
Die chinesische Regierung hat ihre Exporte von Düngemitteln weltweit drastisch eingeschränkt. Heimische Exporteure wurden angewiesen, die Lieferung von Stickstoff-Kalium-Mischdüngern ins Ausland zu beenden, berichtete Bloomberg am Montag.
Zudem seien für die seit längerem bestehenden Lieferbeschränkungen für Harnstoff (Urea) für das Jahr 2026 von Peking bis dato keine neuen Exportkontingente freigegeben worden. Die chinesische Regierung will damit die nationale Versorgung für die anstehende Frühjahrsaussaat im Inland sichern und die Binnenpreise stabil halten. China ist einer der weltweit bedeutendsten Produzenten und Exporteure von Agrarnährstoffen. Laut einem Beitrag auf Rohstoff-News.de wirken sich die chinesischen Beschränkungen massiv auf den Weltmarkt aus.
Der Preis für den am meisten verwendeten Stickstoffdünger Harnstoff sei bereits eine Woche nach Beginn der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran um 21 Prozent gestiegen. Indien ist aktuell besonders von dem Mangel an Düngemittel betroffen: Das Land ist der weltweit größte Importeur von Harnstoff. Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus kommt es in Indien zudem zu einer Mangellage bei Flüssigerdgas (LNG).
Erdgas ist in Indien als Rohstoff für die Düngemittelproduktion unerlässlich. Die akute Gasmangellage habe bereits zur vorübergehenden Stilllegung von Düngemittel-Fabriken geführt. Um die eigene Ernährungssicherheit nicht aufs Spiel zu setzen, hat die indische Regierung Peking mittlerweile offiziell um die Freigabe von festsitzenden Harnstoff-Ladungen ersucht.
Die Kombination von Kriegen und gleichzeitigen nationalen Schutzmaßnahmen könnten die globalen Lieferketten für Lebensmittel weiter destabilisieren. Die steigenden Düngemittelkosten für die bevorstehende Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel führten zu sinkenden Gewinnmargen für Landwirte. Das würde die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe treiben. Die chinesischen Beschränkungen für Düngemittel-Exporte sollen nicht vor Ende Mai gelockert werden.
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