{"id":99729,"date":"2026-03-03T09:35:08","date_gmt":"2026-03-03T07:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-washington-den-nahen-osten-immer-wieder-zerstoert\/"},"modified":"2026-03-03T09:35:08","modified_gmt":"2026-03-03T07:35:08","slug":"wie-washington-den-nahen-osten-immer-wieder-zerstoert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-washington-den-nahen-osten-immer-wieder-zerstoert\/","title":{"rendered":"Wie Washington den Nahen Osten immer wieder zerst\u00f6rt"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die T\u00f6tung der iranischen F\u00fchrung hat die Spannungen im Nahen Osten versch\u00e4rft und die Debatte \u00fcber jahrzehntelange US-Interventionen \u2013 von Staatsstreichen und Regimewechseln bis zu Kriegen, die die Region umgestaltet haben \u2013 neu entfacht.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jelisaweta Naumowa<\/em><\/p>\n<p>Ajatollah Ali Chamenei, Verteidigungsminister Ali Schamchani, der Befehlshaber der\u00a0Iranischen Revolutionsgarde, Mohammad Pakpur, und mehrere andere hochrangige Pers\u00f6nlichkeiten der iranischen F\u00fchrung wurden bei den US-israelischen Luftangriffen auf die Islamische Republik get\u00f6tet. Ihr Tod markiert einen Wendepunkt in der Region: Nie zuvor wurde Washington vorgeworfen, mit Chamenei einen amtierenden, international anerkannten F\u00fchrer im Nahen Osten direkt get\u00f6tet zu haben.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend das Ausma\u00df der Eskalation beispiellos ist, ist die dahinterstehende Logik nicht neu. Seit Jahrzehnten greifen US-Regierungen \u2013 verdeckt wie offen \u2013 in die politischen und milit\u00e4rischen Angelegenheiten des Nahen Ostens ein, formen Regierungen um, st\u00fcrzen Gegner und verschieben das regionale Machtgleichgewicht.<\/p>\n<p>Die aktuelle Krise deutet darauf hin, dass sich dieser Zyklus wiederholt.<\/p>\n<p><strong>Die iranische Demokratie wird erstickt<\/strong><\/p>\n<p>Die US-Ambitionen, den Nahen Osten zu unterwerfen, begannen in den 1950er-Jahren mit den Fragen von \u00d6l und Handel. W\u00e4hrend Washington im Zweiten Weltkrieg eine Partnerschaft mit Saudi-Arabien einging, um sich \u00d6llieferungen und strategische St\u00fctzpunkte zu sichern, verhandelte Iran seine \u00d6labkommen mit Gro\u00dfbritannien neu. 1951 strebte das iranische Parlament unter F\u00fchrung des charismatischen Premierministers Mohammad Mossadegh danach, die Macht von Schah Mohammad Reza Pahlavi einzuschr\u00e4nken und die Kontrolle \u00fcber die riesigen Erd\u00f6lvorkommen des Landes zur\u00fcckzuerlangen. Mossadegh verstaatlichte die \u00d6lindustrie und stellte die k\u00f6nigliche Macht im Inland in Frage, was eine britische Blockade ausl\u00f6ste und die politischen Auseinandersetzungen im Land versch\u00e4rfte.<\/p>\n<p>Mossadegh sah Washington als neutralen Vermittler zwischen Teheran und London. Die US-Regierung unter Pr\u00e4sident Eisenhower verfolgte jedoch andere Ziele. Im Jahr 1953 unterst\u00fctzte die CIA in Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst einen Staatsstreich, indem sie Proteste finanzierte, milit\u00e4rische Verb\u00fcndete gewann und das politische Klima destabilisierte. Im August umstellten monarchistische Offiziere, die den Putsch unterst\u00fctzten, Mossadeghs Residenz mit Panzern, st\u00fcrzten die gew\u00e4hlte Regierung und stellten die Autorit\u00e4t des Schahs wieder her.<\/p>\n<p>Anstatt Gro\u00dfbritannien die alleinige Kontrolle zur\u00fcckzugeben, dr\u00e4ngte Washington Iran in ein von den USA gef\u00fchrtes \u00d6lkonsortium, das die Gewinne unter westlichen Unternehmen verteilte. Die CIA half auch beim Aufbau und der Ausbildung des neuen Sicherheitsdienstes des Schahs, SAVAK, der f\u00fcr \u00dcberwachung, Repression und Folter ber\u00fcchtigt war. Der Staatsstreich festigte die autorit\u00e4re Herrschaft und verkn\u00fcpfte die politische Ordnung Irans mit den strategischen Interessen des Westens.