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Die russische Wirtschaft hat zehn Rekordleistungen erzielt

rtnews by rtnews
05/01/2026
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Das Jahr 2025 war für die russische Wirtschaft kein einfaches Jahr. Der Westen verhängte neue Sanktionen, die Ölpreise fielen noch stärker, das Haushaltsdefizit stieg und Kredite blieben weiterhin teuer. Dies beeinträchtigte jedoch in keiner Weise die Stabilität der Wirtschaft des Landes.

Von Olga Samofalowa

Den größten Erfolg des Jahres 2025 erzielte die russische Währung

Der Rubel hat um ganze 27 Prozent zugelegt. Der US-Dollar-Kurs ist faktisch um ein Viertel eingebrochen. Stand der US-Dollar im Januar auf seinem Höchststand bei 103,5 Rubel, so lag er im Dezember bei nur noch bei 76 Rubel. Der Rubel zeigte nicht nur in diesem Jahr die beste Dynamik unter den Währungen der großen Volkswirtschaften. Es ist die stärkste Dynamik in der gesamten jüngeren Geschichte des Finanzmarktes. Beim Euro ist die Situation ähnlich – er fiel um 24 Prozent, wenn man den Höchstkurs und den Tiefstkurs vergleicht. Der Yuan verlor fast 20 Prozent.

Das sind die unerwarteten Folgen der Entdollarisierung der realen Wirtschaft Russlands. Unerwartet, weil Anfang 2025 alle auf einen US-Dollarkurs von 100 gesetzt hatten. Niemand hatte mit einer solchen Stärke gerechnet.

Zu den Gründen für die Stärkung des Rubels gehört die strenge Politik der Bank von Russland. Ein weiterer Grund ist die ungewöhnliche Veränderung der Zahlungsstruktur bei Export- und Importgeschäften: Der Anteil des Rubels an der Exportstruktur stieg innerhalb eines Jahres von 44 Prozent auf 60 Prozent. Eine dritte Ursache ist der anhaltende Außenhandelsüberschuss aufgrund geringerer Importe, deren Wachstum durch Sanktionen und die Politik der Importsubstitution begrenzt ist. Viertens gibt es Beschränkungen für den Kapitalabfluss und eine Verringerung der Auslandsverschuldung von Unternehmen, für deren Deckung weniger Devisen benötigt werden.

An zweiter Stelle der Erfolge stehen die Ergebnisse der Inflationsbekämpfung

Zu Beginn des Jahres schien die Zinspolitik der Zentralbank – die den Leitzins auf einen in der Geschichte Russlands noch nie da gewesenen Wert von 21 Prozent angehoben hatte – vielen noch zu streng. Das Ergebnis zum Jahresende zeigte jedoch ihre Wirksamkeit. Die Inflation wird zum Jahresende voraussichtlich sogar bei unter sechs Prozent liegen, nämlich bei 5,7 bis 5,8 Prozent.

Dies zu erreichen war nicht einfach, denn zu Beginn des Jahres 2024 lag die Inflation bei 9,5 Prozent und im März 2025 bei 10,3 Prozent. Mit dem Anstieg des Leitzinses der Zentralbank verlangsamte sich auch die Inflation. Nachdem der Leitzins auf einen Rekordwert von 21 Prozent angehoben worden war, begann die Zentralbank in der zweiten Jahreshälfte, ihn wieder zu senken. Zu Beginn des neuen Jahres liegt der Leitzins nun bei 16 Prozent. Wladimir Jewstifejew, Leiter der Analyseabteilung der Bank Senit, sagt:

“Die Maßnahmen der Zentralbank, die ursprünglich als übermäßig streng erschienen, werden nun angesichts der aktuellen Lage als angemessen angesehen. Mit einem Rückgang der Inflation auf einen Wert von unter sechs Prozent hat die Zentralbank eine harte Bremsung der Wirtschaft vermieden, wobei die Zinssätze weiterhin recht hoch sind.”

Der dritte Erfolg betrifft das Wirtschaftswachstum

Trotz neuer Sanktionen und einer strengen Politik der Zentralbank verzeichnet die russische Wirtschaft weiterhin Wachstum. Mehr noch, sie wächst dreimal schneller als die europäische, wie der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Alexander Nowak, bekannt gab. So stieg das BIP Russlands in drei Jahren um 9,7 Prozent, während das der Eurozone nur um 3,1 Prozent wuchs.

