
Südkorea hat zum ersten Mal in der modernen Geschichte Aluminium im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar aus Russland gekauft – von Januar bis Oktober beliefen sich die Importe auf einen Rekordwert von 1,1 Milliarden US-Dollar. Das berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten des koreanischen Statistikamtes. Die Agentur erklärt:
“Insgesamt hat Seoul in den ersten zehn Monaten dieses Jahres Aluminium und Aluminiumprodukte im Wert von etwas mehr als 1,11 Milliarden US-Dollar aus Moskau gekauft – das ist 1,6-mal mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024. Damit hat das Gesamtvolumen erstmals eine Milliarde Dollar überschritten. Die südkoreanischen Importe beliefen sich im Oktober auf 121,9 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem Anstieg von einem Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.“
Zu den wichtigsten Importgütern Seouls zählen da vor allem Rohaluminium sowie Aluminiumbleche und Aluminiumdraht. Nach zehn Monaten stieg Russland also vom dritten auf den zweiten Platz unter den wichtigsten Lieferanten von Aluminium und Aluminiumprodukten nach Südkorea auf, so RIA Nowostiweiter. An der Spitze bleibt China (mit Lieferungen im Wert von 1,45 Milliarden US-Dollar), gefolgt von Australien (910,2 Millionen), den USA (612,1 Millionen) und Indien (491,3 Millionen US-Dollar).
Aluminium ist jedoch nicht das Einzige, was Seoul in letzter Zeit aus Russland bezogen hat. Zum ersten Mal seit Jahren wurden wieder umfangreiche Einkäufe von russischer Kohle getätigt, schreibt die Zeitung Kommersant. Dabei ist der südkoreanische Markt einer der wichtigsten für Kohle in Asien. Zuvor hatte Südkorea auf andere Lieferanten umgestellt, insbesondere aus Kolumbien. Die Zeitung Kommersant merkt an:
“Im Juli wurde Russland zum führenden Lieferanten von Energiekohle nach Südkorea und verschiffte 2,7 Millionen Tonnen, was den höchsten Monatswert seit dem Jahr 2022 darstellt.
Im August stieg der Export um 54,6 Prozent auf 3,76 Millionen Tonnen, wodurch Russland seinen ersten Platz vor Indonesien (3,74 Millionen Tonnen) und Australien (2,7 Millionen Tonnen) behaupten konnte.“
Experten führen das gestiegene Interesse an russischen Angeboten auf Lieferengpässe bei australischer Kohle sowie auf die attraktiven Preise für russische Rohstoffe zurück. Alexander Kotow, Beratungspartner bei dem Unternehmen NEFT Research, geht in einem Gespräch mit Kommersant davon aus, dass Russland einen bedeutenden Anteil am südkoreanischen Markt behalten wird und die Lieferungen moderat steigen könnten, insbesondere in Zeiten der Spitzennachfrage. Dies hängt auch damit zusammen, dass einer der großen asiatischen Lieferanten – Indonesien – seine Förderung reduzieren will und einer der größten Abnehmer – China – große Mengen kauft. Hier spielen also sowohl wirtschaftliche als auch geopolitische Faktoren eine Rolle, weshalb russische Rohstoffe auf die Märkte zurückkehren, von denen man sie nach dem Jahr 2022 zu verdrängen versuchte.
Mehr zum Thema – Der Handel mit befreundeten Ländern hat das Exportmodell Russlands verändert







