
Der Westen habe eine mögliche Einigung im Ukraine-Konflikt verhindert. Diese Einschätzung äußerte der slowakische Außenminister Juraj Blanár in einem Interview für das Portal Štandard. Er sagte:
“Eine Einigung war nahe, wurde jedoch von westlichen Staaten vereitelt, als der damalige britische Premierminister Boris Johnson erklärte, der Westen werde ein solches Abkommen nicht unterstützen.”
Der slowakische Außenminister betonte, dass eine Einigung nun deutlich schwieriger zu erreichen sei, da die Bedingungen eines möglichen Kompromisses seiner Ansicht nach keine der beiden Seiten vollständig zufriedenstellen könnten.
Blanár hatte zuvor erklärt, dass die Slowakei sich nach besten Kräften dafür einsetze, den Ukraine-Konflikt zu beenden. Die slowakische Regierung sei überzeugt, dass der Konflikt keine militärische Lösung habe, so der Minister. Er führe, wie der Politiker erklärte, “zur Zerstörung der Ukraine und ihrer Wirtschaft”. Blanár zufolge leiste die Slowakei weder militärische Unterstützung noch beteilige sie sich an Finanzierungsmechanismen für Militärhilfe an die Ukraine. Bratislava werde jedoch weiterhin humanitäre Hilfe für Kiew bereitstellen.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im Mai ebenfalls daran erinnert, dass die russische und die ukrainische Delegation im Jahr 2022 in Istanbul einen Vertragsentwurf ausgehandelt hätten, der von ukrainischer Seite paraphiert worden sei. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe damals jedoch erklärt, Kiew könne ein solches Dokument nicht “mit der Pistole an der Schläfe” unterzeichnen, und Russland aufgefordert, seine Truppen von Kiew abzuziehen. Moskau sei dieser Forderung nachgekommen, so Putin. Auch der damalige britische Premierminister Boris Johnson habe sich gegen eine Unterzeichnung ausgesprochen, da das Abkommen seiner Ansicht nach ungerecht war.
Selbst die von den Vereinigten Staaten vermittelten Verhandlungen sind in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten, da sich Präsident Donald Trump auf den Krieg mit Iran konzentrierte. Russland hat seinerseits erklärt, jederzeit bereit zu sein, die Gespräche wieder aufzunehmen, sofern sie sich auf die Beseitigung der “Grundursachen” des Konflikts konzentrieren, einschließlich der ukrainischen Pläne für einen NATO-Beitritt.
Mehr zum Thema – Lawrow: Russland glaubt nicht mehr an Verhandlungen mit dem Westen