In diesem Jahr hat sich das Wachstum des russischen BIP auf ein Prozent verlangsamt, was der russische Präsident Wladimir Putin als bewussten Schritt zur Erhaltung der Qualität der Wirtschaft bezeichnet hat. Es geht darum, dass unter sonst gleichen Bedingungen der makroökonomischen Stabilität Vorrang eingeräumt wurde. Es ist besser, wenn die Abkühlung der Wirtschaft unter der Kontrolle der Bank von Russland erfolgt, als dass sie aufgrund von Kontrollverlust und finanzieller Instabilität infolge einer galoppierenden Inflation eintritt. Denn das letztere Szenario würde in jedem Fall zu einer schwerwiegenderen und unkontrollierbaren Verringerung des BIP-Wachstums führen.

Der vierte Erfolg ist ein Rekordwachstum bei den Einnahmen aus anderen Wirtschaftsbereichen als Erdöl und Erdgas

Jahrzehntelang wurde Russland im Westen als “Tankstelle” bezeichnet, was darauf hindeuten sollte, dass es von Erdöl- und Erdgasexporten abhängig ist. Im Jahr 2025 wurde der Rückgang der Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport (aufgrund des Preisverfalls) jedoch durch das Wachstum der Einnahmen aus anderen Wirtschaftssektoren ausgeglichen. Heute werden nur noch 30 Prozent des russischen Haushalts durch Einnahmen aus dem Verkauf von Energieträgern finanziert. Die russische Wirtschaft ist nicht mehr allein von Rohstoffexporten abhängig.

Nach Angaben der Föderalen Steuerbehörde Russlands gingen die Einnahmen aus Erdöl und Erdgas in den ersten zehn Monaten des Jahres um zwei Billionen Rubel zurück, während die Einnahmen aus anderen Sektoren um drei Billionen Rubel stiegen. Nun machen die Einnahmen aus Erdöl erstmals nur noch 30 Prozent des föderalen Staatshaushalts aus. Es zeigt sich also, dass die Einnahmen aus anderen Bereichen als Öl und Gas den Haushalt gestützt haben, da sie die Ausfälle bei den Einnahmen aus Erdöl und Erdgas ausgeglichen haben. Im November und Dezember verschärfte sich die Lage auf dem Ölmarkt: Die Preise für das russische Öl der Sorte Ural fielen auf 40 US-Dollar pro Barrel, der Preisabschlag gegenüber der Sorte Brent betrug 22 bis 27 US-Dollar pro Barrel.

Die Unterstützung des Staatshaushaltes durch den Nicht-Öl-Sektor ist sehr wichtig und kam gerade zur rechten Zeit.

Die Einnahmen aus anderen Sektoren als Öl und Gas stiegen um 15,1 Prozent, insbesondere aus der verarbeitenden Industrie, dem Finanzsektor, dem Bauwesen, dem Handel und dem IT-Sektor. Dieser Trend dürfte sich nicht nur im nächsten Jahr, sondern auch in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. Laut der Prognose des russischen Finanzministeriums bis 2042 werden die Einnahmen des russischen Haushalts gemäß dem Basisszenario steigen, jedoch nicht aufgrund von Öl- und Gaseinnahmen, sondern aufgrund von Einnahmen aus anderen Sektoren.

Der fünfte Erfolg ist der Anstieg der russischen Devisenreserven

Die Goldstrategie Russlands hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen. Im Jahr 2025 kauften Investoren aller Art Goldbarren auf, da sie wirtschaftliche Probleme und einen Anstieg der US-Verschuldung befürchteten. Die Goldpreise stiegen um 71 Prozent und erreichten 4.500 Dollar pro Unze. Und Russland profitierte davon als Erstes, da es bereits 2014, als eine Unze 1.100 bis 1.500 US-Dollar kostete, begann, den US-Dollar aus seinen Reserven zu verkaufen und Gold zu kaufen.

Im Ergebnis stieg der Wert der Goldreserven Russlands innerhalb eines Jahres um 112 Milliarden US-Dollar, laut Angaben der Zentralbank von Anfang Dezember. So hielt die Bank von Russland Anfang Dezember letzten Jahres Goldbarren im Wert von 198,1 Milliarden US-Dollar in ihren Tresoren. Ein Jahr später war deren Wert auf bereits 310,7 Milliarden US-Dollar angestiegen. Dabei hat sich die physische Menge an Gold in den Tresoren der russischen Zentralbank in den letzten drei Jahren nicht wesentlich verändert und blieb bei etwa 75 Millionen Unzen. Daher ist dieser gesamte Vermögenszuwachs ausschließlich auf den Preisanstieg für das Edelmetall zurückzuführen. Mittlerweile folgen viele Länder dieser Strategie Russlands.

