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Absolution aus dem Osten: Die Ukraine hilft den Deutschen, das sowjetische Erbe loszuwerden

rtnews by rtnews
09/11/2025
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Eine ukrainische Kulturmanagerin nennt die Feierlichkeiten an den Berliner Gedenkorten zum Sieg über den Faschismus “Hexensabbat”. Ihr Institut wird unter anderem vom Goethe-Institut finanziert. Eine Bestandsaufnahme zum Beginn des großen Denkmalstreits auf deutschem Boden.

Von Astrid Sigena und Wladislaw Sankin

In der polnischen Botschaft in Berlin fand vergangene Woche ein Symposium mit dem Titel “Echos des Imperiums: Sowjetische Denkmäler und die Maschinerie der Desinformation” statt, das den Umgang mit den verbliebenen sowjetischen Denkmälern in Deutschland zum Thema hatte. Dabei sollte den Deutschen die Vorgehensweise in Osteuropa und im Baltikum vorgestellt werden, um sowjetische “Desinformation” und russische “Instrumentalisierung” zu verhindern (RT DE berichtete).

Offensichtlich fiel das Ansinnen der Veranstalter (die Botschaften der baltischen Länder, Polens und der Ukraine) bei den Deutschen auf fruchtbarem Boden. Denn Kateryna Rietz-Rakul, die Leiterin des “Ukrainischen Instituts in Deutschland”, wusste in einem Interview mit dem vom ukrainischen Staat finanzierten YouTube-Kanal Ukrinform mit zufriedenem Gesichtsausdruck vom Veranstaltungsort aus zu berichten, dass sich die Diskussion, die seit 2014 in Deutschland über die sowjetischen Denkmäler, die “von den Russen und ihren Freunden für Desinformation, Manipulation und Propaganda” genutzt würden, sich “in eine praktischere Richtung” entwickele – was wohl heißt, dass man zur Tat schreiten will. Im kommenden Jahr sind ein Seminar und ein Arbeitstreffen mit den deutschen Partnern geplant – dann will man ein konkretes Projekt für den Umgang mit sowjetischen Denkmälern in Berlin vorstellen.

Bisher hätte es von deutscher Seite geheißen: “Es steht nun einmal da, was sollen wir tun, wir können nichts dagegen machen.” Aber “ukrainische und osteuropäische Stimmen” hätten mit den Deutschen darüber gesprochen, “was wir mit den sowjetischen Denkmälern in Berlin und in Deutschland tun können”. Überhaupt habe man den Deutschen gezeigt, dass man etwas tun könne. Auch wenn es nicht unbedingt so radikal wie in der Ukraine sein müsse (womit Frau Rietz-Rakul wohl die Zerstörung der Denkmäler meint). Die Deutschen hätten verstanden, dass die Monumente für russische Propaganda instrumentalisiert würden.

Berin strebt #Geschichtsrevision an: Sowjet-Denkmäler für Sieger über Hitler-Faschismus sind für Banderisten und Co. ein Dorn in Auge. Richtig @Pabriks, sie sind dafür da um Zweifel und Misstrauen zu säen. Unter den #Nazis und sonstigen Erbauer des Vierten Reiches wie Sie! pic.twitter.com/cC2llHQFZr

— Wlad Sankin (@wladsan) November 8, 2025

Besonders scheint sich die ukrainische Kulturmanagerin an den sowjetischen Ehrenmalen im Tiergarten und in Treptow zu stören, wo sich am 9. Mai das russische Publikum mit seinen deutschen Freunden, russische Fahnen schwenkend, versammele (tatsächlich sind schon seit mehreren Jahren russische Fahnen und auch sowjetische Symbole zu den Gedenktagen um den 8. und 9. Mai dort verboten). Im ukrainischen Original verwendet die Leiterin des ukrainischen Kulturinstituts das Wort “Schabasch” (“шабаш”), das “Hexensabbat” bedeutet.

Für Rietz-Rakul handelt es sich dabei um eine reine Machtdemonstration, die die Herrschaft Russlands über die Deutschen symbolisieren solle. Denn die prorussischen Besucher wollten gar nicht um die Opfer des Krieges trauern und schon gar nicht über die Rolle der Sowjetunion in diesem Krieg nachdenken (offenbar wird an dieser Stelle die Hinterfragung der Rolle der Roten Armee bei der Befreiung vom Faschismus erwartet). Die Deutschen hätten durchaus verstanden, dass es sich hier um eine russische Machtausübung handele. Aber sie hätten sich nicht getraut, die Russen zu kritisieren, sie hätten sich “das moralische Recht” nicht zugestanden, Sowjetflaggen und sowjetische Narrative abzulehnen. Aber die Ukrainer würden den Deutschen helfen zu begreifen, dass sie das moralische Recht hätten, “darüber zu entscheiden, was in ihrem Land geschieht oder wie”.

How do Soviet monuments shape Europe’s public space and memory? What narratives do they preserve, and what new meanings do they acquire in changing political contexts?1/5 pic.twitter.com/dNwMZO0Cad

— Ukrainisches Institut in Deutschland (@UA_Institute_DE) October 24, 2025

Sollten die Deutschen also noch Skrupel beim Revidieren der Vergangenheit haben, sind die Ukrainer (im Verein mit den Balten und den Polen) ihnen gerne behilflich, die unbequeme Erinnerung an das opferreiche Niederringen des Faschismus durch die Rote Armee und an die 27 Millionen Toten, die “Unternehmen Barbarossa” die Sowjetunion gekostet hat, auszulöschen. Die Deutschen brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, denn aus der Ukraine, Polen und dem Baltikum kommt die Absolution.

Man könnte dies als dreiste Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten werten, wenn, ja wenn nicht dieses revisionistische Symposium (zumindest teilweise) vom Auswärtigen Amt finanziert worden wäre. Und wenn nicht hochrangige deutsche, staatlich geförderte Organisationen daran teilgenommen hätten. Man kann also davon ausgehen, dass das Ansinnen der Ukrainer und ihrer polnisch-baltischen Verbündeten eigentlich ein Bestreben der deutschen Regierung ist.

Dass die Osteuropäer das Symposium ausrichteten, ist Teil des üblen Spiels. Berlin möchte “überzeugt” werden, das zu tun, was es ohnehin im Verborgenen länger geplant hat. Und die russophoben Verbündeten sind gerne dazu bereit. Schon lange hat man im deutschen Establishment Verständnis für den Impuls: Die Denkmäler – die müssen weg! Die Frage ist nur noch wie. Offenbar ist man in den vergangenen Tagen dem angestrebten Ziel näher gekommen. 

Mehr zum Thema – Helden zum Nachahmen – Bundeswehr würdigt “tapfere” Wehrmacht-Offiziere als Vorbild





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Tags: AbsolutionausdasDEMdenDeutschendieErbehilftloszuwerdenOstensowjetischeukraine
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