich im Export von technologischen Dienstleistungen und Gütern im Bereich der Erdölindustrie. Langfristig wird Russland mit diesen Exporten seine Ausfuhren des eigentlichen Erdöls und dessen Verarbeitungsprodukten nach und nach ersetzen können – zur Verdeutlichung: Die Fördermengen von Erdöl beliefen sich im vergangenen Jahr auf 511,5 Millionen Tonnen und sollen bis zum Jahr 2035 auf 540 Millionen Tonnen steigen. Danach liegt das Hauptziel darin, dieses Niveau zu halten und die erkundeten und bis dahin teils oder gänzlich ausgeschöpften Reserven durch neu erkundete zu ersetzen.

Im Bereich Erdgas ist das wichtigste Ziel die fortgesetzte Verlegung von Rohrnetzen zwecks Erdgasversorgung des Landes, einschließlich der Regionen Sibiriens und des Fernen Ostens. Die Förderung soll bis zum Jahr 2050 auf eine Billion Kubikmeter steigen. Der Anteil von Flüssigerdgas an den Gasexporten wird – im Einklang mit den globalen Trends – auf 100 Millionen Tonnen steigen. Und ebenso wie bei Erdöl besteht auch hier viel Potenzial für Technologieexporte: fortschrittlicher Maschinenbau für die petrochemische Industrie und die Flüssiggas-Industrie.

Eine der wichtigsten Ressourcen für Russland wird die Steinkohle bleiben – auch für den Export auf die vielversprechenden Märkte in Asien: Für beides sorgen die hohe Qualität dieses Rohstoffes und die niedrigen Kosten für seine Förderung im Lande. Russland verfügt über ausreichende Reserven für ganze 500 Jahre, und die installierte Kohlekraftwerkskapazität in Sibirien und dem Fernen Osten wird (mit der Einführung von Technologien für “saubere Kohle”) 38 Gigawatt erreichen.

Was “grüne” Energieerzeugung betrifft, so spielt hier die Kernenergie, die mittlerweile den Status als kohlenstoffarm zugewiesen bekam, eine führende Rolle. Ihr Anteil am globalen Energiemix wird sich bis Mitte des Jahrhunderts nahezu verdoppeln (immerhin auf 2,8 Prozent), und ihr Anteil speziell an der Stromerzeugung wird auf 16,4 Prozent steigen, während sich der Anteil aller als umweltfreundlich eingestuften Energiequellen insgesamt vervierfachen wird – auf 10 Prozent. Dass die Kernenergie in diese Sparte aufgenommen wurde, ist nicht verwunderlich: Tatsächlich ist der CO₂-Fußabdruck von Kernkraftwerken deutlich geringer als der von anderen Mitbewerbern – Technologien, die nicht zuletzt enorme Mengen an Nichteisenmetallen und Seltenen Erden benötigen, deren Gewinnung und Verarbeitung wiederum extrem energieintensiv ist. 

Der Anteil der Kernenergieerzeugung in Russland wird 25 Prozent erreichen. Eine neue Produktlinie wird in diesem Bereich auf den Markt kommen – kleine und mittlere Kraftwerksblöcke, Technologien für geschlossene Kernbrennstoffkreisläufe, einschließlich Reaktoren auf schnellen Neutronen –, die dazu beitragen werden, Russlands Führungsrolle in der Kernenergietechnologie, einschließlich ihrer Sicherheit, zu sichern.

Während Russland seine Führungsposition in der traditionellen Kernenergie wird unter entsprechenden Bemühungen weiter behaupten müssen, hat sich im Bereich der kontrollierten Kernfusion (CTF) bereits ein ernsthafter Wettbewerb mit China und den Vereinigten Staaten sowie dem japanisch-europäischen Tandem entwickelt. Im Jahr 1996 zogen sich die US-Amerikaner aus dem multilateralen ITER-Reaktorbauprojekt unter Beteiligung der EU, Russlands, Chinas, Japans, Indiens und Südkoreas in Frankreich zurück – traten aber im Jahr 2003 wieder bei. Russland erfüllt seine Verpflichtungen zur Entwicklung, Herstellung und Lieferung von 25 Systemen der entstehenden Anlage vollständig. Parallel dazu wird am Kurtschatow-Institut und anderen Forschungszentren an Rosatoms eigenen Fusionsreaktoren, größtenteils nach der Tokamak-Bauweise, gearbeitet.