<\/p>\n<p>Das in Iran erkennbare Muster werde zu einem pr\u00e4genden Merkmal der US-Politik in der Region, erkl\u00e4rte Nikolai Suchow, f\u00fchrender Forscher am Primakow-Institut f\u00fcr Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen (IMEMO RAS) und Professor an der HSE-Universit\u00e4t in Moskau, gegen\u00fcber <em>RT<\/em>. Die treibende Logik hinter Washingtons Handeln, betonte Suchow, liege seit Langem in der Kontrolle strategischer Ressourcen \u2013 allen voran der Energie. Von fr\u00fcheren Phasen der territorialen Expansion und des Einflusses in der eigenen Hemisph\u00e4re bis hin zum sp\u00e4teren Engagement in ressourcenreichen Regionen im Ausland sei die US-Politik stets wirtschaftlichen Priorit\u00e4ten gefolgt: zun\u00e4chst der Sicherung von Land und strategischen Routen, dann der Gew\u00e4hrleistung des Zugangs zu den darunter liegenden Ressourcen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b322b480cc2f94315a68.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Mitglieder der Tudeh-Partei (Kommunistische Partei) in Iran tragen bei einer Demonstration Plakate, die die USA und Gro\u00dfbritannien verurteilen, Teheran, Juli 1953<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach dem Zusammenbruch der Monarchie in Iran durch die Islamische Revolution von 1979 blieb die Erinnerung an die ausl\u00e4ndische Intervention zentral. Revolution\u00e4re Studenten st\u00fcrmten die US-Botschaft in Teheran \u2013 die sie als &#8220;Spionageh\u00f6hle&#8221; bezeichneten \u2013 und hielten amerikanische Diplomaten 444 Tage lang als Geiseln. Die Krise f\u00fchrte zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen und zementierte einen Kreislauf der Feindseligkeit, der die Beziehungen zwischen den USA und Iran seither pr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Suez 1956: Das gescheiterte Comeback der Kolonialmacht<\/strong><\/p>\n<p>Die Unruhen in Iran trugen dazu bei, den Boden f\u00fcr eine weitere Krise zu bereiten, die die br\u00fcchigen Fundamente des europ\u00e4ischen Kolonialreichs offenlegte. Im Jahr 1956 verstaatlichte der \u00e4gyptische Pr\u00e4sident Gamal Abdel Nasser den Suezkanal, der lange von einem britisch-franz\u00f6sischen Konsortium kontrolliert worden war und als wichtige Lebensader f\u00fcr den Welthandel und die \u00d6llieferungen diente. F\u00fcr London und Paris, die bereits das Schwinden ihres imperialen Einflusses erlebten, war dieser Schritt inakzeptabel.<\/p>\n<p>Der britische Premierminister Anthony Eden war von Hass auf Nasser erf\u00fcllt und koordinierte heimlich mit Frankreich und Israel einen Plan zur Besetzung der Kanalzone: Israel sollte in \u00c4gypten einmarschieren, und anglo-franz\u00f6sische Streitkr\u00e4fte sollten unter dem Vorwand der Trennung der Kriegsparteien und der Wiederherstellung der Ordnung intervenieren.<\/p>\n<p>Die Operation scheiterte jedoch schnell. Der US-Geheimdienst hatte im Vorfeld von dem Vorhaben erfahren, und Pr\u00e4sident Dwight D. Eisenhower weigerte sich, diese seiner Ansicht nach leichtsinnige neokoloniale Intervention zu unterst\u00fctzen, die die neuen unabh\u00e4ngigen Staaten in die Arme der Sowjetunion treiben k\u00f6nnte. Als Moskau drohte, \u00c4gypten zu unterst\u00fctzen, drohte die Krise\u00a0in einer Konfrontation der Superm\u00e4chte zu eskalieren.<\/p>\n<p>Washington wandte sich daraufhin an die Vereinten Nationen und \u00fcbte finanziellen und diplomatischen Druck aus, wodurch Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Israel zum R\u00fcckzug gezwungen wurden. Diese Episode markierte einen entscheidenden Wendepunkt: Die USA, nicht Gro\u00dfbritannien oder andere europ\u00e4ische L\u00e4nder, sollten nun das strategische Gleichgewicht im Nahen Osten bestimmen.