Der sechste Erfolg betrifft die Getreideproduktion

Die russische Landwirtschaft hat ein hohes Niveau erreicht und behauptet weiterhin ihre Führungsposition. Getreide ist Russlands wichtigste Nahrungsquelle. Russlands Vizepremier Dmitri Patruschew erklärte Ende Dezember 2025:

“Auch in diesem Jahr haben uns die russischen Landwirte wieder Grund zum Stolz gegeben. Und das trotz aller Wetterkatastrophen, mit denen sie zu kämpfen hatten. In einigen Regionen gab es Rückfrost, Dürre, starke Regenfälle und frühen Schneefall. Dennoch dürfte die Getreideernte in diesem Jahr ein Nettogewicht von 137 Millionen Tonnen erreichen und damit eine der bedeutendsten in der jüngeren Geschichte des Landes sein. Ohne diese schwierigen Wetterbedingungen wäre die Ernte noch um mehrere Millionen Tonnen höher ausgefallen.”

Das Besondere an dem Jahr 2025 war, dass die Ernte nicht von den traditionellen Getreideanbaugebieten im Süden des Landes, sondern von ganz anderen Regionen getragen wurde. So gab es im Süden des Landes einen Rückgang der Weizenernte um mehrere Millionen Tonnen, während in Zentralrussland und Sibirien die Ernte um Dutzende Millionen Tonnen über dem Plan lag.

Dank der guten Ernte exportiert Russland im Agrarjahr 2025/26 ohne besondere Probleme zwischen 53 und 55 Millionen Tonnen Getreide, davon 43 Millionen Tonnen Weizen. Zum ersten Mal wurde Russland 2016 mit 25,3 Millionen Tonnen zum weltweit größten Weizenexporteur. Damals verdrängte das Land den bisherigen langjährigen Spitzenreiter – die USA – und hat seitdem die Führungsposition nicht mehr abgegeben, wobei die Exporte nie unter 30 Millionen Tonnen gefallen sind. Auch bei den Ernten von Hülsenfrüchten, Obst und Beeren, Raps und Soja werden Rekorde erwartet, so Patruschew.

Der siebte Erfolg: Russland ist zum ersten Mal die Nummer eins beim Export von Sonnenblumenöl

Nach den Ergebnissen der Saison 2024/25 hat Russland zum ersten Mal den historischen Weltmarktführer beim Export von Sonnenblumenöl – die Ukraine – überholt. Es wurden 5,2 Millionen Tonnen des Produkts ins Ausland verkauft, was einen neuen Rekord darstellt. Das sind eine halbe Million Tonnen mehr als der Konkurrent. Die Ukraine liegt nun mit 4,7 Millionen Tonnen auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle steht Argentinien mit 1,3 Millionen Tonnen Exporten (Daten des russischen Föderalen Zentrums Agroexport).

Russland hat in den letzten Jahren gezielt den Export von Sonnenblumenöl gesteigert und neue Märkte erschlossen. Zu den neuen Abnehmern gehört beispielsweise Indien, ein langjähriger Partner Russlands im Erdölhandel. Insgesamt steigen die Exporte aller Arten von Pflanzenölen aus Russland.

Warum? Weil es mittlerweile sogar rentabler ist, mit Pflanzenöl zu handeln als mit Getreide. Denn die Weltmarktpreise für Pflanzenöle steigen schneller als die Preise für Getreide. Außerdem ist der Export von Öl nicht so streng reguliert wie der von Getreide. Da Ölsaaten rentabler sind, werden ihnen mehr Anbauflächen zugewiesen.

Der achte Erfolg ist die historische Transformation in der Fleischindustrie

Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der russischen Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor, Konstantin Sawenkow, könnte der Export von Fleischprodukten bis zum Jahr 2025 erstmals die Marke von einer Million Tonnen erreichen. Diese Menge umfasst Fleisch und Fleischprodukte sowie lebende Tiere.

Dies ist ein historisches Ereignis für die Fleischindustrie des Landes. Russland hat sich von einem großen Importeur von Fleisch zu einem selbstbewussten Exporteur entwickelt.