Schätzungen zufolge könnten die technologischen Herausforderungen in diesem Bereich bis zum Jahr 2050 bewältigt werden. China liegt in diesem Bereich derzeit klarer in Führung – mit Vorteilen wie planvollem Vorgehen dank Planwirtschaft und der Verbindlichkeit, getroffene Entscheidungen auch zu erfüllen. Auch die USA sind in diesem Wettlauf: Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) werden potenziell bahnbrechende Arbeiten zu diesem Thema durchgeführt.

Im Kommen begriffen ist zudem Infrastruktur mit Wasserstoff als Energietransporteur – die zwar noch sehr teuer ist, aber zumindest in Russland ist für das Jahr 2028 die Inbetriebnahme zweier wasserstoffbetriebener Züge auf Sachalin geplant.

Neben der gesamten Energiegewinnung als Ganzes sollte man separat auf Stromerzeugung zu sprechen kommen. Russlands Kraftwerksbestand zählt zu den zuverlässigsten der Welt. Der Anteil kohlenstoffarmer Technologien an der Stromerzeugung erreicht bereits 87 Prozent. Der Verbrauch wird hier um 42 Prozent auf 1.624 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2050 steigen – vor allem aufgrund der Umsetzung von Großprojekten in der verarbeitenden und der Bergbauindustrie. Die installierte Leistung aller Kraftwerke soll auf 330 Gigawatt steigen (+78 Gigawatt im Vergleich zum Jahr 2023), davon allein 30 neue Kernkraftwerke. In den nächsten 25 Jahren sollen 45 Gigawatt neuer und modernisierter Erzeugungskapazität in Betrieb genommen werden, vorwiegend mit inländisch produzierten Gasturbinen: Der Bau von Gasturbinen mittlerer und großer Leistung wird vollständig im Inland erfolgen, und der Anteil inländischer Technologien und Ausrüstungen in der Stromerzeugung wird 90 Prozent erreichen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Digitalisierung gelegt: 40 Prozent der Unternehmen in der Energiebranche in Russland haben bereits künstliche Intelligenz implementiert.

Durch die genannten Maßnahmen sollen die nationalen Ziele für ein nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Energiesystem zur beschleunigten Entwicklung der Wirtschaft Russlands erreicht werden. Insgesamt entsteht ein komplexes Wettbewerbsumfeld, in dem Russland allein schon dank seines soliden Erbes aus der Sowjetzeit eine starke Ausgangsposition innehat. Doch die vorgegebenen Pläne müssen umgesetzt und die Anstrengungen verstärkt werden – und insbesondere ist damit zu rechnen, dass Russland dies zunehmend im Alleingang wird angehen müssen: Experten gehen davon aus, dass sich der Wettbewerb mit der Entwicklung in den fortschrittlichen Energietechnologien weiter verschärfen und die Welt gespalten sein wird, sodass ungeachtet jeglicher Freundschaften – ob alt oder neu – und multilateraler Zusammenarbeit ein jeder sein eigenes Süppchen kochen wird.

Entscheidende negative Faktoren sind: Erstens, dass der Westen insgesamt und die Vereinigten Staaten im Besonderen in einem schlicht existenziellen Maße auf Erhalt ihrer Hegemonie mittels eines Energiewettrüstens gesetzt haben. Zweitens die Unsicherheit darüber, ob westliche Länder unter jeglichen anderen Bedingungen als denen, an die sie sich in den letzten 400 Jahren gewöhnt haben, überhaupt überleben können. Sowie drittens, ob ihre Eliten einem solchen Szenario nicht vielleicht sogar erneut einfach den Krieg vorziehen werden. Vieles von dem, was heute im Nahen Osten geschieht, dreht sich genau darum.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei “RIA Nowosti” am 3. März 2026.

Alexander Jakowenko ist ein russischer Diplomat (Außerordentlicher und Befugter Botschafter Russlands) und Rektor der Diplomatischen Akademie beim Außenministerium der Russischen Föderation. Er war Außerordentlicher und Befugter Botschafter Russlands in Großbritannien, stellvertretender Außenminister sowie Mitglied des Diplomatischen Kollegiums des russischen Außenministeriums.

Mehr zum Thema – Der Dritte Weltkrieg – dieses Mal in der Wirtschaft



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Tags: EnergieWettrüstenHighTechNeofeudalismusPositionRusslandsund
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