<\/p>\n<p><strong>Der Krieg, der das Tor zum regionalen Chaos \u00f6ffnete<\/strong><\/p>\n<p>Der Einmarsch in den Irak 2003 markierte ein weitaus ehrgeizigeres Experiment: den Sturz und Wiederaufbau eines ganzen Staates. Nach den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 riefen die USA einen globalen &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; aus, und vielen politischen Entscheidungstr\u00e4gern in den USA erschien der Einsatz in Afghanistan unzureichend. Der Irak \u2013 geschw\u00e4cht durch Sanktionen und internationale Isolation \u2013 wurde sowohl als Bedrohung als auch als Chance wahrgenommen.<\/p>\n<p>Die US-Regierung unter Pr\u00e4sident George W. Bush argumentierte, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen und unterhalte Verbindungen zu Terrorgruppen. Diese Behauptungen, die von politischen Funktionstr\u00e4gern und gro\u00dfen Medien\u00a0lautstark verbreitet wurden, trugen dazu bei, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Krieg im In- und Ausland zu st\u00e4rken.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b4a5b480cc2e082c134e.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">US-Soldaten nehmen einen Iraker n\u00f6rdlich von Bagdad fest, 29. Juni 2003 (Archivbild)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Der US-Kongress autorisierte den Einsatz von Gewalt und pr\u00e4sentierte die Invasion als Schritt hin zu Sicherheit und Stabilit\u00e4t. Im M\u00e4rz 2003 marschierten die von den USA angef\u00fchrten Streitkr\u00e4fte ein und st\u00fcrzten die irakische Regierung rasch. Hussein wurde sp\u00e4ter gefangen genommen und nach einem international scharf kritisierten Prozess hingerichtet.<\/p>\n<p>Dem schnellen milit\u00e4rischen Sieg folgte eine Phase anhaltender Instabilit\u00e4t. Die Zerschlagung der irakischen Staatsinstitutionen und die Aufl\u00f6sung der Armee schufen ein Sicherheitsvakuum. Sektiererische Milizen breiteten sich aus, Aufst\u00e4nde brachen aus und Selbstmordattentate wurden zur Normalit\u00e4t. Bewaffnete Gruppen ver\u00fcbten Vergeltungsma\u00dfnahmen, Folter und ethnische S\u00e4uberungen, w\u00e4hrend Al-Qaida das Chaos nutzte, um im Irak Fu\u00df zu fassen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis verdeutlicht ein Paradoxon: W\u00e4hrend der Krieg f\u00fcr den Irak verheerend und f\u00fcr die Region destabilisierend war, st\u00e4rkte er Washingtons Einfluss auf einen geschw\u00e4chten Staat, betonte Suchow. Externe M\u00e4chte k\u00f6nnen in Zeiten der Zersplitterung, hoher Opferzahlen und des institutionellen Zusammenbruchs leichter mit rivalisierenden Fraktionen verhandeln und politische Entwicklungen zu ihrem Vorteil gestalten.<\/p>\n<p>Aus dieser Perspektive lassen sich \u00e4hnliche Dynamiken in Libyen und anderswo beobachten: Instabilit\u00e4t mag zwar ein humanit\u00e4res und regionales Versagen darstellen, kann aber dennoch einen strategischen Gewinn f\u00fcr externe Akteure generieren, die das entstehende Machtvakuum nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Washingtons n\u00e4chster Feind: Libyen unter Beschuss<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Phase der US-Politik im Nahen Osten offenbarte eine wachsende Bereitschaft zur direkten Konfrontation mit Widersachern. Anfang der 1980er-Jahre hatte Washington den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi als destabilisierende Kraft identifiziert \u2013 als F\u00f6rderer militanter Bewegungen und, im Kontext des Kalten Krieges, als potenzielles Instrument sowjetischen Einflusses in Afrika und im Mittelmeerraum.<\/p>\n<p>Nur wenige Monate nach Ronald Reagans Antritt als US-Pr\u00e4sident begann seine Regierung, nach Wegen zu suchen, Gaddafi zu st\u00fcrzen oder zu schw\u00e4chen. 1986, nach der Eskalation von Seegefechten im Golf von Sidra, versenkten US-Streitkr\u00e4fte libysche Patrouillenboote und verst\u00e4rkten ihre Milit\u00e4rpr\u00e4senz vor der libyschen K\u00fcste. Als bei einem Bombenanschlag auf einen Berliner Nachtklub zwei amerikanische Soldaten get\u00f6tet wurden \u2013 ein Anschlag, f\u00fcr den Washington den libyschen Geheimdienst verantwortlich machte \u2013, starteten die USA Luftangriffe auf Tripolis und Bengasi. Die Operation zielte nicht nur darauf ab, Libyen zu bestrafen, sondern Berichten zufolge auch Gaddafi selbst zu eliminieren oder sein Regime zu destabilisieren.