Die aktuellen Konjunkturprognosen von Wifo und IHS lassen wenig Raum für Optimismus. Österreichs Wirtschaft steht vor einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,3 Prozent im Jahr 2025.
Trotz eines Sparpakets wird das gesamtstaatliche Budgetdefizit voraussichtlich bei 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen, was erneut über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent liegt. Auch für das Jahr 2026 rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute mit einem Defizit von etwa 3,5 Prozent. Dies bedeutet, dass Österreich aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren gegen die EU-Schuldenregeln verstößt.
Im vergangenen Jahr betrug das Defizit etwa 4 Prozent, und auch in naher Zukunft wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet, bevor die offiziellen Zahlen von Statistik Austria veröffentlicht werden. Dabei trägt insbesondere die Haushaltskonsolidierung der neuen Bundesregierung zur Konjunkturschwäche bei, die das Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozentpunkte dämpft.
Die industrielle Produktion in Österreich wird weiterhin unter Druck stehen: Ein Rückgang von 3 Prozent wird für 2025 prognostiziert. Dies trifft die Wirtschaft besonders hart, da die Industrie eine zentrale Rolle in der österreichischen Volkswirtschaft spielt. Gleichzeitig wird auch die Bevölkerung in Österreich weiter wachsen, was zu einem Rückgang des BIP pro Kopf führt.
Zusätzlich zur wirtschaftlichen Schwäche wächst der Zinsendienst, der in diesem Jahr bereits 7,6 Milliarden Euro verschlingen wird und bis 2026 auf 8,5 Milliarden Euro ansteigt. Damit übersteigt der Zinsaufwand die geplanten Einsparungen aus dem Sparpaket der Regierung.
Die Steuereinnahmen bleiben aufgrund der schwächelnden Konjunktur hinter den Erwartungen zurück, was die angestrebte Haushaltskonsolidierung zusätzlich erschwert. Die Regierung hat sich auf ein Sparpaket von mehr als 6,3 Milliarden Euro für 2025 und 8,7 Milliarden Euro für 2026 geeinigt. Dennoch bleibt unklar, ob das angestrebte Defizitverfahren der EU abgewendet werden kann, da die Wirtschaft weiter stagniert und die öffentlichen Ausgaben, insbesondere im Bereich der Pensions- und Gesundheitskosten, weiter wachsen.
Die wirtschaftliche und haushaltspolitische Lage in Österreich bleibt angespannt, mit einer wirtschaftlichen Erholung, die frühestens Mitte 2025 erwartet wird – wenn überhaupt. Hinzu kommt die Unsicherheit durch die drohende Handelspolitik von Trump und die Abkehr von günstigem russischen Gas, Faktoren, die die Situation noch schwerer kalkulierbar machen. Es ist jedoch zu erwarten, dass die wirtschaftliche Stabilität weiterhin auf der Kippe steht. Die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Entwicklung der öffentlichen Haushalte bleibt groß, da die steigenden Zinsausgaben und der anhaltende wirtschaftliche Rückgang weiterhin spürbare Auswirkungen auf die Haushaltslage haben.
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