
Die Entnahme von Erdgas aus europäischen Untergrundspeichern ging im nun vergangenen Februar aufgrund des neuerdings überwiegend warmen Wetters deutlich zurück. Laut Berechnungen der russischen Nachrichtenagentur TASS, die diese auf Daten von Gas Infrastructure Europe stützt, sank sie im Vergleich zum selben Monat des Vorjahrs um 23 Prozent und belief sich auf insgesamt 13,6 Milliarden Kubikmeter. Dies ist “lediglich” der sechsthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Speicherstand der europäischen Untergrundspeicher für sich genommen betrug Ende Februar 2026 noch rund 33 Milliarden Kubikmeter Erdgas – weniger als 30 Prozent und damit 15,66 Prozentpunkte weniger als der Fünfjahresdurchschnitt für dieses Datum; man vergleiche dies mit 38,5 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: Noch niedrigere Speicherkapazitäten wurden in den vergangenen Jahren dreimal zum Ende des dritten Wintermonats beobachtet: 2017 (29,44 Prozent), 2018 (28,91 Prozent) und 2022 (29,02 Prozent). Die Heizperioden 2017 und 2022 endeten jeweils im März, als noch etwa 25–26 Prozent der Reserven in den unterirdischen Gasspeichern vorhanden waren. Der absolute Tiefststand der europäischen Gasspeicher wurde Ende der Herbst-Winter-Periode 2017/18 im März 2018 mit 17,7 Prozent verzeichnet. Dies war vor allem auf Rekordentnahmen aus den unterirdischen Gasspeichern im Februar und März desselben Jahres zurückzuführen, da die Reserven Ende Januar 2018 noch bei recht ansehnlichen 49 Prozent lagen.
Dennoch muss man festhalten, dass seit Beginn der aktuellen Heizperiode am 13. Oktober 2025 die EU-Länder rund 65 Milliarden Kubikmeter Gas aus den Speichern entnommen haben. Die Nettoentnahme (die Differenz zwischen Entnahme- und Einspeisemenge) übersteigt 58,5 Milliarden Kubikmeter und liegt damit bereits 4 Milliarden Kubikmeter über der im Sommer eingespeisten Menge von 1,4 Milliarden Kubikmetern – die, wohlgemerkt, ihrerseits einen Vierjahreshöchststand für den Monat Februar darstellt. Im Klartext: Die EU-Länder haben erst vor wenigen Wochen ihre gesamten im Sommer eingespeisten Gasvorräte aufgebraucht und greifen nun auf die Restreserven der Vorjahre zurück.
Langfristige Wetterprognosen sagten einen ungewöhnlich kalten Winter in Europa (und auch in Russland) voraus – einen Winter, wie er nur etwa alle 20 Jahre vorkommt. Und obwohl dieser auch eingetretene kalte Winter nun vorbei scheint, obwohl der Speicherstand Ende Februar, wie oben verdeutlicht, keineswegs ein Negativrekord und die Geschwindigkeit der Erdgasentnahme aus den Speicheranlagen der EU-Länder Ende Februar stark gefallen ist, bleibt die Anfrage nach Erdgas auf den europäischen Märkten stark.
Zum Beispiel verzeichnete Europa im Februar 2026 einen Rekord bei den Importen von Flüssigerdgas für diesen Monat: Ende Februar beliefen sich die LNG-Lieferungen von europäischen Terminals in das EU-Gastransportsystem auf rund 11,9 Milliarden Kubikmeter, zwar 7 Prozent weniger als im Januar, aber immer noch 10 Prozent mehr als im Februar 2025. Die Einspeisungen wiedervergasten LNGs von Terminals in das europäische Gastransportsystem blieben in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 auf einem Rekordniveau und überstiegen 24,5 Milliarden Kubikmeter – 16 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.
Laut Daten der Londoner ICE-Börse stiegen die europäischen Erdgaspreise am Montag zum Börsenstart um 20 Prozent. Grund dafür war nicht nur die aufgrund niedriger Speicherstände hohe Anfrage – sondern auch die US-amerikanisch-israelische Militäroperation gegen den Iran, schreibt die TASS. Der Preis für April-Futures am TTF-Hub in den Niederlanden stieg auf rund 470 US-Dollar pro tausend Kubikmeter beziehungsweise 38,67 Euro pro Megawattstunde an Heizwert (basierend auf dem aktuellen Euro-Dollar-Wechselkurs; die ICE-Preise werden in Euro pro MWh angegeben). Die europäischen Gaspreise erreichten damit den höchsten Stand seit Ende Januar.
Am 28. Februar starteten die USA und Israel einen großangelegten militärischen Überfall gegen den Iran. Wichtige iranische Städte, darunter die Landeshauptstadt Teheran, wurden angegriffen. Das Weiße Haus rechtfertigte den Angriff mit angeblichen Raketen- und Atombedrohungen durch den Iran. Gleichzeitig riefen US-Vertreter die iranische Bevölkerung öffentlich zum Aufstand gegen die Regierung und zur Machtergreifung auf.
Bei den Angriffen kamen der iranische Oberste Führer, Ayatollah Ali Chamenei, und mehrere andere Schlüsselfiguren der islamischen Führung ums Leben.
Eine Mädchenschule in der Stadt Minab wurde nach Angaben der iranischen Seite ebenfalls getroffen – es kam zu mindestens 148 Opfern unter den Kindern und zu weiteren Opfern unter dem Lehr- und Hilfspersonal.
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten daraufhin eine Vergeltungsoperation an und griffen Ziele in Israel mit Kamikazedrohnen und Raketen an. Auch US-Militärbasen in Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien wurden von ihnen beschossen und getroffen.
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