
Eine Gruppe ausländischer Touristen ist bei einer Autofahrt über den sibirischen Baikalsee im Eis eingebrochen. Dabei kamen acht Menschen ums Leben. Laut dem Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobzew, konnte sich nur ein Tourist aus dem untergehenden Bus retten. Die sechs anderen chinesischen Urlauber, darunter ein Ehepaar mit Kind (14), sowie ein Einheimischer und der Busfahrer kamen ums Leben. Bis zum Abend wurden mithilfe von Unterwasserkameras am Unglücksort sieben Tote aus 18 Metern Tiefe geborgen. Nach dem letzten Vermissten wird noch gesucht.
Der Baikalsee ist der tiefste See der Welt und ein viel besuchtes Reiseziel in Sibirien. Im Winter friert der See zu. Abhängig von den klimatischen Bedingungen geben die Behörden festgelegte und überwachte Eisstraßen frei, auf denen Fahrzeuge den See befahren dürfen. Laut Igor Kobsew befuhr der verunglückte Bus eine nicht zur Benutzung freigegebene Strecke.
Die Polizei ermittelt nun, wie das Busunglück passieren konnte. Inzwischen wurde ein Strafverfahren unter anderem wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Denn laut dem Verband der russischen Reiseveranstalter hatten die Touristen den Ausflug nicht über einen offiziellen Reiseveranstalter gebucht. Stattdessen hätten sie ihn direkt mit einem nicht registrierten, einheimischen Reiseleiter ausgehandelt. Diese Praxis ist in Russland illegal. Auch die Überfahrt zur Insel Olchon, in deren Nähe sich das Unglück ereignete, ist gesperrt. Aufgrund der warmen Witterung gilt derzeit ein Fahrverbot auf dem Eis.
Der chinesische Tourismus in Russland hat in den vergangenen Jahren aufgrund der politischen Annäherung zwischen den beiden Nachbarstaaten stark zugenommen. Der Baikalsee ist im Winter ein besonders populäres Reiseziel: Die Touristen laufen Schlittschuh, fahren Rad, wandern, joggen, fahren Auto und Ski – alles auf der kargen Eis- und Schneefläche.
Die Zeitung Komsomolskaja Prawda berichtet über die Einzelheiten der Tragödie. In der Nähe des Kaps Sagan-Khushun auf der Insel Olchon geriet der UAZ-Kleinbus, wegen seiner Form auch “Buchanka” (Brotlaub) genannt, in eine Eisspalte. Die Stelle befindet sich etwa 40 Kilometer vom Dorf Chuschir entfernt. Die Breite der Spalte betrug laut Augenzeugen bis zu drei Meter.
Das Fahrzeug sank mit der Nase voran schnell unter Wasser. Wie Augenzeugen berichten, ließ sich die hintere Tür noch öffnen, die Insassen konnten jedoch den Bus nicht verlassen – alle waren angeschnallt. Lediglich einem Passagier gelang es, sich abzuschnallen und an Land zu schwimmen. Er war mit seiner Frau in den Urlaub gefahren – sie kam ums Leben.
Die offizielle Eisüberfahrt zur Insel Olchon wurde im Jahr 2026 nicht in Betrieb genommen. Die einzige zugelassene Winterstraße beginnt im Dorf Kurkut und führt in Richtung Irkutskaja Guba. In dieser Saison wurde die Eröffnung jedoch aufgrund von ungewöhnlichen Eisbewegungen, starken Winden und ständigen Rissen mehrmals verschoben. Schließlich wurden die Fahrten auf dem Eis für Autos komplett untersagt.
Die Route, auf der die “Buchanka” fuhr, war nie eine offizielle Winterstraße. Laut Gesetz dürfen Touristen sich auf dem Eis des Baikalsees nur mit Luftkissenbooten – sogenannten “Hivus” – fortbewegen. In der Praxis wird diese Regel jedoch täglich verletzt.
Nach dem Vorfall werden in der Region umfangreiche Kontrollen durchgeführt. Die Behörden wollen illegale Transportunternehmen aufspüren, die Touristen auf gefährlichen Routen befördern. Das Betreten des Baikalsees ist derzeit nicht nur ein Verstoß, sondern auch lebensgefährlich.
Große Nachfrage
Laut dem professionellen Reiseblogger und Autor des Kanals “Reisen mit Sinn”, Alexei Schiruchin, sei dies eine schreckliche, aber leider vorhersehbare Geschichte. Er erläutert:
“Ich bin vor einer Woche vom Baikalsee zurückgekommen und kann sagen: Solche Situationen sind keine Seltenheit. Das Hauptproblem ist, dass es nur eine offizielle Überfahrt gibt – die nach Olchon. Aber es gibt Hunderte von schönen Orten in der Umgebung. Die Touristen sehen in den sozialen Netzwerken durchsichtiges Eis, Grotten und Spritzwasser und wollen dorthin. Daraus entsteht eine Nachfrage, und sofort taucht ein Angebot auf.”
Dieses sei in der Regel illegal. Er erklärt, warum diese Fahrten lebensgefährlich seien:
“Das Schlimmste sind die Risse. Der Baikalsee ist ein Gebiet mit seismischer Aktivität, das Eis dort hat ein Eigenleben. Es bewegt sich ständig, reißt und bricht auseinander.”
Seinen Worten zufolge ist es physisch unmöglich, jede Fahrt auf einem so riesigen Gebiet wie dem Baikalsee zu kontrollieren. Das Ministerium für Katastrophenschutz und die Verkehrspolizei seien einfach nicht in der Lage, alle “Volkspfade” zu sperren.
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