
Die chinesische Währung Renminbi/Yuan soll zu einer globalen Reservewährung werden. Dieses Ziel erklärte der chinesische Präsident Xi Jinping am Samstag in Qiushi, der Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas. In einem Kommentar erklärte der chinesische Präsident, China müsse eine “starke Währung” aufbauen, die “im internationalen Handel, bei Investitionen und auf den Devisenmärkten weitverbreitet ist und den Status einer Reservewährung erreicht”.
Peking bemühe sich seit Langem um die Internationalisierung des Yuan, hieß es dazu in der Financial Times (FT) am Sonntag. Mit den neuesten Äußerungen habe Xi am deutlichsten definiert, welche Grundlagen China schaffen müsse, um eine starke chinesische Währung zu erreichen. Unter anderem benötige China eine starke Zentralbank, global wettbewerbsfähige Finanzinstitute und internationale Finanzzentren, so Xi.
Die FT kommentierte auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Xis Forderung: Aktuell seien die globalen Märkte aufgrund eines schwächelnden Dollars verunsichert. Zudem würden Zentralbanken nach einem Führungswechsel bei der Federal Reserve Bank und handelspolitischen Spannungen ihre Dollar-Anlagen überdenken. Laut Kelvin Lam, einem Wirtschaftsexperten von Pantheon Macroeconomics, spiegle Xi Jinpings Bewertung des Yuan “die jüngsten Brüche in der Weltordnung” wider.
Das Fachjournal Investing Live führte aus, welche Schritte China unternehmen werde, um den Renminbi/Yuan zu einer globalen Reservewährung zu entwickeln. Unter anderem baue das Land seine Infrastruktur aus, um die Verwendung des Yuan zu fördern, darunter Handelsabrechnungssysteme, Währungsswaps und alternative Zahlungssysteme. Grundsätzlich wolle Peking die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern und den finanziellen Einfluss Chinas weltweit stärken.
Vorerst bliebe die internationale Rolle des Yuan noch eingeschränkt: Begrenzte Konvertibilität und eine politikgesteuerte Wechselkurssteuerung würden seine Attraktivität als Reservewährung verringern. Aber die chinesische Währung sei international unterbewertet. Tatsächlich habe sie im vergangenen Jahr an Wert gewonnen. Investing Live fasste die chinesische Geldpolitik zusammen:
“China hat stetige Fortschritte bei der Ausweitung der Bedeutung des Yuan im Handelsverkehr erzielt, wobei mittlerweile fast ein Drittel seines Außenhandels in lokaler Währung abgewickelt wird. Diese Verlagerung spiegelt sowohl politische Fördermaßnahmen als auch geopolitische Realitäten wider, insbesondere angesichts der anhaltenden Handels- und Finanzkonflikte mit den Vereinigten Staaten. Obwohl Xi den Dollar nicht direkt erwähnte, lässt die allgemeine Ausrichtung der Politik kaum Zweifel daran, dass China glaubwürdige Alternativen zur dollarbasierten Finanzinfrastruktur schaffen will.”
“Insgesamt spiegelt Chinas Strategie eher Beharrlichkeit als Dringlichkeit wider. Der Weg zum Status einer Reservewährung dürfte schrittweise verlaufen und ebenso sehr von institutionellen Reformen und globalem Vertrauen wie von geopolitischen Ambitionen geprägt sein.”
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