
Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh wird sich laut einem vom US-Außenministerium bekanntgegebenden Zeitplan mit dem israelischen Amtkollegen Yechiel Leiter um 11 Uhr Ortszeit in Washington, D.C., treffen, um demnach “direkte Gespräche aufzunehmen”, so Agenturmeldungen. US-Außenminister Marco Rubio werde “an den Arbeitsgesprächen” mit den beiden Botschaftern teilnehmen, teilte das US-Außenministerium mit. Im Mittelpunkt der Gespräche werden die andauernden israelischen Luftangriffe sowie die seitens Beiruts eingeforderte Sicherung eines Waffenstillstands im Libanon stehen.
Das Treffen findet aufgrund der andauernden Angriffe der israelischen Armee auf vermeintliche “Hisbollah-Ziele” im Südlibanon und Bezirken in der Hauptstadt Beirut statt, so die Trump-Adminstartion. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wollen damit die libanesische Regierung und Israel morgen in Washington direkte Gespräche auf politischer Ebene aufnehmen.
Die Hisbollah-Organisation hätte dabei im Vorfeld die geplanten Verhandlungen rigoros abgelehnt und sie als “sinnlos” bezeichnet, so Al Jazeera. Die libanesische Regierung sei demgegenüber direkt aufgefordert worden, “sich auf die Bekämpfung ‘der israelischen Aggression’ zu konzentrieren”.
Die Entwaffnung der Hisbollah wird der wesentliche Verhandlungspunkt der israelischen Delegation sein, demgegenüber die massiven Zahlen von Todesopfern und Verletzten libanesischer Bürger das Hauptthema der Vertreterin Beiruts. Am Tag des Treffens wird ein ungenannter israelischer Vertreter der Gespräche von der Times of Israel mit den Worten zitiert:
“Wir haben nicht vor, die Friedenstauben freizulassen.”
Die US-israelischen Vorstellungen zum Verlauf der Konsultationen lauten demnach:
“Zwar ist ein Friedensabkommen zwischen dem Libanon und Israel das Ziel der Gespräche, doch steht die Entwaffnung der Hisbollah im Vordergrund, wobei die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Seiten erheblich sind, wie ein US-Beamter einräumte.”
Hisbollah-Führer Naim Qassem wird seitens Al Jazeera mit der im Rahmen einer Fernsehansprache erfolgten Erklärung zitiert:
“Israel macht deutlich, dass das Ziel dieser Verhandlungen darin besteht, die Hisbollah zu entwaffnen, wie Netanjahu wiederholt betont. Wie kann man also an Verhandlungen teilnehmen, deren Ziel bereits klar ist? Wir werden nicht ruhen, nicht aufhören und nicht kapitulieren. Stattdessen werden wir das Schlachtfeld für sich sprechen lassen.”
Hezbollah Secretary-General Sheikh Naim Qassem: “Our decision in the Resistance is not to calm down, not to stop, not to surrender. We will let the battlefield speak.””We reject negotiations with the usurping Israeli entity. These negotiations are absurd.”Direct negotiations… pic.twitter.com/bkbC6htUt0
— DD Geopolitics (@DD_Geopolitics) April 13, 2026
Laut libanesischen Regierungsangaben und Zahlen der Organisation Roter Halbmond sind bei den israelischen Luftangriffen auf den Libanon und der Bodenoffensive im Süden des Landes mindestens 2.055 Menschen ums Leben gekommen. Darunter unter anderem 65 Kinder und 87 medizinische Fachkräfte.
Mehr als 6.500 weitere Menschen wurden verletzt, während rund 1,2 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Das israelische Militär teilte am Montag mit, dass die Angriffe bis auf Weiteres fortgesetzt würden.
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