Hunderte Bewohner aus dem Gazastreifen sind einem israelischen Medienbericht zufolge am Dienstag von Israel nach Deutschland ausgeflogen worden. Der israelische Innenminister Mosche Arbel sei selbst zum Regionalflughafen bei Ramon in der Negev-Wüste gereist, hieß es in der Zeitung Israel Hayom. Der Politiker der ultraorthodoxen Schas-Partei sei gekommen, um die Angelegenheit der angeblich “freiwilligen Ausreise” der Bewohner des Gazastreifens zu überwachen und zu überprüfen. Wie die Zeitung weiter berichtete, begleiteten auch deutsche Diplomaten die Passagiere.
🔴🚩Today, Mr. Trump’s plan for Gaza was executed successfully. Hundreds of Gazans have voluntarily emigrated from Ramon Airport in southern Israel to settle permanently in the German city of Leipzig. Additionally, several Gazans have also relocated to Romania and the UAE. pic.twitter.com/Cw10C1zJHl
— BiBi (@empresstudio) April 2, 2025
Arbel sagte, in letzter Zeit habe es zehn solcher Flüge in andere Länder gegeben. Er dankte US-Präsident Donald Trump und behauptete, die freiwillige Ausreise “ermögliche die Sanierung des Gebiets”. Trump hatte Anfang Februar vorgeschlagen, alle oder einen Großteil der Bewohner des Gazastreifens vorübergehend oder dauerhaft in andere Länder umzusiedeln.
Das israelische Verteidigungsministerium richtete Ende März eine eigene Behörde für die “freiwillige Ausreise” aus dem Gazastreifen ein. Sie soll die “sichere und kontrollierte Ausreise der Bewohner des Gazastreifens in Drittländer vorbereiten und ermöglichen.” Die Zeitung Yedioth Ahronoth behauptete vor wenigen Tagen, dass die Zahl der Ausreisen aus Gazastreifen in den vergangenen Wochen stark angestiegen sei. Dies hänge mit der verstärkten Unterstützung durch Israel zusammen. Fast 2.000 Menschen seien über den Grenzübergang Kerem Shalom entweder zum Flughafen Ramon oder weiter nach Jordanien ausgereist.
Das Auswärtige Amt bestätigte inzwischen die Informationen der FAZ. In einem Eintrag auf der Plattform X am späten Dienstagabend hieß es, 19 deutsche Staatsangehörige sowie enge Familienmitglieder seien zurück nach Deutschland gebracht worden.
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