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Dem für eine LGBTQ-Themenreise gecharterten Kreuzfahrtschiff Scarlet Lady wurde die Einfahrt nach Ägypten verweigert – dies, nachdem ihm bereits Anfang der Woche geplante Anläufe in Häfen in der Türkei untersagt worden waren. Wie Medien unter Berufung auf den Kreuzfahrtveranstalter berichten, mussten die Organisatoren die Reiseroute zum zweiten Mal ändern.
Die von Virgin Voyages betriebene Scarlet Lady war am 5. Juli 2026 zu einer zehntägigen Kreuzfahrt von Athen nach Venedig ausgelaufen. Diese wurde von dem US-amerikanischen LGBTQ-Kreuzfahrtunternehmen Atlantis Events für rund 2.000 Passagiere organisiert. Die ägyptische Hafenstadt Alexandria wurde in die Reiseroute aufgenommen, nachdem die türkischen Behörden die geplanten Anläufe in Istanbul und der Hafenstadt Kuşadası, wo das Schiff am 7. Juli anlegen sollte, untersagt hatten.
Laut The Guardian und The Washington Post wurden die Passagiere am frühen Donnerstagmorgen darüber informiert, dass nun auch der Halt in Alexandria abgesagt wurde, während die Organisatoren nach einem weiteren alternativen Hafen suchten. Der Landgang in Ägypten hätte Ausflüge nach Kairo und zum Ägyptischen Museum umfassen sollen.
Rich Campbell, Geschäftsleiter von Atlantis Events, erklärte, die ägyptischen Behörden hätten die Anlegeerlaubnis in letzter Minute zurückgezogen. Er nannte diesen Schritt “wirklich beispiellos” und die ganze Angelegenheit “seltsam und traurig”. Er fügte hinzu, dass zuvor bereits rund 1.200 Landausflüge über örtliche Anbieter gebucht worden seien.
Die ägyptischen Behörden hatten die Entscheidung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht öffentlich begründet. Die Türkei derweil hatte das Einreiseverbot bereits vor Erreichen des Landes durch das Schiff – ja, vor dessen Ablegen zur Kreuzfahrt – verhängt: In einer Erklärung vom 28. Juni, die auf dem offiziellen Twitter-Account der Provinz Aydın veröffentlicht wurde, hieß es, der Anlauf in Kuşadası sei abgesagt worden, da die Chartergruppe “für Verhaltensweisen bekannt ist, die nicht mit der Struktur unserer Gesellschaft und unseren moralischen Werten vereinbar sind”. Der Besuch habe daher “erhebliche Besorgnis in der Öffentlichkeit ausgelöst”.
Campbell stellte fürderhin fest, die Entscheidung der Türkei markiere das erste Mal in der 36-jährigen Geschichte von Atlantis Events, dass einem ihrer gecharterten Kreuzfahrtschiffe die Einreise in ein Land verweigert wurde. Er merkte an, dass das Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren 13 Kreuzfahrten in die Türkei ohne jegliche Zwischenfälle durchgeführt habe – und bedauerte, dass Bemühungen, die türkischen Behörden zum Rückgängigmachen dieser Entscheidung zu überzeugen, selbst unter Einbeziehung der US-Botschaft erfolglos geblieben seien.
Die Broadway-Darstellerin Patti LuPone, die auf der Kreuzfahrt auftreten sollte, kritisierte die Entscheidung der Türkei scharf. In den sozialen Medien schrieb sie letzte Woche, sie sei wütend darüber, dass dem Schiff die Einfahrt verweigert worden sei und die Passagiere “es so viel besser verdient” hätten. Die Scarlet Lady wurde daraufhin nach Chania auf Kreta umgeleitet, wo sie am Freitag einen Zwischenstopp einlegen soll. Am Sonntag wird sie ihre Reise nach Montenegro fortsetzen.
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