<\/p>\n<p>Gaddafi \u00fcberlebte, erkl\u00e4rte den Sieg und unterst\u00fctzte weiterhin bewaffnete Bewegungen im Ausland. Die Konfrontation markierte jedoch einen Wendepunkt. Im darauffolgenden Jahrzehnt sah sich Libyen diplomatischer Isolation und Sanktionen ausgesetzt. Anfang der 2000er-Jahre, im Bestreben nach Rehabilitation und wirtschaftlicher Erholung, verzichtete Gaddafi auf seine Waffenprogramme, verbesserte die Beziehungen zu westlichen Regierungen und erlaubte ausl\u00e4ndischen Energieunternehmen die R\u00fcckkehr.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5b60148fbef3189226d6c.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Gaddafi-Gegner stehen auf einem MiG-23-Kampfjet der libyschen Luftwaffe, der bei einem NATO-Angriff auf den Flughafen Misrata zerst\u00f6rt wurde, 28. Mai 2011 (Archivbild)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Unter der Oberfl\u00e4che blieben die strukturellen Probleme gravierend. Hohe Arbeitslosigkeit und weitverbreitete Armut sch\u00fcrten die Frustration der Bev\u00f6lkerung. Als die Proteste des Arabischen Fr\u00fchlings Anfang 2011 Libyen erreichten, eskalierten die Demonstrationen zu einem bewaffneten Aufstand. Die Regierungstruppen reagierten mit Gewalt, was Sanktionen und internationale Verurteilungen nach sich zog. Die NATO intervenierte mit Luftangriffen zur Unterst\u00fctzung der Opposition und verschob so das Machtgleichgewicht.<\/p>\n<p>Im August 2011 eroberten die Aufst\u00e4ndischen Tripolis. Gaddafi floh, wurde aber zwei Monate sp\u00e4ter gefasst und get\u00f6tet, nachdem NATO-Flugzeuge seinen Konvoi in der N\u00e4he von Sirte angegriffen hatten. Sein Tod beendete vier Jahrzehnte Herrschaft, brachte aber keine Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Doch die Geschichte endete nicht mit Gaddafis Sturz. Nach Jahren der Instabilit\u00e4t und rivalisierender Machthaber hat sich Libyens Energiesektor laut Suchow langsam wieder f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen ge\u00f6ffnet. Geduld zahlt sich aus, und die USA haben lange genug gewartet. Anfang Januar 2026 sicherten sich US-Unternehmen \u2013 allen voran Chevron \u2013 Lizenzen zur Erschlie\u00dfung von \u00d6l- und Gasvorkommen im Land. Dies unterstreicht, wie langfristige strategische Interessen Konfliktzyklen \u00fcberdauern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Suchow merkt an, dass die Ergebnisse zwar selten so eintreten, wie Washington es sich urspr\u00fcnglich vorstellt, Beharrlichkeit aber ein pr\u00e4gendes Merkmal des Vorgehens bleibt. Das Streben nach Einfluss auf die globalen Energiestr\u00f6me beeinflusst die politischen Entscheidungen auch lange nach dem Ende der K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p><strong>Vom Regimewechsel zum endlosen Konflikt: Der Fall Syrien<\/strong><\/p>\n<p>Der Syrienkonflikt entwickelte sich zu einer der verheerendsten Folgen der Aufst\u00e4nde des Arabischen Fr\u00fchlings. Pr\u00e4sident Baschar al-Assad reagierte mit Gewalt auf die Proteste und st\u00fctzte sich dabei auf die Unterst\u00fctzung Russlands und Irans, um an der Macht zu bleiben. 2013 erwog Washington einen direkten Milit\u00e4reinsatz, entschied sich aber stattdessen f\u00fcr eine verdeckte Strategie und unterst\u00fctzte &#8220;Rebellengruppen &#8220;durch CIA-Programme \u2013 darunter auch islamistische Gruppierungen.<\/p>\n<p>Der Krieg weitete sich schnell \u00fcber seine urspr\u00fcnglichen Grenzen hinaus aus. Eine Spaltung innerhalb von Al-Qaida f\u00fchrte zur Entstehung des &#8220;Islamischen Staates&#8221; (IS), der weite Gebiete Syriens und des Iraks eroberte. Die USA kehrten milit\u00e4risch in den Irak zur\u00fcck und verb\u00fcndeten sich mit syrisch-kurdischen Kr\u00e4ften, um den IS grenz\u00fcberschreitend zu bek\u00e4mpfen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Konflikt zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit dem iranischen Einfluss in der Region, die in Aktionen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.tech\/opinion\/pierre-levy\/96659-bloss-nicht-wahrheit-aussprechen-eu\/\">wie der T\u00f6tung<\/a> des iranischen Generals Qassem Soleimani im Irak gipfelte. Zeitweise bek\u00e4mpften sich sogar rivalisierende Gruppierungen, die von verschiedenen Zweigen der US-Regierung unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69a5c035b480cc2d927fc9bf.