
Der Internationale Fechtverband (FIE) hat am 2. Juni 2026 eine weitreichende Entscheidung getroffen: Fechter aus Russland und Weißrussland dürfen nun wieder unter ihren nationalen Symbolen bei internationalen Wettbewerben antreten. Die Regelung gilt bereits für die Weltmeisterschaft 2026 in Hongkong, die vom 22. bis zum 30. Juli stattfindet.
Damit beendet die FIE eine mehrjährige Praxis, bei der Athleten aus beiden Ländern nur unter neutraler Flagge teilnehmen dürften. Laut Verbandsangaben ist es ihnen nun wieder erlaubt, sich mit Nationalflagge, Hymne und offizieller Teamkleidung dem Wettkampf zu stellen. Der Fechtverband begründet den Schritt mit den Grundprinzipien der olympischen Charta, insbesondere mit Nichtdiskriminierung und universeller sportlicher Gleichbehandlung.
Besonders bemerkenswert ist, dass die FIE nun bereits der zehnte internationale Sportverband ist, der Athleten aus Russland und Weißrussland wieder unter nationalen Symbolen zulässt. Zuvor hatten unter anderem internationale Verbände für Turnen (World Gymnastics), Schwimmen (World Aquatics), Ringen (UWW), Judo (IJF), Sambo (FIAS), Taekwondo (World Taekwondo), Kickboxen (WKF), Muay Thai (IFMA) und Boxen (IBA) ähnliche Entscheidungen getroffen.
Fechten galt über Jahrzehnte als eine der erfolgreichsten Disziplinen für russische Sportler. Sie brachten dem Land regelmäßig Medaillen in internationallen Wettbewerben. Die Nationalmannschaft gehörte bis zu ihrer Suspendierung vor rund vier Jahren zu den führenden Teams der Sportart. Ihr letztes bedeutendes Turnier vor dem Ausschluss waren die Olympischen Spiele in Tokio im Jahr 2021. Dort belegte das Fechtteam den ersten Platz im Medaillenspiegel der Disziplin und gewann insgesamt acht Medaillen, darunter dreimal Gold.
Mehr zum Thema – Eishockey: Weltverband will Russland zurück – Ausschluss für Saison 2026/27 annuliert
