Sie wurden in den vergangenen Wochen und Tagen an vielen Orten in Norddeutschland gesichtet: weiße T-Shirts und Hemden mit einem rätselhaften Hinweis. Wie der NDR berichtet, wurden sie etwa in Boizenburg, Güstrow oder Schwerin auf Bügeln oder mit Kabelbindern an den gelben Ortseingangs- und Ausgangsschildern festgemacht: Kleidungsstücke mit der Aufschrift “Das letzte Hemd”.
Die Aktion läuft bereits seit einigen Wochen in Schleswig-Holstein oder zuletzt auch in Sachsen-Anhalt. Nun ist der Protest auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf die Urheber. “Eine Zuordnung zu bestimmten Personen oder einer bestimmten Gruppierung ist daher aktuell nicht möglich”, heißt es aus dem Innenministerium. Der polizeiliche Staatsschutz habe die Aktion im Blick und bewerte die bekannt gewordenen Sachverhalte.
Nach NDR-Informationen vermuten die Sicherheitsbehörden die Unterstützer im sogenannten rechtspopulistischen Protestmilieu. Die Aktion habe nach einer Demonstration in der vergangenen Woche im sächsischen Plauen Fahrt aufgenommen, heißt es im NDR-Bericht. Dort hatten mehrere Tausend Menschen mit Deutschlandfahnen gegen die Politik der Bundesregierung demonstriert. “Das letzte Hemd” – das symbolisch darauf verweist, dass ihren Besitzern alles genommen wurde – soll offenbar den Frust und die Wut der Steuerzahler auf den Staat und die Politik ausdrücken. Die öffentlich-rechtlichen Berichterstatter in anderen Bundesländern ordnen die Organisatoren ebenfalls dem sogenannten “Rechtspopulismus” zu.
Das Aufhängen der T-Shirts an den Ortsschildern ist nach Angaben des Innenministeriums nicht automatisch ein Gesetzesverstoß. “Maßgeblich sind die konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls.” Allerdings dürften die Verkehrszeichen nicht verdeckt werden. Wenn das passiere, heißt es, “wird die Polizei weitere Maßnahmen prüfen”. Im Landtagswahlkampf spielt die Aktion bereits eine Rolle. Die AfD stellt sich hinter die Aktion. Für den Co-Vorsitzenden Leif-Erik Holm zeigt sie, dass die Menschen “die Schnauze voll haben”.
Prorussisches Banner an der Autobahn
Am Donnerstag sorgte eine weitere, in ihrer Aussage noch viel deutlichere Protestaktion auf Verkehrstraßen für Aufsehen: ein Riesenbanner “Russland ist nicht unser Feind! Der Feind sitzt in Berlin”. Dieser wurde an einer Kanalbrücke vor Magdeburg aufgespannt. Die Polizei war schnell vor Ort und entfernte das Banner, doch Bilder der Protestaktion und der polizeilichen Maßnahme gelangten ins Netz und gingen in den sozialen Medien viral.
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