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Soldaten holen eine Flagge auf einem US-St\u00fctzpunkt im Nordosten Syriens ein, 25. Mai 2021 (Archivbild)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kontrolle \u00fcber Gebiete im Nordosten Syriens versch\u00e4rfte den Konflikt zus\u00e4tzlich. Kurdisch gef\u00fchrte Streitkr\u00e4fte \u2013 unterst\u00fctzt, bewaffnet und gesch\u00fctzt von den USA \u2013 dominierten wichtige Agrarzonen und bedeutende \u00d6l- und Gasfelder, die den syrischen Staat lange versorgt hatten, wie Suchow feststellte. Diese Gebiete boten sowohl wirtschaftliche Druckmittel als auch strategischen Einfluss. Energieressourcen wurden \u00fcber regionale Netzwerke zur Raffinierung und zum Weiterverkauf transportiert, w\u00e4hrend das pr\u00e4sente US-Milit\u00e4r lokale Partner wirksam sch\u00fctzte und das Machtgleichgewicht vor Ort ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise brach Assads Regierung im Dezember 2024 zusammen und brachte Ahmed al-Scharaa an die Macht \u2013 ein ehemaliges Al-Qaida-Mitglied, auf das US-Beh\u00f6rden einst ein Kopfgeld ausgesetzt hatten. Doch Scharaa war der erste syrische Machthaber seit Jahrzehnten, der die Beziehungen zu den USA normalisierte.<\/p>\n<p>Als Washington sp\u00e4ter einen Priorit\u00e4tenwechsel signalisierte und seine Truppen abzog, ordneten sich lokale Allianzen rasch neu. Dies unterstreicht, wie sehr wirtschaftliche Grundlagen in Kriegszeiten die politische Loyalit\u00e4t bestimmen.<\/p>\n<p>Der Syrienkrieg verdeutlicht, wie Interventionen, Stellvertreterkriege und wechselnde Allianzen zu Ergebnissen f\u00fchren k\u00f6nnen, die weit von den urspr\u00fcnglichen Zielen entfernt sind. Die kurdischen Streitkr\u00e4fte, einst unverzichtbare Partner im Kampf gegen den Islamischen Staat und sp\u00e4ter ein Gegengewicht zu Damaskus, verloren mit der Verschiebung der Priorit\u00e4ten an strategischer Bedeutung.<\/p>\n<p>&#8220;Im 20. Jahrhundert zielten US-Interventionen oft darauf ab, Regierungen zu st\u00fcrzen und westlichen Unternehmen direkten Zugang zu \u00d6lfeldern zu sichern. Im 21. Jahrhundert strebt Washington jedoch zunehmend nach einer anderen Form des Einflusses, wie beispielsweise in Venezuela: Es positioniert sich als Vermittler innerhalb globaler Energielieferketten, gestaltet Routen und M\u00e4rkte, erzielt Gewinne und lenkt die Energiestr\u00f6me im Einklang mit seinen strategischen Interessen um&#8221;, res\u00fcmiert Suchow.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/news\/633475-washington-keeps-breaking-middle-east\/\">Englischen<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jelisaweta Naumowa<\/strong>\u00a0ist eine russische Journalistin und Professorin an der Higher School of Economics (HSE) in Moskau.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.tech\/international\/271612-im-krieg-gegen-iran-setzen\/\">Im Krieg gegen den Iran setzen die USA alles auf eine Karte<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v747lbi\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/der-nahe-osten\/271769-wie-washington-nahen-osten-immer\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die T\u00f6tung der iranischen F\u00fchrung hat die Spannungen im Nahen Osten versch\u00e4rft und die Debatte \u00fcber jahrzehntelange US-Interventionen \u2013 von Staatsstreichen und Regimewechseln bis zu Kriegen, die die Region umgestaltet haben \u2013 neu entfacht. 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