All dies ist dank der langjährigen Transformation der Branche, enormer Investitionen und der Erreichung der Selbstversorgung möglich geworden. Allein im Jahr 2025 hat Rosselchosnadsor für 35 Arten russischer Produkte Zugang zu elf neuen Ländern erreicht. Heute werden Produkte der russischen Tierhaltung in mehr als 100 Länder weltweit exportiert, und im Register der Exporteure sind etwa 7.000 inländische Unternehmen eingetragen.

Insgesamt wird der Export aller Agrarprodukte im Jahr 2025 einen Wert von 40 Milliarden US-Dollar und ein Volumen von etwa 80 Millionen Tonnen erreichen.

Russlands Erfolg Nummer neun wurde von der IT-Branche errungen

Diese stellt die am schnellsten wachsende Branche in Russland dar. Im Jahr 2024 betrug der Anteil des IT-Sektors am russischen BIP mehr als 2,2 Prozent, und für 2025 wird laut Prognose des russischen Ministeriums für Digitalisierung und Kommunikation ein Anteil von über 2,5 Prozent erwartet. Angesichts der Tatsache, dass das BIP Russlands im Jahr 2025 221,8 Billionen Rubel betragen könnte, wird der Beitrag der IT-Branche zur russischen Wirtschaft mehr als 5,5 Billionen Rubel ausmachen. Seit 2019 hat sich der Anteil der IT-Branche verdoppelt. Bis 2030 soll der Beitrag des IT-Sektors schätzungsweise auf bis zu fünf Prozent des BIP steigen, sich also erneut verdoppeln.

Zu dieser rasanten Entwicklung der IT-Branche in Russland haben unter anderem westliche Restriktionen beigetragen. Die Branche erhielt sowohl vom Staat als auch von privaten Investoren umfangreiche Unterstützung. Das Hauptziel ist die Stärkung der digitalen Souveränität Russlands.

Russland ist in zwei Bereichen führend. Erstens beim Einsatz von IT-Technologien zur Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und des Finanzsektors. Zweitens bei der Erforschung und Entwicklung fortschrittlicher IT-Lösungen der nächsten Generation.

Zehnter Erfolg: Russland hat einen Abnehmer für sein unter Sanktionen stehendes Flüssigerdgas (LNG) gefunden

In den letzten sechs Monaten des Jahres 2025 hat Russland den Verkauf von unter Sanktionen stehendem Flüssigerdgas zur Routine gemacht. In diesem Jahr haben zwei russische Flüssigerdgasprojekte, die unter Sanktionen stehen, begonnen, ihr Gas nach China zu verkaufen. Das erste war das Projekt Arctic LNG 2, das noch nicht einmal in den normalen Betrieb gehen konnte, weil die USA zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage Sanktionen verhängt hatten. Das zweite war die Anlage Port LNG. Es bleibt noch ein drittes LNG-Projekt – Kriogas Wyssozk LNG, das höchstwahrscheinlich dem Beispiel der ersten beiden folgen wird. Die USA haben diesen Anlagen im Januar 2025 die Lieferung von Gas verboten. Im Sommer hat China jedoch ein separates Terminal für russisches LNG, das unter Sanktionen steht, eingerichtet, wie es auch bei sanktioniertem Erdöl praktiziert wird. Dort wurden die ersten Lieferungen des sanktionierten russischen Flüssigerdgases angeliefert.

Experten sind der Meinung, dass all dies eher das Ergebnis politischer Vereinbarungen auf höchster Ebene als ein kommerzieller Erfolg der Lieferanten selbst ist. Diese Strategie ist mehr als gerechtfertigt. China erhält billigeres LNG und demonstriert den USA weiterhin seine Unabhängigkeit. Als die LNG-Preise bei etwa 400 US-Dollar pro tausend Kubikmeter lagen, konnte der Rabatt auf das russische LNG bis zu 40 Prozent betragen. Das heißt, China konnte die ersten Lieferungen von russischem LNG, das Sanktionen unterliegt, für nur 240 US-Dollar kaufen.

Auf der anderen Seite stehen die russischen Fabriken nicht still, sondern handeln wieder und offensichtlich nicht mit Verlust. Zumal es kaum Sinn ergibt, auf die Aufhebung der Sanktionen gegen russische LNG-Projekte zu warten. Russisches LNG ist ein direkter Konkurrent zu US-amerikanischem Gas, und das Angebot an LNG auf dem Weltmarkt wird weiter wachsen – und damit auch die Konkurrenz.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 3. Januar 2026 auf der Webseite der Zeitung Wsgljad erschienen.

Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung “Wsgljad”.

Mehr zum Thema – Die Welt bereitet sich auf eine neue Ära niedriger Ölpreise vor



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