
Filme über die Belagerung von Leningrad und die Legende des italienischen Kinos Anna Magnani; ein Film über den sowjetischen Psychologen Wygozkij und eine italienische Produktion, die von Fellinis Atmosphäre durchdrungen ist; ein Streifen über den Alltag an der Front in der Region Kursk sowie eine Dokumentation über den “russischen” britischen Fußballverein Chelsea, eine britisch-russische Koproduktion – ein derart buntes Programm hat das Moskauer Filmfestival wohl schon lange nicht mehr geboten. In diesem April kommen sowohl Schauspieler und Regisseure aus NATO-Ländern wie den USA, Italien und Spanien als auch Filmemacher aus Ländern “auf der anderen Seite der Barrikaden” – zum Beispiel der iranische Regisseur Hamidreza Ghasemi – nach Moskau zum russischen Filmfestival. Das Portal Moskvich.mag schreibt dazu:
“Es heißt nicht umsonst: ‘Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.’ Die Sonderoperation dauert nun schon das fünfte Jahr, alle möglichen und unmöglichen Verbindungen zu unfreundlichen Ländern sind längst gekappt, und im Hauptprogramm des 48. Moskauer Internationalen Filmfestivals von Nikita Michalkow ‘blühen hundert Blumen’.
Zwei Wettbewerbsbeiträge aus Russland: die Biografie über einen der größten sowjetischen Psychologen ‘Wygozkij’ von Anton Bildscho und ‘Der Vater’ von Pawel Iwanow (zufälligerweise ebenfalls ein historischer Film, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt). Und ebenso viele aus zwei Kinomächten der EU und der NATO: ‘Anna Magnani. Eine unbekannte Geschichte’ von Monica Guerritore und ‘Ruhe in Frieden’ von Alessandro D’Ambrosio aus Italien, ‘Die Rache’ von Daniel Guzmán und ‘Die Kuh’ von Cristina Fernández Pintado und Miguel Llorens aus Spanien.”
Insgesamt gingen in diesem Jahr mehr als 1.500 Bewerbungen ein. Wie der Programmdirektor des Festivals, Iwan Kudrjawzew, einräumte, gehört fast die Hälfte der teilnehmenden Länder zu den sogenannten “unfreundlichen” Staaten. “Russland, China, Südkorea, Indien, Italien, die USA, Frankreich, Argentinien, Iran und Brasilien – das sind die Top 10 der Länder, gemessen an der Anzahl der Filme, die für unsere Wettbewerbe und außerwettbewerblichen Programme eingereicht wurden”, betonte er. “Von den 43 Ländern vertreten 17 die Filmkunst von Staaten, deren Regime eine unfreundliche Politik gegenüber unserem Land betreiben.”
Das Festival findet dieses Jahr vom 16. bis zum 23. April statt. Das Moskauer Filmfestival ist nach dem Filmfestival von Venedig das zweitälteste Filmfestival der Welt. Es fand erstmals im Jahr 1935 unter dem Namen “Sowjetisches Filmfestival in Moskau” statt. Vorsitzender der Jury des ersten Festivals war der legendäre Filmemacher Sergei Eisenstein. Seit dem Jahr 1999 findet das Moskauer Filmfestival jedes Jahr statt. Präsident der Filmfestspiele ist der berühmte russische Regisseur und Oskar-Preisträger Nikita Michalkow.
Mehr zum Thema – Hollywood erliegt dem Pentagon: Wie Kino zur Kriegsförderung instrumentalisiert wird







