
Die Spannungen zwischen Russland und den Niederlanden spitzen sich weiter zu. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat bei ihrem täglichen Pressebriefing dem EU- und NATO-Land vorgeworfen, russische Medienschaffende zu diskriminieren. Moskau könne dem nicht mehr untätig zusehen und ergreife nun Gegenmaßnahmen, warnte die Diplomatin am Mittwoch.
“Als Reaktion auf die Handlungen der niederländischen Behörden sehen wir uns zu der Entscheidung gezwungen, dem Korrespondenten eines niederländischen Medienhauses die Akkreditierung und die Aufenthaltserlaubnis in Russland zu entziehen.”
Den Namen des Medienschaffenden gab Sacharowa allerdings nicht bekannt. Dabei betonte die Außenamtssprecherin, dass die russische Seite mehrere Monate lang mit Vertretern der Niederlande kommuniziert habe, um einen Kompromiss zu finden. Moskau habe die niederländische Seite vor Konsequenzen gewarnt. Ihr Haus habe zwar die Bemühungen der niederländischen Botschaft gesehen. Offenbar sei es aber den Diplomaten des EU-Landes nicht gelungen, das Schlimmste abzuwenden. Trotzdem ließ die Diplomatin die Tür offen:
“Wir sind bereit, unsere Entscheidung zu revidieren, wenn die Regierung der Niederlande angemessene Arbeitsbedingungen für den russischen Journalisten schafft.”
Zuvor hatten sich die Niederlande geweigert, dem Chef-Korrespondenten der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti in Den Haag die Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Die Migrationsbehörde des EU-Landes begründete dies mit den Sanktionen, welche die EU gegen das Medienunternehmen Rossija Sewodnja, dem die Nachrichtenagentur RIA Nowosti gehört, im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verhängt hatte. Die russische Seite ging inzwischen in die Berufung.
Es war nicht das erste Mal, dass einem Mitarbeiter von Rossija Sewodnja die Aufenthaltserlaubnis in einem EU-Land nicht verlängert wurde. Am 13. Februar, sieben Monate nach der Einreichung eines entsprechenden Gesuchs, hatte die Europäische Kommission dem Chefkorrespondenten von RIA Nowosti in Brüssel, Juri Apreleff, die Akkreditierung verwehrt. Als Grund wurden die EU-Sanktionen genannt.
Im Juni 2025 hatten die deutschen Behörden den Leiter der Vertretung des Medienunternehmens in Berlin, Sergei Feoktistow, aufgefordert, zum 19. August 2025 die Bundesrepublik zu verlassen. Zur Begründung verwiesen die Behörden darauf, dass Rossija Sewodnja die Politik des Kremls gegenüber der Ukraine unterstütze.
Zuvor hatte sich ein ähnlicher Eklat in Griechenland ereignet. Das dortige Büro musste nach mehr als 20 Jahren Arbeit schließen.
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