
In ganz Dänemark haben sich Tausende Demonstranten angesichts der Drohung von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, aus Solidarität mit der arktischen Insel versammelt. Die Protestierenden forderten die Vereinigten Staaten auf, das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer zu respektieren. Dies berichteten mehrere Medien. Der dänische Fernsehsender TV2 betonte:
“In Aalborg, Aarhus, Odense und Kopenhagen finden bereits Massendemonstrationen zur Unterstützung Grönlands statt … Auf dem Platz vor dem Rathaus in Kopenhagen hat sich eine große Anzahl von Demonstranten versammelt.”
Wie der Fernsehsender präzisierte, seien so viele Menschen zusammengekommen, dass ihre Zahl nicht mehr zu überschauen sei. Der Platz vor dem Rathaus in Kopenhagen ist vollständig mit Demonstranten gefüllt, die grönländische Flaggen und Plakate mit Aufschriften wie “Hände weg von Grönland”, “Grönland für die Grönländer” und “Solidarität!” tragen. Die Menschen singen auf Grönländisch und rufen Parolen gegen Trumps Drohungen.
The Guardian zitierte die dänische Politikerin Camilla Siezing:
“Wir protestieren gegen die Bestrebungen der USA, Grönland zu annektieren. Wir fordern Respekt für das Königreich Dänemark und das Selbstbestimmungsrecht Grönlands.”
Auch die Einwohner von Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, demonstrierten gegen die Absichten der USA, die Insel zu erobern. Unter ihnen wurden auch Menschen gesehen, die mit Tamburinen tanzten. Wie die auf der Insel lebende Russin Aljona gegenüber RT berichtete, wurden nach lokaler Tradition alle strittigen Fragen auf diese Weise entschieden. Nach Angaben von RT begaben sich Tausende Demonstranten in Nuuk zum US-Konsulat. Dabei leben in der grönländischen Hauptstadt nur etwa 20.000 Menschen.
Trumps wiederholte Statements zum Status der Insel lösten eine beispiellose diplomatische Krise zwischen den USA und Dänemark aus, die beide Gründungsmitglieder des NATO-Militärbündnisses sind. Die Äußerungen Trumps wurden in Europa auf breiter Front verurteilt.
Das grönländische Territorium mit 57.000 Einwohnern, das seit Jahrhunderten von Kopenhagen aus regiert wird, erlangte 1979 weitgehende Autonomie, bleibt aber Teil des Königreichs Dänemark, das die Verteidigungs- und Außenpolitik kontrolliert und einen Großteil der Verwaltung finanziert.
Alle fünf politischen Parteien, die in das grönländische Parlament gewählt wurden, befürworten letztlich die Unabhängigkeit, sind sich jedoch uneinig über den Zeitplan für einen solchen Schritt und erklärten in den letzten Tagen, dass sie lieber Teil Dänemarks bleiben würden, als sich den Vereinigten Staaten anzuschließen.
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